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Minik - An den Quellen der Nacht
 
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Minik - An den Quellen der Nacht [Gebundene Ausgabe]

Ralf Isau
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 540 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag (1. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522178734
  • ISBN-13: 978-3522178730
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 578.925 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ralf Isau
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Polareskimo in New York: 1897 bringt der Nordpolentdecker Robert E. Peary den sechsjährigen Minik als lebendes Forschungsobjekt nach New York. Damit beginnt ein leben zwischen den Welten, denn Minik ist fortan nirgendwo mehr zu Hause: In der USA ist er der exotisch aussehende Angehörige eines "primitiven" Volkes, in Grönland gilt Minik als amerikanisiert. Ralf Isaus fesselnder Roman erzählt von der verzweifelten Suche eines Menschen nach Glück und von den bisweilen fragwürdigen Methoden der Wissenschaft. Für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen lesenswert! Eine wahre Lebensgeschichte, die unter die Haut geht.

Über den Autor

Ralf Isau, geboren 1956 in Berlin, arbeitete lange als Informatiker. In seinen Büchern entwirft der mehrfach preisgekrönte Autor detailreiche Welten und gilt als großer Erzähler phantastischer Literatur. Seine Romane werden in 14 Sprachen übersetzt.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hang zum Dramatischen 19. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Mit Minik - An den Quellen der Nacht" hat Ralf Isau erstmals völlig der Fantasie den Rücken gekehrt. Bekannt durch seine Kombination von Fantasie und realen, meist geschichtlichen, Begebenheiten, schreibt Ralf Isau diesmal gänzlich geschichtlich. Angelehnt an die Biographie über Minik von Kenn Harper fasst Ralf Isau die Gesichte des Inuit Minik in seine ganz eigenen Worte und nimmt sich dabei heraus, Lücken, die sich bei einer Biographie meistens ergeben, mit eigenen Ideen zu füllen, auf die er aber auch im Nachwort hinweist.
Liest man das Buch, fallen einem die Lückefüller aber gar nicht weiter auf, denn sie sind stilecht und realistisch und passen sich gut in das Gesamtbild des Buches ein.
Das Buch selber hat einen Hang zum Dramatischen, da Minik vor allem ein Medienkind war und sowohl Zeitungsartikel wie auch Personen im Rampenlicht gerne zu Übertreibungen neigen. So erinnert das Buch an manchen Stellen eher an ein inszeniertes Drama. Dennoch bleiben Tatsachen Tatsachen, und Ralf Isau erzählt nicht gerade unkritisch über die Forschung jener Zeit aus der Sicht von Minik. Vor allem macht er in seinem Nachwort deutlich, dass der Preis, damals wie auch heute, für die Forschung teilweise zu hoch ist und oft zu Lasten anderer fällt - und dass eben nicht alles golden ist was glänzt.

Um sich in der eisigen Welt Grönlands nicht zu verirren, findet der Leser am Anfang und am Ende des Buches eine Karte von Miniks zwei Welten, wobei auf den Teil der nördlichen Welt noch mal detaillierter eingegangen wird.
Auf jeden Fall ein interessantes Buch, auch wenn es durch die Dramatisierung teilweise übertrieben wirkt, aber es steht für eine wahre Begebenheit und ist leider nur ein Beispiel für viele Inuit von damals beziehungsweise für Eingeborene auf der ganzen Welt, damals wie heute.
Geschichtsliebhaber werden hier sicherlich eine gut erzählte Version von Miniks Biographie finden, den anderen mag es eine interessante Gesichte über das Land des Eises sein. Auf jeden Fall wagt sich Ralf Isau auch hier wieder an ein eher brisantes Thema heran, denn wie weit darf man im Namen der Forschung gehen?
Und auch alten Ralf Isau-Fans sei versichert, er ist sich treu geblieben, denn selbst hier konnte der Autor es nicht unterlassen einen kleinen Verweis auf eins seiner früheren Werke zu verstecken.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bianca Wenzel TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nordwestgrönland, 1897. Der amerikanische Forscher Robert Edwin Peary will als erster Mensch den Nordpol erkunden und braucht dafür die Unterstützung der Inuit, der Einwohner Grönlands. Mit für die Inuit wichtigen Dingen schafft er langsam Vertrauen und kehrt nach einiger Zeit mit zahlreichen Schätzen, Eisbärfellen und sechs Inuit nach New York zurück und wird dort bejubelt. Er überlässt die Eskimos, wie sie damals noch genannt wurden, dem Naturkundemuseum, wo sie für 25 Cent angeschaut, angefasst und gefüttert werden können. Untergebracht sind sie im Keller des Museums, in einer Kammer, die menschenunwürdig ist. Es kommt, wie es kommen muss ' die Inuit erkranken allesamt an einer schweren Lungenentzündung, die bei Qisuk zur Tuberkulose führt, woran Miniks Vater schließlich stirbt. Minik ist der jüngste der Inuit und durfte seinen Vater, nach dem Tod der Mutter vor einem Jahr, begleiten, um nicht allein zurückzubleiben. Minik wird wieder gesund und muss mit ansehen, wie sein Vater im Garten des Museums begraben wird.

