Dieses Buch von John Naisbitt ist keine grosse Sammlung neuer Zukunftsprognosen, vielmehr gibt Naisbitt darin interessante Einblicke, wie er zu seinen Prognosen gekommen ist oder wie ueberhaupt Innovatoren nicht voellig neue Elemente der Zukunft erfinden oder hervorbringen, sondern im wesentlich nur 'sehen', was andere nicht sehen, was aber schon hier und jetzt DA ist.
Als Rahmen dieser Methode erklaert Naisbitt eine Auswahl von Mindsets, Denkmustern, die er auf jeweils unterschiedliche Situationen anwendet um daraus Verallgemeinerungen fuer moegliche zukuenftige Entwicklungen abzuleiten.
Er erklaert diese Denkmuster sehr ausfuehrlich anhand eigener Anwendungen aber auch anhand von bedeutenden "Zukunftsveraenderungen" und Zukunftsgestaltern. Dabei ist der Leser aber aufgefordert, diese Denkmuster bei sich selbst zu hinterfragen und wohl auch zu selektieren und zu variieren.
Naisbit zeigt aber auch anhand einiger moeglicher Szenarien, wie die Zukunftsentwicklung der USA, Europas, Indiens und Chinas unter Anwendung dieser Denkmuster verlaufen koennten. Interessant (wenn auch fuer Politikwissenschaftler gar nicht so neu) erscheint mir seine Schlussfolgerung der abnehmenden Bedeutung von Nationalstaaten in der Witschaft. Hier scheint ihm die Entwicklung der Zukunft zu so genannten Domains zu tendieren, wo es auch mehr Sinn haben wird die Wirtschaftsleistung einer gloabalen Domain anstelle der von Nationalstaaten zu messen um daraus Schluesse zu ziehen.
Insgesamt ein auesserst interessantes Buch, wennauch nicht voller neuer Zukunftprognosen aber mit vielen Einblicken in das Entstehen seiner Prognosen. Und dass wir im Moment eher in einer Zeit der schrittweisen Verbesserungen all der Dinge leben, die im letzten Jahrhundert unsere Zukunft radikal veraenderten, scheint sehr plausiblel zu sein.