"Minor Words & Major Thoughts" ist endlich da und verblüfft Zuhörer mit einer sehr abwechslungsreichen Auswahl an Songs, die sich stilistisch zwischen Pop und Rock bewegen. Das Erscheinen dieses ersten Albums ist für jede Band ein besonderes Ereignis und eine Leistung. Bei der Band aVid* muss man allerdings zusätzlich anerkennen, welchen Prozess sie in der Zeit zwischen Gründung der Band und dem Release des Albums gemacht haben.
Nach über fünf Jahren Bandbestehen erschien nun also am Freitag, dem 24. September 2010 das von vielen Fans lang ersehnte Debüt-Album der Band aVid*, das den Namen "Minor Words & Major Thoughts" trägt. Die Platte ist dabei nur das Ergebnis eines langen Weges der musikalischen Entwicklung. Seinen Anfang nahm die Geschichte 2005, als die Band gegründet wurde und noch aus einigen Mitgliedern mehr bestand. Die Stilrichtung, die die Musiker fortan einschlagen würden, stand jedoch früh fest: popaddicted rockmusic! Und dass popaddicted rockmusic ankommt, zeigte die Band bereits im ersten Jahr ihrer Existenz, als sie durch den John Lennon Talent Award eine Förderung zugesprochen bekamen. Im Jahr 2006 wurde dann viel Live-Erfahrung gesammelt, sodass alles vorbereitet war, um 2007 mehr als nur einen Erfolg zu verbuchen. Der Publikumspreis des John Lennon Talent Awards war nur ein Erfolg. Bedeutender sollte wohl vor allem für die Zukunft die Teilnahme an der Coca Cola Soundwave Discovery Tour sein, bei der die Band sowohl den Live-Entscheid gewann (was unter anderem Auftritte bei Rock am Ring und Rock'n'Coke in Istanbul zur Folge hatte) und am Ende sogar zum Sieger der Tour 2007 gekührt wurde. Bei einem Voting zur besten Single der Tour gewann aVid* mit einer absoluten Mehrheit. 2008 waren sie damit Headliner der Soundwave und spielten unter anderem bei Rock am Ring, Area4, Hurricane und dem Highfield. Auch 2009 stand im Zeichen der Festivals. Aber auch das Ziel des ersten Albums wurde nun stärker ins Auge gefasst. Unter anderem wurde ein Titel des Albums mit dem Amerikaner Clif Magness (u.a. Kelly Clarcson und Avrl Lavigne) produziert, der extra anreiste, um mit der Band zu arbeiten, in der er viel Potenzial sah (und sieht). Ende des Jahres fand dann eine Vorproduktion statt, ehe es 2010 dann endlich in die heiße Phase ging. Das erste Album wurde mit Fabio Trentini produziert.
Und es ist gut geworden, wie man bisherigen Meinungen entnehmen kann. Überraschend ist das nicht. aVid* hat in den vergangenen Jahren viel an Erfahrung gewinnen können und konnte durch Live-Auftritte sowohl musikalisch zulegen, als auch lernen, was dem Publikum gefällt. Das Album ist als Chronik des bisherigen Weges zu sehen und daher sollten die vier Musiker zu Recht stolz auf diese Produktion sein. "Minor Words & Major Thoughts" präsentiert sich als großartige CD, die bereits beim ersten Hören süchtig macht. Positiv anzumerken ist vor allem, dass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte (wenn man nicht gerade Wacken als einziges Festival in seinem Kalender angestrichen hat). Die ruhige Ballade "I've Seen All The Lights" erfreut sich als sehr ruhiger Titel auf dem Klavier größter Beliebtheit, während der Rock-Song "Breathing In" bereits als erste Single-Auskopplung des Albums der ein oder anderen Person als offizieller Song zum ZDF-Trailer zur Leichtathletik-EM bekannt sein dürfte. Weiterhin findet sich auch der Siegertitel der Soundwave "Falling" auf der Scheibe, sowie der mit Clif Magness produzierte Song "Here I Am". Insgesamt bietet das Album ganze zwölf abwechslungsreiche Titel. Mal schnel, mal langsam, jedoch immer gefühlvoll und manchmal melancholisch. Hier profitiert die Band neben einem genialen Gitarristen, einem Bassisten, der auf der Bühne eins mit seinem Instrument wird und einem Schlagzeuger, der einfach Groove hat (und Cola mag!), von der wirklich außergewöhnlichen Stimme des Frontsängers, die absolut authentisch wirkt und Wiedererkennungswert hat.
Viele musikalische Einflüsse fügen sich zu einem makellosen Gesamtpaket zusammen, das nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch Ersthörer begeistert. Dass sich aVid* mit der Produktion ihres ersten Albums viel Mühe gegeben hat, bemerkt man bereits an der Auswahl der Titel und der hohen musikalischen Qualität. Das Lange warten hat sich gelohnt. Bis Freitag, dem 1. Oktober 2010 zählt jede verkaufte CD. Dann wird sich zeigen, ob die Menschen die harte Arbeit der Band zu schätzen wissen und sie honorieren. Sicher ist, dass die Band es verdient hätte.
P.S.
Einziger Wermutstropfen: der Interpret hat auf der CD leider eine falsche Schreibweise abbekommen und es fehlt das Sternchen, das ebenso zur Band gehört, wie die Flasche Cola Light zum Drummer!