'Du musst dich irren, Minik', widersprach Schlesinger. Dein Vater wurde im Garten des Museums beigesetzt. Du warst doch selbst dabei und hast es mit eigenen Augen...' 'Ich weiß, was ich gesehen habe, aber offenbar hat man ihn später wieder ausgegraben', fiel Minik ihm ins Wort. Seine Stimme bebte vor Zorn. Er deutete abermals mit dem Finger auf die Vitrine und sagte: 'Sehen Sie die Verletzung da, am Knochen seines linken Unterarms? Daran erkenne ich ihn. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als er beim Verladen des Meteoriten verletzt wurde. Danach hat Leutnant Peary meinen Vater und die anderen überredet, ihn nach New York zu begleiten. Ich verfluche diesen Tag und ich verfluche Peary, diesen Stiefelputzer des Teufels. Mein Volk nennt ihn zu Recht `den großen Peiniger'. Er hat mich von meinen Spielkameraden fortgerissen und für einen Stein, der vom Himmel fiel, das Leben von sechs Menschen zerstört.'

New York, 1906. Minik ist auf dem Weg ins Naturkundemuseum, er hat von den Inuitskeletten gelesen, die dort zu bestaunen sind. Er will sich davon überzeugen, dass es nicht sein Vater ist, der dort ausgestellt ist. Kann es doch auch eigentlich gar nicht sein, da er damals selbst dem Begräbnis beigewohnt hat. Im Museum angekommen, kämpft er sich zu den Exponaten durch, erblickt die Skelette, entdeckt die unverwechselbare Verletzung am Arm des Vaters, erstarrt und übergibt sich noch im Museum. Vor ihm steht das Skelett von Qisuk, dem Walrossfänger aus Itelleq, Miniks Vater.
Er muss feststellen, dass man ihn Jahre lang belogen und betrogen hat und sich letztendlich niemand wirklich für ihn zuständig fühlte. Minik ist zutiefst verletzt und fordert sein Recht ein. Nach und nach entdeckt er, wie viele Menschen ihn wirklich im Stich gelassen haben und dies auch immer noch tun, er wird behandelt wie eine alte abgewetzte Puppe, mit der niemand mehr spielen mag, bis der dänische Konsul auf Miniks Schicksal aufmerksam wird. Dänemark will den Jungen unter seine Fittiche nehmen, doch werden auch sie ihr Versprechen brechen oder kann Minik zurückkehren nach Grönland, in seine Heimat und wie wird er sich dort fühlen? Minik kämpft für seinen Traum und gibt nicht auf...

'Schiffe wie die Hope waren ein vertrauter und durchaus willkommener Anblick für die Inuit von Avanersuaq, dem 'Platz im entlegensten Norden' von Westgrönland. 'In ihrer Heimat gibt es das ganze Jahr Licht', hatte Qisuk einmal seinem Sohn erklärt. 'Deshalb kommen diese rastlosen Leute zu uns und schöpfen aus den Quellen der Nacht.' Mit dieser poetischen Umschreibung pflegte er das angestammte Gebiet der Inuit zu umschreiben, weil hier zwischen Herbst und Frühjahr vier Monate lang Dunkelheit herrschte. Auf den Mann, dessen feste, Ehrfurcht gebietende Stimme sich da gerade mit ihrem 'Da bin ich!' Gehör verschafft hatte, traf Qisuks Feststellung zweifellos zu ' zwei der vier letzten Winter hatte er bei den Inuit verbracht.'

