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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erfrischend unspektakulär, beruhigend & dennoch inspirierend, 11. November 2003
Dieses Buch entspannt. Nicht weil einen die Schadenfreude über das Scheitern der im Buch erzählenden Personen fröhlich macht, sondern weil die von den Personen selbst wiedergegebenen Geschichten über das unternehmerische Scheitern (zumindestens bei mir) ein Deja-Vu hervorriefen. Das Wiedersehen mit Träumen die einen vielleicht schon sehr lange begleiten und die sich um die Verwirklichung von unternehmerischen Visonen/Gedankenspielen drehen.Es ist in meinen Augen eines der Bücher, die einem beruhigend mitteilen: Deine Situation ist keinesfalls einzigartig und das Scheitern Deiner Visionen auch nicht. Es hilft vielleicht die eigene Befähigung zum Unternehmer etwas objektiver zu beurteilen, wenn man sieht, wie und warum die im Buch vorkommenden Personen 'gescheitert' sind. Vielleicht gerade wegen der nicht vorhandenen Verklärung des 'Unternehmerischen' wirkt das Buch deshalb inspirierend.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lesen und anfangen zu leben!, 17. November 2003
Nach seinem doch etwas sperrigem Roman "Effekt" sampelt Ingo Niermann nun O-Töne aus dem Berlin des vergangenen Jahrzehnts: Leute, die etwas gemacht haben, damit mehr oder weniger Schiffbruch erlitten haben - und sich anschließend meist sehr respektabel den Sand aus den Anzügen geschüttelt haben und weitergegangen sind. Die von den Interviewten erzählten Biographien und Erlebnisse scheinen teilweise filmreif. Man fragt sich: Ist das wirklich passiert? Ist es wohl, schliesslich lasen auf der Vorstellung in der Berliner Volskbühne echte Menschen aus ihren eigenen Gesprächsprotokollen und liessen sich anschliessend auch plausibel befragen. "Minusvisionen" ist weniger ein Buch über das Scheitern, sondern über das Tun. Den Satz "Es kommt nicht darauf an, dass man keine Fehler macht, sondern dass man aus ihnen lernt" hat man tausend Mal gehört. Die Lektüre des Buches erleichtert es, ihn tatsächlich zu verinnerlichen. Lauter Stehaufmännchen, die zwar z.T. ganz gewaltig auf die Nase gefallen sind, aber inzwischen wieder Dinge tun, die ganz passabel funktionieren. "Minusvisionen" ist dabei weit davon entfernt New Economy-bashing zu betreiben und genauso weit davon entfernt, die Kultur des schnellen Geldes zur Jahrtausendwende zu glorifizieren. Es stehen Künstler neben Internet-Unternehmern, und ein ungemein gewitzter Anlagebetrüger ist auch dabei. Dabei ist auch Norbert "Sebastian" Bleisch, der als Pornoproduzent mit sehr jungen Männern Anfang der 90er in Schwerin vom preisgekrönten Schriftsteller aus Versehen zum Weltstar im Porno-Business wurde und weniger für sich, als für den Verlag Millionen verdiente. Bleisch arbeitet inzwischen an seinem literarisch-dokumentarischem Opus Magnum über Friedrich den Großen. Wer nach einer aktuellen Bestandsaufnahme der Befindlichkeit in Deutschlands Schmelztiegeln sucht, dem haben Niermann und seine Protokolle einiges zu erzählen. Statt sich von Florian Illies in fluffigem Feuilleton-Ton erzählen zu lassen, wer man denn mit seiner Generation sei, scheint es gescheiter, direkt aus dem Munde anderer über ihr Sein und Tun zu lesen - und sich selbst eigenständig dazu zu verhalten. Echte blaue Augen, ein wenig Blut, überraschend gut lesbare Sprache und nicht die hundertste Erzählung über das Herumsitzen in Cafés und selbstreferentiellen Medien-Tratsch. Danke an die Pop-Fraktion, das war wichtig. Jetzt aber bitte das wirkliche Leben. Fangt an damit und lest das Buch!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unternehmergeschichten als Lebensphilosophie?, 13. November 2003
Versuche, Deine Träume zu verwirklich. Das ist es, was dieses Buch aussagt. Es geht nicht nur um das Scheitern als Unternehmer. Die Lebensgeschichten dieser Unternehmer zeigen, dass wir es in Gattung Unternehmer durchaus mit Menschen zu tun haben. Keiner der Unternehmer ist menschlich gescheitert. Ich war in der Lesung zum Start des Buches in der Berliner Volksbühne und war begeistert. Einige Unternehmer aus dem Buch lasen ihre Geschichten. Durch die Protokollform (der Autor hat die Erzählungen der Unternehmer wortwörtlich abgetippt) entstand bei der Lesung der Eindruck, die Leute würden mit mir am Tisch sitzen und einfach was von sich erzählen. Dieser Eindruck verstärkte sich, als ich das Buch zu Ende las. Die Geschichten sind spannend und jede für sich ungewöhnlich. Die Protokollform ist tatsächlich herzlich erfrischend. Trotz komplett unterschiedlicher Unternehmenszweige verbindet sie etwas. Ein Traum.
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