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"Keine Frauengestalt hat mich in den letzten Jahren mehr beeindruckt als Bonne Mirabilis. Ein magisches, wunderbares, überraschendes Buch."
Donna Cross, Die Päpstin
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Flachbrüstig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Mirabilis. (Taschenbuch)
"Keine Frauengestalt hat mich in den letzten Jahren mehr beeindruckt als Bonne Mirabilis. Ein magisches, wunderbares, überraschendes Buch", frohlockt Donna W. Cross, Autorin der "Päpstin", auf dem Backcover. Diese euphorische Äußerung verweist indes weniger auf die tatsächliche Qualität des hier zu rezensierenden Romans als vielmehr auf die erschütternde Beschränktheit ihrer eigenen Phantasie.Im französischen Villeneuve des 14. Jahrhunderts fristet Bonne Mirabilis ihren kargen Lebensunterhalt als Amme. Das Blatt scheint sich für sie zu wenden, als sie die Bekanntschaft der Edelfrau Radegonde macht, die sie für ihr in Bälde erwartetes Kind vorverpflichtend in Anstellung nimmt. Doch während sich die beiden Frauen näher kommen, braut sich über ihrer Mäzenatin das Unheil in Form verschlagener Kleriker und einer unheilvollen Verfügung ihres kürzlich verstorbenen Gatten zusammen, der das weitere Schicksal Radegondes testamentarisch vom Geschlecht seines Sprosses abhängig zu machen gedachte. Die Autorin, so versichert der Verleger, habe Geschichte studiert und lehre an der University of California. Wir müssen dies wohl glauben - denn ableiten könnten wir es aus dem Text gewiss nicht: Die Geschichte hat mit dem tatsächlichen Mittelalter in etwa so viel gemein wie eine Prinzessinnen-Barbie. Das Werk einen "historischen Roman" zu nennen, ist eigentlich grob irreführend: Geschichtliche Umstände erfüllen hier bestenfalls den Zweck der Dekoration. Weder wird die Schilderung an entscheidender Stelle detaillierter (So wird z.B. die die Lage der gesamten Stadt radikal verändernde Belagerung durch die Engländer - Wann? Wo? Wie? - quasi nebenbei erwähnt - doch außer, dass es allen schlechter geht, erfährt man darüber nahezu nichts!), noch lässt die Autorin vor unseren Augen das lebendige Bild einer mittelalterlichen Stadtgesellschaft entstehen, in welcher wir zeitspezifisches Denken und Handeln beobachten könnten. Die beiden Hauptfiguren wirken in ihrem Denken und Reden vielmehr anachronistisch modern (was jedoch keinesfalls mit intelligent gleichgesetzt werden sollte). Überhaupt scheint die Charakterisierung der Protagonisten ein größeres schriftstellerisches Problem dargestellt zu haben. Die auftretenden Figuren stellen - ebenso plakativ wie platt - ausschließlich Clichés dar: Bonnes Freund Gottfriedus ist ein frommer Spinner, der jeden Hauch von Zuneigung durch seinen religiösen Spleen schon ewig im Voraus torpediert; der missgünstige Zwerg Hercule ist äußerlich ebenso abstoßend wie charakterlich verschlagen. Lady Radegonde ist selbstredend wunderschön und intelligent (zumindest wird ihr das unterstellt), die niederträchtigen Priester hingegen durchweg fett und hässlich, gierig, verlogen und dumm wie Brot. Kein Akteur, der sein Motiv nicht bereits durch seine Erscheinung vorweg nähme. (Tatsächlich gibt es außer Gottfriedus, der zwischen seinem Zölibatsideal und dem Hingezogensein zu Bonne hin- und hergerissen ist, keine Figur, die auch nur ansatzweise so etwas wie einen inneren Konflikt aufweisen würde.) Haben die misogynen Kleriker dann mal mit Radegonde direkt zu tun, agieren sie nochmal so dumm, um erstere nur ach-wie-gerissen erscheinen zu lassen. Das Werk ist nicht nur formal wie ein Tagebuch aufgebaut, es charakterisiert seine Figuren auch exakt so. Praktisch bedeutet dies, dass die Autorin ihre Protagonisten nicht als Personen nach ihrer eigenen Motivation handeln lässt; vielmehr verbündet sie sich mit ihren Hauptfiguren, die sie idealisiert, deren Feinde aber hasst und verachtet und dementsprechend eindimensional darstellt. Wenn es sich bei dem Buch nun nicht wie irrtümlich - und vielleicht kaufentscheidend - zuerst angenommen um einen historischen Roman handelt, könnte man es eventuell in einer anderen Kategorie verorten. Verschiedene Szenen legen nahe, das ganze als lesbische Phantasie in mittelalterlicher Kulisse zu lesen. Doch tauchen entsprechende Szenen dann doch zu sporadisch und verhalten auf, und die erdrückende Banalität der Handlung überschattet jeden Anflug eines erotischen Knisterns. Ein weiterer kritikwürdiger Punkt wurde dagegen bereits von anderen Rezensenten angerissen: Ist es für diese Art "Frauenliteratur", die - wohlgemerkt - nicht(!!) mit "Literatur von Frauen" gleichzusetzen ist, charakteristisch, ein clichéhaftes Weltbild zu entwerfen, in dem alle Männer dumm und frauenverachtend erscheinen, Frauen hingegen als überlegen porträtiert und durch die Erfahrung des Körpers zu einer die