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Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44
 
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Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 [Gebundene Ausgabe]

Willy P. Reese , Stefan Schmitz
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 283 Seiten
  • Verlag: Claassen; Auflage: 1 (1. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3546003454
  • ISBN-13: 978-3546003452
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.062 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Willy Peter Reese
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Aus der Amazon.de-Redaktion

"Pause. Urlaub in der Heimat. Heimkehr, Heimkehr! Und es war doch nur ein Zwischenspiel. Der Krieg ging weiter. Ich wanderte wieder hinaus. Ich liebte das Leben."

Letzte Sätze, geschrieben während eines Fronturlaubs, bevor es zurück an die Ostfront ging. Willy Peter Reese, der heute über 80 Jahre alt wäre, starb im Alter von nur 23 Jahren. Am 22. Juni 1944, dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, trat die Rote Armee westlich von Moskau zum entscheidenden Angriff an. Unter Dauerbeschuss hielten die Deutschen die Stellung bis zum letzten Mann. Reese war einer von ihnen. Seine Leiche wurde nie gefunden. Umso bedeutender sind seine nun wieder entdeckten Aufzeichnungen, die präzise Selbstanalyse eines Menschen und seiner schrittweisen Verrohung.

"Ich breche unter dieser Schuld zusammen -- und saufe!", schreibt der feinnervige und hoch gebildete Reese im September 1943. Seine Einheit hat auf dem Rückzug vor der Roten Armee Fabriken gesprengt, Ernten vernichtet, Menschen versklavt. Reese, der sich als künftiger Dichter sah, muss miterleben, wie eine russische Gefangene zu Nackttänzen gezwungen wird. Der weit gehend apolitische Reese ist kein Widerständler, beileibe aber auch kein schweigender Mitläufer. Im Schreiben manifestieren sich Protest und Ungläubigkeit eines, der sich und sein Tun durchleuchtet und sich Tag für Tag fremder wird.

150 im Fronturlaub eng beschriebene Schreibmaschinenseiten, entstanden nach Bleistiftnotizen, die der künftige Schriftsteller Nacht für Nacht im Schützengraben anfertigte: Gerade Reeses eingeschränktes Gesichtsfeld legt die Fürchterlichkeit des Krieges in seinen scheußlichen Details erst offen. Ähnlich drastisch zeigte sich dies bereits in den anonymen Erinnerungen Eine Frau in Berlin aus den letzten Kriegstagen, dem zweiten wichtigen Buch dieses Jahres zu diesem Thema. Ein eindringlicher und literarisch ambitionierter Frontbericht. Sein Verfasser, ein unbekannter Soldat, wird dadurch für immer aus der Anonymität gerissen. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Stern-Journalist Stefan Schmitz präsentiert einen ungewöhnlichen Fund: Das Manuskript zu einem Buch, das 1941-44 an der Ostfront entstand. Ein Dokument des Grauens, geschrieben in den wenigen freien Zeiträumen außerhalb der Schützengräben und manchmal selbst dort. Vor allem aber eine erschütternde Anklage gegen den Krieg, die weit hinausreicht über den Kontext ihres Entstehens.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Verheerung der Seele" 2. März 2005
Von "wursty"
Format:Taschenbuch
So ganz kann ich die Reaktionen der anderen Rezensenten hiern nicht verstehen.

Reese schildert, wie er aus seinem geregelten Leben gerissen und in den Horror des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront gezogen wird. Reese beschreibt sehr detailliert, wenn auch ewtas blumig, da gebe ich den anderen Lesern Recht, wie er vom friedensliebenden Denker zum primitiven Abbild eines Menschen wird, nur darauf bedacht zu überleben.
Teilweise erscheint das Werk etwas lücken- oder sprunghaft, was daran liegt, dass Reeses Tagebuch als Vorlage für das Manuskript diente. Der Autor stellt hier die Erbarmungslosigkeit des Krieges dar und hält die inneren Veränderungen eines Menschen, der täglich dem Tod gegenüber steht, fest.

Für Leser, die interessante oder gar "spannende" Kriegsgeschichten erwarten, sicher ungeeignet. Für diejenigen, die sich für die Veränderungen im Seelenleben eines jungen Menschen während des Krieges interessiern empfehlenswert.

