'Mines' beginnt verhalten, fast schüchtern. Man könnte meinen, hier ein weiteres Album der Gorillaz oder Blur in den Händen zu halten; der Gesang erinnert mitunter an Damon Albarn. Bereits mit Song Nummer 2 verschwindet dieser Eindruck allerdings wieder, hier wird gerockt, geknarzt, gegniedelt, geartrockt. Fast so fett, wie es die Großbuchstaben des Songtitels 'TAOS' vermuten lassen. Bereits in dieser frühen Phase der Platte wird deutlich, was Menomena auf ihrem neuen Werk ausmacht. Der unbedingte Wille zum Loslassen. Die Songs brechen immer wieder auseinander, werden von der Band nur schwer zusammengehalten. Das erwähnte 'TAOS' mag hier als Referenz herhalten. Ab Minute zwei fällt hier eigentlich alles auseinander, das Schlagzeug verweigert den Dienst, die Gitarren verstummen, vorher ungehörte Bläser verschaffen sich Platz; einzig die Gesangslinie schafft es, ein wenig Kontinuität zu wahren.
So geht es munter weiter. 'Killemall' besitzt zwar eine klare Struktur mit einem tollem Bass-Fundament und einer wundervollen Gesangslinie, aber auch hier bricht der Song immer wieder unvermittelt ab, Orgeln tauchen wie aus dem Nichts auf, stoppen ab, nehmen Fahrt auf'.. schließlich macht der Song da weiter, wo er aufgehört hat.
Spätestens jetzt sollte ich aber jegliche Befürchtungen vom Tisch wischen. Das klingt bisher wenig begeistert, ist voller negativer Assoziationen und lässt Böses ahnen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Spätestens mit dem folgenden 'Dirty Cartoons', einem der einfachsten Songs des Albums, haben euch Menomena am Haken ' da bin ich mir sicher.
Und mit 'Tithe' ist einer meiner absoluten Lieblingssongs des Jahres enthalten.
Highlights: 'Tithe', 'Dirty Cartoons'