Wer wenig bis nichts über diese Stadt in Weißrußland und ihre blutige Geschichte über Jahrhunderte und vielleicht nicht viel mehr über das schon lange untergegangene Großfürstentum Litauen weiss, möglicherweise schon mal etwas über die besondere Rolle Deutschlands im 2.Weltkrieg in dieser Stadt gehört hat und sich für den Ost-Westkonflikt des vergangenen Jahrhunderts und die weniger ruhmreiche Geschichte "Soffjett-Rußlands" (um mal ein Kanzlerwort zu bemühen) in dieser Zeit interessiert, wer vielleicht schon mal etwas von Thomas Morus' "Utopia", Tommaso Campanellas "Sonnenstaat" oder Francis Bacons "Neuatlantis" gelesen hat, wer darüberhinaus in der Lage ist, sich in eine andere Welt, gegen die jedes Hollywoodkino mit sämtlichen technischen Tricks mit oder ohne 3-D verblassen muss, versetzen zu lassen und darin umherzuspazieren als wäre es real, für den ist dieses Büchlein ein Muss!
Es ist eigentlich ein Stadtführer, die Strassen und Plätze mit den potemkinschen Palästen werden in Kontext der Geschichte des Landes, aber auch des 45-jährigen Autors, der übrigens Architekt ist, beschrieben.
Die zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen überblättert man zunächst, so bildhaft und teilweise schrecklich-schön und manchmal poetisch ist die Sprache, daß man sich aus seiner Phantasie nicht herausreissen lassen möchte!
Man wünscht sich, auf den Spuren dieses Buches mit einem kundigen Führer, natürlich am liebsten dem Autor selbst, an einem milden Sonnentag durch Minsk zu streifen.
Ich habe es jedenfalls fest vor!