Mit 'Minik ' An den Quellen der Nacht' hat Ralf Isau erstmals das fantastische Genre verlassen und sich einem historisch-biografischen Roman gewidmet. Farben- und detailreich schildert er die Geschichte des kleinen Inuitjungen Minik, der 1897 mit seinem Vater nach New York ging und dort eine Welt erlebte, die zwar temperaturtechnisch nicht so kalt wie seine Heimat war, gefühlsmäßig aber noch kälter ist. Minik wird ein Opfer der Forschungsgier, die Isau hier sehr kritisch betrachtet und immer wieder die Frage aufwirft, wie weit Forschung wirklich gehen darf und sollte. Da es einige Literatur über die ungeheuerliche Geschichte des Inuitjungen gibt, lehnt sich der Autor stark daran, füllt einige biografische Lücken mit eigenen Ideen, die er im ausführlichen Nachwort jedoch erklärt. Isau zeichnet hier das Bild des Jungen, der aus dem Eis nach New York kam und dort zum Spielball diverser Interessen wurde und er tut dies sehr gefühlvoll, spannend. Minik wird von Isau mutig, liebevoll, herzlich, aber auch traurig, verzweifelt und enttäuscht dargestellt, was der Leser auf jeder Seite spüren kann. Die Sprache ist der damaligen Zeit angepasst, ohne altmodisch zu wirken. Der Autor bindet in diese Geschichte viele Informationen über das Leben der Inuit ein, ohne oberlehrerhaft zu wirken und zeichnet so ein faszinierendes und interessantes Bild dieser Menschen. Ein Buch für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. 'Minik ' An den Quellen der Nacht' hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack von Forschungsgier und stimmt nachdenklich, wie hoch der Preis von Forschung wirklich sein darf. Es ist eine Geschichte, die fasziniert, in ihren Bann zieht und die man lange nicht vergessen wird. So darf Ralf Isau gern öfters sein angestammtes Genre verlassen, wenn solch ein schöner, spannender und interessanter Roman dabei herauskommt!

Ganz nebenbei ist das Buch noch mit einem Lesebändchen ausgestattet, bietet eine Karte Grönlands, damit der Leser auch weiß, woher Minik stammt und ein sehr ausführliches Nachwort erläutert die Begrifflichkeiten Inuit/Eskimo, was ist wahr und was erfunden und beleuchtet Licht und Schatten der Wissenschaft.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sabrina
Format:Gebundene Ausgabe
Minik ist ein Inuit, ein Eskimo, der mit seiner Familie 1897 zwecks eines Forschungsprojekts nach New York geholt wird.
Schon am Hafen wird er wie eine Sensation behandelt und nicht wie ein Mensch, alles ist ihm fremd, die Welt, wie wir sie kennen, ist ihm gänzlich unbekannt, doch die Mitarbeiter des Naturkundemuseums behandeln ihn gut. Niemand kann verstehen wieso die "Eskimos" plötzlich krank werden und in der New York nicht überleben können. Als einziger Überlebender dieses Forschungsexperiments kehrt Minik schließlich nach Jahren zurück in seine alte Heimat, doch dort ist er nicht mehr willkommen. Die Inuit erknnen ihn nicht mehr als einen von ihnen an, doch auch New York kann er nicht seine Heimat nennen, denn dort wird er immer der "exotische" Fremde bleiben.
Der Roman basiert auf einer wahren Geschichte und überzeugt durch einen wunderbaren Schreibstil von Herrn Isau. Besonders schön ist die Sicht von Minik, die beim Lesen ebenfalls dazu führt, seine eigene Welt mit anderen Augen zu sehen. Alles was wir als so selbstverständlich hinnehmen wird hier von einer anderen Seite belichtet. Wunderbar! :-)
Eine Story, die unter die Haut geht und Freude auf noch mehr Romane von Ralf Isau macht.
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