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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das wir uns richtig verstehen ...,
Von Martin Lorenz "martin.k-lorenz" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Minor Love (Audio CD)
... richtig schlecht war dieser Adam Green eigentlich nie. Er ging einem nur mit der Zeit mächtig auf den Keks mit seiner bis zur Langeweile kultivierten spleenigen Attitüde, seiner ach so lustigen analoralen Spaßlyrik, seiner hartnäckigen Omnipräsenz, mit der er alle Konzertbühnen des Landes im Jahr mindestens dreimal bespielte, bis ihn auch der letzte eingeschworene Fan einfach über hatte. Auch musikalisch tat sich nach "Gemstones" nicht mehr so richtig viel, glattgebügelte Liedchen oft genug als selbstreferentielle Abziehbilder, alles bekannt, alles schon gehört - "Jacket Full Of Danger" und "Sixes & Sevens" gerieten so zum spannungsarmen Gähnen auf zugegeben angehobenem Niveau. Vorsicht war also geboten für "Minor Love", denn der Wind im Blätterwald machte einen schon gehörig mißtrauisch: Green sei jetzt Lou Reed, hieß es, die neue Platte natürlich seine beste, reifste ever. "Breaking Locks" zu Beginn klingt dann tatsächlich ein wenig nach dem schrulligen Altmeister und bekommt so eine recht angenehme Schattierung. Passend zum neuen Kurzhaarschnitt sind auch die folgenden Songs auf ein sympathisches Dreiminutenmaß gestutzt und beim Instrumentarium wurde durchweg deutlich abgerüstet. So bleiben in der Regel das noch immer angenehm dunkle Timbre des Gesangs und wahlweise Gitarre, Klavier und dezentes Schlagwerk die Fixpunkte der vierzehn Stücke. Die Reduktion hat den Liedern ganz sicher nicht geschadet, läßt sie doch Greens durchaus beachtliches Talent unbeschadet zur Geltung kommen - "Buddy Bradley" und "Bathing Birds" erscheinen als erste - gleichwohl subjektive - Höhepunkte. Die Single "What Makes Him Act So Bad", ohne Zweifel der Grund für das Gazettengeraune, packt dann eine Menge von Warhols Velvet-Sound in knappe zweieinhalb Minuten, was durchaus gut gelingt. Auch danach wird fleißig gecroont, aber eben im gebremsten Stil der früheren Platten - das sind dann die Momente, in denen der eingebildete Lou Reed wieder zum angedeuteten Jim Morrison hinüberwechselt, wo "Cigarettes Burns Forever" zu einer charmant leichtgewichtigen Variation von "Riders In The Storm" mutiert. Bei "Oh Sucks" geht's dann noch mal ganz weit zurück zu den Lieblingen der New Yorker Kunst- und Antifolk-Szene, den Moldy Peaches, deren Reunion ja schon seit Monaten von den einschlägigen Medien herbeigebetet und -geschrieben wird. Man fragt sich allerdings, wofür um alles in der Welt solch eine Familienzusammenführung gut sein soll. Adam Green ist mit dieser neuen Platte selbst Manns genug, es auch weiterhin allein zu versuchen, er hat noch den Swing ("Lockout"), er hat sehr wohl noch das Genie eines überdurchschnittlichen Songwriters und es bleibt zu hoffen, dass ihm seine A&R-Abteilung auch den brauchbaren Tip gibt, sich für einen guten Ruf ein wenig rarer zu machen. Mit dieser Platte jedenfalls hat er sich ein wenig zurück in die Herzen derer gespielt, die ihn schon geraume Zeit aus dem Blick verloren hatten.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sechstes Album von Adam Green,
Von Nane Kendel (Braunschweig) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Minor Love (Audio CD)
Adam Green hat für sechs Alben nicht sehr lange gebraucht."Garfield" als LoFi-Platte, die noch nah an den Moldy Peaches dran war, "Friends of mine" als Singer-Songwriter+Strings-Platte, die einige zeitlose Ohrwürmer enthielt, "Gemstones" als kommerzieller Höhepunkt, "Jacket full of danger" als äußerst gelungener Mix aus den vorigen beiden Alben, "Sixes and Sevens" als experimentelle Folk-Pop-Platte, die zwar Highlights aber auch sehr gewöhnungsbedürftiges Material enthielt. Mit "Minor Love" haben wir ein back-to-the-roots-Album in den Händen, das wie eine ausgereiftere Version von "Garfield" rüberkommt. Nie waren die Arrangements so einfach. Die Songs waren ja schon immer einfach, textlich aber auf hohem Niveau. So ist es auch diesmal. Unterhaltsam ist die CD in jedem Fall, auch wenn keine Streicher dabei sind, ab und zu Adams Bruder auf der Klarinette quäkt und sich Adams Stimme wieder von Sinatra entfernt und eher in Richtung Dylan geht. Wer "Gemstones" und "Jacket full of danger" mochte, wird sich mit "Minor Love" vielleicht schwer tun. Wer kreative Singer-Songwriter-Musik hören möchte, sollte umgehend zugreifen. Allerdings wirklich lieber auf CD, denn das Vinyl ist nicht nur äußerst dünn, sondern leiert auch noch auf der B-Seite, wenn ich da nicht gerade das Pech einer misslungenen Pressung hatte... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Naja, näher an Garfield,
Von
Rezension bezieht sich auf: Minor Love (Audio CD)
als seine LPs seit Friends of mine aber irgendwie glaubt man er kann sich nicht entscheiden. Möchte er doch dieser maßlos überschätzte Jung-Crooner sein, mit, man kann es ruhig zugeben, dem einen oder anderem genialen Texteinfall sowie den fast schon perfekten Melodiebögen bzw Zitaten, oder aber dieser Anti-Folk-Nerd der er ja mal war. Auf dieser LP ist erstmals möchte ich sagen, beides enthalten. Nur, hm, es ist eine von vielen Platten, das Songwriting ist zwar um einiges besser als bei Jacket Full of Danger, bei weitem aber nicht so tiefgehend wie bei Friends of mine oder so eingänglich wie auf Gemstones. Es scheint so, als habe sich Adam Green zu einem Lieferanten von guten, aber nicht mehr sehr guten (von genialen ganz schweigen) Platten entwickelt. Der Sound passt, die Arrangements sind toll (auf dieser LP auch manchmal eigenwillig, das soll geschätzt werden) die Songs ok. Punkt. Und das wars dann auch schon wieder. Klar, man kann sich nicht immer neu erfinden und einmal hat ers ja schon getan, aber nach Sixes & Sevens, die Gott sei Dank wieder etwas besser als Jacket full of danger war, hätte ich mir zumindest etwas mehr erwartet, der Schritt in Richtung Anti hätte größer ausfallen können, somit wäre die Abgrenzung zum letzten Abschnitt (Friends /Gemstones/Jacket/Sixes) wahrnehmbarer gewesen. Empfehlenswerter als diese Platte ist sicherlich ein Konzertbesuch von Adam Green, und nachhaltiger bestimmt auch.
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