Offensichtlich haben nicht nur wir Deutschen unser -Wunder von Bern-. Nein, auch die Amis haben ihr ganz persönliches Wunder, das -Wunder von Lake Placid-.
Die Vorraussetzungen waren in jedem Fall identisch. Auf der einen Seite das seit Jahren ungeschlagene Ungarn und hier die Meister auf dem Eis, Rußland.
Die Olympiade fand zu einer Zeit statt, in der das Spiel von Rußland klar beherrscht wurde und das amerikanische Eishockey am Boden lag. Kurz zuvor hatte die Nationalmannschaft der USA gegen die B-Vertretung aus der Tschechei mit 15:1 verloren. Ein Desaster. Die Olympiade im eigenen Land wollte man eigentlich nur mit Anstand über die Bühne bringen und möglichst nicht jedes Spiel haushoch verlieren. Bis Herb Brooks erschien. Der Fast-Weltmeister von 1960 hatte doch tatsächlich vor, den Russen in die Suppe zu spucken. Ein gewagtes Vorhaben. Er wollte nicht mit den besten Einzelspielern, sonder mit der besten Mannschaft auflaufen. Kurz vor der Olympiade konnte sich die USA von der Stärke der Russen noch zweimal überzeugen. Ein Auswahlteam der NHL, also die besten der besten, wurde im eigenen Land mit 6:0 von den Russen geschlagen und auch die Premiere des Olympiateams (bestehend aus reinen Amateuren und Collegestudenten) drei Tage vor den eigentlichen Spielen ging sage und schreibe mit 10:3 gegen diese russische Mannschaft verloren. Erinnert ein wenig an das verpatzte Spiel der deutschen Fußballmannschaft in der Vorrunde gegen Ungarn, das mit 8:3 verloren wurde. Aber, in beiden Fällen folgte eine eindrucksvolle Revanche.
Durch Teamgeist und den Glauben an das eigene Vermögen, unterstützt durch ein phantastisches Publikum, gelang es den Amerikanern gleich dreimal einen Rückstand gegen ein erfolgsverwöhntes russisches Team auszugleichen und 10 Minuten vor Schluß sogar den Siegtreffer zu erzielen.
Dadurch das es sich um eine wahre Geschichte handelt, ist der Film noch wesentlich schöner und emotionaler. Keine erfundene Story ala -The mighty Ducks-, sondern eine Geschichte die das wahre Leben schrieb. Man fiebert mit dieser Mannschaft mit und besonders mit ihrem Trainer Brooks, der leider lange vor der Aufführung des Filmes verstorben ist. Oftmals wendet er arge und mühsame Methoden an und bringt Mannschaft und Co-Trainer gegen sich auf aber er verliert nie seine "Zuneigung" und sein Verständnis für seine Spieler.
Allerdings hat es sich bei dem Spiel gegen Rußland nicht um das Endspiel gehandelt, sondern um das Halbfinale. Im Finale wurde Finnland besiegt und die Helden von Lake Placid durften sich in die Herzen der USA und wohl auch in die Herzen der restlichen Welt spielen.
Auf der DVD ist als zusätzliches Material ein -Making Off- und einige -Outtaks (nicht verwendete Szenen)- zu finden.
Fazit: Anschauen und mitfreuen!
© deval