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Auf den ersten Blick mag diese Disney-Produktion an typische US-Sport-Erfolgsstorys und Kassenschlager wie "Die Indianer von Cleveland" u.v.a. erinnern. Dies würde dem Film jedoch nicht gerecht werden. In erster Linie ist er nämlich ein Porträt des Erfolgscoaches Herb Brooks, welcher von Kurt Russell (mit schlechtem Haarschnitt und noch schlimmerer Kleidung, wie es sich für die späten 70'er gehört) mehr als überzeugend dargestellt wird. Der Persönlichkeit des Coaches, seiner Einstellung und seinen Trainingsmethoden ist ein Großteil dieses Films gewidmet.
Aber nicht nur was den zeitlichen Rahmen betrifft, wurde größter Wert auf Authentizität gelegt - bei der Umsetzung der Eishockeyszenen setzt Regisseur Gavin o'Connor neue Maßstäbe und läßt die Grenzen zwischen Spielfilm und Sportdokumentation verschwimmen: nicht nur daß ausschließlich Eishockeyprofis mit schauspielerischem Talent (und nicht umgekehrt, wie bisher üblich) gecastet wurden; es wurden sogar an die 100 Spielzüge aus den Originalmatches einstudiert, um die Spiele möglichst originalgetreu wiederaufleben zu lassen! Besonders Eishockeyfans der älteren Generation, die den Sport bereits zu dieser Zeit mitverfolgt haben, werden mit Wehmut an die große Zeit des russischen Eishockeys denken, wenn Namen wie Viktor Tichonov oder Vladislav Tretjak fallen (und die Schauspieler diesen zum Teil auch noch verblüffend ähnlich sehen!) Für diesen Aufwand muß man einfach einen fünften Stern vergeben. Daß ein Film zwar nie jene Gänsehaut verursachen kann wie eine Originalaufzeichnung des Spiels ist klar, aber der Film kommt dem schon ziemlich nahe, besonders wenn er auch die richtige Unterstützung (durch Leinwandformat oder Surround-System) bekommt.
Unterm Strich funktioniert "The Miracle" daher auf 2 Ebenen: als packender Sportfilm für Eishockeyfans und die die es noch werden wollen ebenso wie als Sportdokumentation für Eishockey-Insider und Zeitzeugen. Für sie besonders sehenswert ist auch "The Making of The Miracle" (unter den Extras auf der DVD zu finden), eine 15-minütige Dokumentation über die Hintergründe und das Entstehen des Films. Dieser ist übrigens auch Herb Brooks gewidmet, der tragischerweise kurz nach Beginn der Dreharbeiten bei einem Autounfall verunglückte. Ich bin sicher er hätte diesen Film geliebt.
Nach zähen Verhandlungen verpflichtet der amerikanische Verband die spätere Trainerlegende Herb Brooks, der kürzlich verstorben ist. Brooks, der zu dieser Zeit ein sehr erfolgreicher Eishockeytrainer an der Universität von Minnesota ist und selbst eine Vergangenheit im Olympia-Team der USA 1960 hatte (allerdings wurde er kurz vor den Spielen aus dem Kader der später siegreichen Mannschaft gestrichen) hat klare Vorstellungen von seinem Team und den Idealen, die er zu vermitteln hat, um den haushohen Favoriten, die seit sechs Jahren unbesiegte russische Mannschaft, besiegen zu können.
Bei seinem Streben nach Teamgeist, Einsatzwillen, Leidenschaft und Erfolg stößt Brooks vielen Offiziellen des Verbandes und die Presse schnell vor den Kopf, geht aber unbeirrt seinen Weg und schafft es, die Spieler aus Boston und Minnesota, die sich traditionell wenig mögen, zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zu formen.
Ein beeindruckender Film mit einer beeindruckenden Story, die auf wahren Begebenheiten beruht. Auf alle Fälle ein 5-Sterne-Film, der leider von Herb Brooks, der kurz vor der Veröffentlichung des Films verstarb, nie gesehen wurde und der sich wohltuend auffällig von den vielen nationalistisch heroischen Amerikanischen Heldensagen abhebt.
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