Drei Jahre nach dem Durchbruch "Friend and Foe" ist das Frickel-Indie-Trio Menomena wieder da, und zwar mit "Mines": tückisch, explosiv und knifflig zu entschärfen. Wenn Menomena, das Trio aus Portland, Oregon, auf der Bühne spielen, dann ist das immer nur so ein zufälliges Bild, wer da gerade welches Instrument in den Fingern hat, wer da mit welcher Stimme oder mit welchem Gerät diesen Bombast produziert oder zum Verschwinden bringt. Nächster Song, nächstes Setting. Aber der Bombast kommt wieder, amerikanisch, von Math- und Progrock-Strukturen informiert, immer knapp an der Grenze zur Musikermusik. Weil, so funktioniert der Apparat Menomena eigentlich: mit drei beobachtenden Maschinen. Sich gegenseitig beobachtend. Jetzt zum Datenmaterial, das mit dem neuen, starken Album "Mines" vorliegt, und wo man im Gegensatz zur Liveshow in etwa sagen kann, wer was gemacht hat: Danny Seim ackert am Schlagzeug, immer etwas übersteuert. Justin Harris ersetzt das, was bei den seelenverwandten Flaming Lips als Gitarrenriffs durch die Songs sägt, mit seinem Baritonsaxophon. Und selten bekommt man im Indie-Kontext das Gefühl, dass so ein gefährlich prätentiöses Instrument genau da hingehört. Brent Knopf spielt diese ständigen Piano-Hooklines mit Hall, das macht er nicht unbedingt originell, aber das gehört halt auch zu diesem Bombast. "Bote" hat die Slidegitarre, die sich Beck nicht mehr traut. "Intil" zeigt, wie Peter Gabriel sein jüngstes Klavieralbum "Scratch My Back" schmalzlos hätte absolvieren können. Nicht nur der könnte sich die Frage aus der düsteren Nummer "Killemall" stellen: "Have you met your ghost? / He says things that you won't".