Individuen übergreifenden Einheit aller Frauen zusammengeschweißt werden sollen, so ist dieses Buch ein gutes Beispiel für das Versagen dieser Vorgehensweise, da die Autorin hagiographische Übertreibungen bezeichnenderweise als Realitäten behandelt (Bonne stillt später tatsächlich die gesamte Stadt - meine Güte!) und durch diese Interpretation die Illusion einer allen Frauen gemeinsamen Körperwahrnehmung ad absurdum führt. Trotzdem zwei Sterne - nicht aus Überzeugung, sondern um der Möglichkeit des Vergleichs willen: Vielleicht werde ich ja irgendwann doch noch die "Päpstin" rezensieren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Historischer Roman der Extraklasse,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mirabilis (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte spielt in Frankreich im Jahre 1372 und erzählt von der Amme Bonne 'Mirabilis' Tardieu, dem gottesfürchtigen Bildhauer Gottfridus, dem niederträchtigen Zwerg Hercule und der schönen und reichen Witwe Radegonde. Ihre Wege kreuzen sich und verändern die Leben aller nachhaltig.Im Mittelpunkt steht das Leben der Amme Bonne; die als Tochter einer Heiligen und gerichteten Hexe am Rande der Gesellschaft lebt. Um ihren Milchfluss nicht versiegen zu lassen, nährt sie den Bildhauer Gottfridus, den sie als ihren Onkel ausgibt, allabendlich. Eines dunklen Februartages findet Bonne in der Klosterruine Saint Porchaire ein völlig ausgehungertes Kind und nimmt es mit zu sich, um es zu pflegen. Das Kind stellt sich als aus hochherrschaftlichem Haus geflohener Zwerg Hercule vor, der zukünftig nicht mehr von ihrer Seite weichen und versuchen wird, alle anderen von dort zu verdrängen. Zu diesen zählt bald auch die schwangeren Witwe Radegonde, die Bonne als Amme für ihr Kind auswählt; Bonne ist glücklich, denn sie verehrt Radegonde. Aber auch Radegonde erweist sich als besitzergreifend; dies wird zum Problem, als Engländern die Stadt belagern und die hungernden Bürgern Bonne um ihre Milch bitten, für die sie sich mit Geschichten entlohnen lässt. Während das Elend um sich greift, scheint Radegonde scheinbar unbeeinträchtigt ihr priviligiertes Leben zu führen. Das weckt nicht nur den Argwohn des Klerus, sondern auch den des Volkes - schnell ist ein Hexengerücht in die Welt gesetzt. Mit ihrem Debütroman 'Mirabilis' ist Susan Cokal ein historischer Roman der Extraklasse geglückt - ein Vergnügen für den literarisch und historisch gebildeten Leser und ein Fest der Fantasie. Dabei bedient die Geschichte, die auf wahre Begebenheiten im Frankreich des 14. Jahrhunderts zurückgehen soll, nicht nur die Lust am höfischen oder die am schaurigen, dunklen Mittelalter, sondern stellt beide Seiten gleichberechtigt nebeneinander; pracht- und machtstrotzender Luxus einer Kaufmannsfamilie und Armut sowie Heimatlosigkeit einer Hure, gnädige Nächstenliebe und exaltierte Frömmigkeit, Religiosität und Hexenwahn; gleichzeitig findet die Erzählung auch - und das ist ungewöhnlich - Zwischentöne. Dabei sind alle Szenen reich an Kraft und Farbe, doch niemals überzeichnet - auch das eine Besonderheit in diesem Genre.< Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Mein erstes nicht fertig gelesenes Buch.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Mirabilis. (Taschenbuch)
Ich lese seit vielen Jahren mit Hingabe und Leidenschaft historische Romane aller Arten. Und ich kann auch von mir behaupten, KEIN Buch übereilt und unausgelesen wegzulegen, selbst in Fällen, in denen es mir schwerfiel weil die Geschichte einfach langatmig war oder mir schlicht und einfach nicht gefallen hat.Susann Cokal hat es aber geschafft, mir zu einer persönlichen Premiere zu verhelfen, denn ihren Roman "Mirabilis" kann ich einfach nicht zu ende lesen. Der Schreibstil der Autorin mag ja Geschmackssache sein, stört mich allerdings sehr. Der Ablauf der Geschichte war aber für mich ausschlaggebend, dieses Buch in die hintersten Winkel meiner Bücherwand zu verbannen. Dies wurde mir spätestens zu dem Zeitpunkt klar, als Bonne in die Bärengrube steigt um Hercule vor den blutrünstigen Hunden zu befreien. Klar, da steigt man als Frau mal eben über den Zaun, kniet sich hin und siehe da: auf einmal sind die nach Blut lechzenden, aufs Töten abgerichteten Hunde lammfromm und lecken Milch von Bonnes Brüsten. Geschieht ja beinahe täglich... Ich fand es ebenfalls sehr schade, wie einseitig und oberflächlich mit der Historie umgegangen wurde - keine detaillierten Beschreibungen: die Armen sind eben arm, die Reichen reich, fertig. Da fragt man sich, wo das Studienwissen der Autorin geblieben ist... Ich persönlich fand es sehr schade, Geld für dieses Buch ausgegeben zu haben. Hab mich wohl durch die "Empfehlung" von Donna W. Cross irreleiten lassen... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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