Ein trauriges Buch, dokumentiert es doch Max Goldts Abschied aus der Welt der Kolumnisten und somit das Ende der wahrsten essayistischen Artikel der deutschen Presselandschaft. Was bleibt, ist "Mind-Boggling - Evening Post", in dem die letzten dreizehn Titanictexte versammelt sind, geistreich, wortgewandt und wie immer zum Totlachen und sich selbst ertappt fühlen. So ganz scheint der Schriftsteller Max Goldt uns Abhängigen allerdings nicht verlorenzugehen: Außer den besagten Kolumnen gibt es noch eine ganze Menge zu entdecken in diesem wervollen orangefarbenen Bändchen, den Beweis nämlich, daß Max Goldt noch viel mehr kann, als täglichen Daseinskram zu reflektieren. Neben imaginären Interviews, in denen interessierte Leser unter anderen Tiefseeplüschtierpflegeexpertinnen kennenlernen können, finden sie zum Beispiel ein postmodernes Gedicht über die Beatles und andere Raritäten. Am allerbesten gelungen ist wohl das Porträt eines vergessenen Inselstaates im Atlantik: Phantasievoller kann keiner die europäische Geographie durcheinanderbringen... "Mind-Boggling - Evening Post" hat leider viel zu wenige Seiten und gehört nicht zu jener Sorte Buch, die man für längere Zeit aus der Hand legen kann. Nach dem Lesen hat man zudem das Gefühl, man müsse seiner besten Freundin oder seinem besten Freund etwas daraus "vortragen", ein Vorhaben aus dem sich ein wirklich lustiger Abend entwickeln kann. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)