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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zutiefst berührt 6. Januar 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Nach vielen biographischen Darstellungen, die ich über den Russlandfeldzug gelesen habe, treffe ich endlich auf einen, der über eine reine militärisch-chronologische Erzählung hinausgeht. Willy Peter Reese schafft, was selten gelingt: seinen Leser in die Innenwelt eines Soldaten zu führen, seinen Leser mitzunehmen nach Russland, in das Lebensgefühl, das Russland einem Soldaten im zweiten Weltkrieg vermittelt, in die Gefühlswelt eines einsamen Soldaten und die Abgründe seiner Seele, die Reese vor seinem Leser offenbart. In ihr zu lesen, heisst in sich selbst zu lesen; erschrocken ist die eigene Seele dann über die Wahrheiten, deren sie fähig ist. Ich habe hier Einblick genommen in anscheinend unlogische Handlungsweisen eines Mannes, deren Paradoxalität sich Reese voll bewusst ist. Er ist ein hervorragender Literat, seine Sprache ragt weit über das hinaus, was ich in anderen Berichten kennenlernen konnte, und ist von unglaublicher Sensibilität und Feinheit. Angesichts des Schrecklichen, das der Krieg seinem Leben und seiner Seele antut, bricht hier in ihm auf, was dann, auch heute noch, als Gefühl beim Leser zurückbleibt.
Der Herausgeber dieses Buches hat gut daran getan, Reeses Bericht zu veröffentlichen. Doch weiss ich nicht, ob er mit seinem Kommentar einverstanden gewesen wäre. Ich denke, der Herausgeber hätte besser daran getan, Reeses Bericht zum Schluss nicht in den heutigen Streit "Wehrmacht als Mörder" einzubetten; ungeachtet dessen, ob diese These wahr ist oder nicht.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Endlich Antwort 31. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Fragen, die mein Leben begleitet haben: Wie verhielten sich deutsche Soldaten in Russland? Und wenn nur ansatzweise stimmte, was man hörte: Wie war es möglich, dass zivilisierte Menschen sich so verhielten? Jedenfalls wurden diese Fragen so oft gestellt, dass ich mich fast scheue, sie hier nochmals hinzuschreiben. Gab es Antworten? Die zurückkehrenden Soldaten fielen 1945 in Scweigen. Feldpost war verdächtig geschrieben zu sein, um Frau und Kinder zu beschwichtigen. Eine Antwort jedenfalls lag 60 Jahre auf Zetteln in einem Körbchen irgendwo im Keller: Der Text von Willy Peter Reese, 1941 20 Jahre alt, Berufsziel Schriftsteller, 3 Jahre Ostfront. Er schreibt schönes Deutsch und mit einem Kunstgriff gibt er seinem Text etwas Faszinierendes. An Reeses Glaubwürdigkeit zweifelt man keinen Augenblick, so schonungslos geht er mit sich selber ins Gericht. Er gibt uns eine Vorstellung davon, wie es war in Russland und wie der Krieg einen Bildungsbürger zurichtet. Volle 5 Punkte für dieses Buch.
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Die neuesten Kundenrezensionen
würde es nicht mehr kaufen
Ich habe zahlreiche Bücher über den II. WK, darunter viele Biographien, Autobiographien, Erlebnisberichte und Kriegsberichte.
Dieses Buch konnte mich nie fesseln. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Bruno Hafner veröffentlicht
Selbsverliebter "Poet"
Über die Geschichte kann ich nicht viel sagen, habe dieses Buch nach rd. 20 Seiten wieder weggelegt.
Zum erstemn mal seit rd. 5 Jahren mal wieder.
Ich lese rd. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Konni veröffentlicht
Zerrüttung der Seele
Die Kriegsgräuel und die Unmenschlichkeit des Krieges sind vielfach und zum Teil eindringlicher als in diesem Buch beschrieben worden. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Rombert veröffentlicht
Langweilig
Andere schreiben dieses Buch auf 20 Seiten, hier wird alles durch durch pseudo philosophisches Geschwafel auf Buchlänge gebracht. Nicht mein Ding.
Vor 13 Monaten von Bernd veröffentlicht
Weit über einen reinen Erlebnisbericht hinaus
Nach den vielen Erlebnisberichten, die sich zu vorderst um die Geschehnisse drehten, sticht dieses Buch durch die intensiven Beschreibungen der Abgründes des Krieges und die... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Bjoern Otto veröffentlicht
Kein Werk für Geschichtsinteressierte
Wer dieses Buch im Glauben gekauft hat, sich hiermit einen schönen detaillierten Zeutzeugenbericht ins Haus zu holen, der hat ganz einfach Lehrgeld gezahlt. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Onkel Doktor veröffentlicht
Mir selber seltsam fremd
Als Hospizhelfer ist es für mich wichtig, die Erfahrungen aus diesem Buch, für Begleitungen alter, sterbender
Menschen zu kennen, denn diese Generation von... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Robert Schröer veröffentlicht
... ein sehr gutes Buch ...
... weil es mir sehr viele Fragen beantwortet, die ich mir zu dem Thema II.Weltkrieg und insbesondere dem "Russland-Feldzug" gestellt hatte. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von T.N.T. veröffentlicht
Große deutsche Literatur für die Zeiten der Kriege in...
Wir sind ja nun wieder eine Nation, die Kriege - wenn auch in Anführungszeichen - führt. Im Klartext heißt dies, dass wir Soldatinnen und Soldaten in Situationen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. April 2010 von Nachtpfauenauge
Ein anderes Zeit-Dokument - ehrlich und erschreckend
Das Buch ist ausgezeichnet. Der Schrecken und die Grausamkeit des Krieges wird durch das Zeugnis des Autors deutlich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2010 von Stephan K.
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