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Mimikry.
 
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Mimikry. [Taschenbuch]

Astrid Paprotta
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mimikry von Astrid Paprotta ist ein Kriminalroman mit hohem Aktualitätswert und Realitätsgehalt. Ina Henkel, die selbstbewußte Kriminalkommissarin, wird mit einer Reihe von äußerst brutalen Mordfällen konfrontiert. Gemeinsamer Nenner der Todesopfer: Alle waren einmal als Talkgast bei "Menschen bei Mosbach", eine der täglichen Talkshows des Fernsehkanals 'Real Life Entertainment'. Die Spur führt direkt zu dem aalglatten Talkmaster Gabriel und seiner komplexbeladenen Assistentin Biggi.

"Mimikry" heißt des Rätsels Lösung, d.h. Selbstschutz, indem nichtwehrhafte Tiere Aussehen und Verhalten von wehrhaften nachahmen. Ein Phänomen, offensichtlich nicht nur für die Tierwelt zutreffend. Neben der Spannung, die kontinuierlich aufgebaut wird, entwickelt sich leise ein immer stärker in den Vordergrund tretender, psychologischer Erzählstrang.

Die handelnden Personen zeigen plötzlich ungeahnte Charakterzüge, die wiederum dem Geschehen eine neue Gewichtung verleihen. Vordergründige Aktionsebene ist der Polizeialltag und die Scheinwelt des Fernsehens, insbesondere die täglichen Talkshows mit ihren an Perversion grenzenden Gepflogenheiten.

Dahinter spiegelt der Roman die Schwachstellen unserer Gesellschaft in allen Facetten: Einsamkeit und die Verzweiflung, die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Sterben, der Umgang mit Außenseitern, bzw. die Frage, ob wir nicht alle irgendwie Außenseiter sind. Allem zugrunde liegt die stetige Suche nach Liebe und Anerkennung, die Sehnsucht nach intensiver menschlicher Beziehung.

Schnelles Tempo, harte Schnitte, knappe Sätze, fast ausschließlich Dialoge, treiben die Handlung rasant voran, so daß keinen Moment Langeweile aufkommt. Mimikry -- kein Roman, der angenehme Träume bereitet, aber ein lesenswertes Buch, das Spannung verspricht und nahe am Leben ist. --Ursula Kohaupt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Die Opfer lebten einsam mitten in der Metropole Frankfurt. Alle weisen sie die gleichen grausamen Verstümmelungen auf. Bei der Suche nach Motiven findet man heraus, daß die Opfer Schlange standen, um in einer beliebten Talkshow ihr Intimleben kundzutun. Die junge Kommissarin Ina Henkel versucht, sich gegen das Grauen, das ihr begegnet, abzuschirmen, doch die brutalen Morde lassen ihr keine Ruhe. Und je weiter sie sich an die Lösung des Falles herantastet, desto mehr gerät sie selbst, ohne es zu ahnen, in das Visier des Täters ...
Ein Psychothriller, der unter die Haut geht.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Das Haus sah aus, als sei es festlich angestrahlt. Zwei grünweiße Wagen davor mit rotierendem Licht, ein grauer Kastenwagen ohne. Einen Augenblick sahen sie hin, ohne sich zu rühren. Dann nahm sie den Flakon aus ihrer Tasche, ließ etwas in die Handfläche tropfen, verrieb es unter der Nase. Sie reichte Stocker die Flasche, und er machte dasselbe. Sofort roch der ganze Wagen nach Menthol. Die Scheibenwischer jaulten, fast ein Klageton. Regen klopfte aufs Dach, ein hämmerndes Geräusch, aber so stark regnete es doch gar nicht, vielleicht war es das Herz. Leute standen vor dem Eingang, Nachbarn. Sie standen mitten im Regen und guckten auf das Haus, als müßten sie Abschied nehmen. Eine Frau rief ihr Kind, drückte sein Gesicht gegen ihren Bauch. Zwei Männer in Hausschuhen hatten die Arme hinter dem Rücken verschränkt und sahen ihnen mit starren Augen entgegen. Ein Mann mit Mozartzopf lehnte an dem grauen Kastenwagen, das Gesicht zum Himmel erhoben, die Augen geschlossen. Hinter dem Steuer s aß einer über ein Buch gebeugt, hatte die Handflächen auf die Ohren gepreßt. Der Beamte Hieber kam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu."Tja", sagte Stocker."Herr Stocker, ich mußte mal Luft holen, Jesses, Frau Henkel, wir zwei haben ein Pech in letzter Zeit." Er hatte seine Uniformjacke ausgezogen, sein Hemd war naß vom Regen, seine Stirn vom Regen und vom Schweiß."Quasi eine Pechsträhne." Hieber nickte. "Erster Stock. Immer der Nase nach. Kommen Sie, man verläuft sich schnell, es ist dunkel da drin." Mit einem tiefen Seufzen zog er seine Jacke wieder an, und zu dritt schoben sie sich an den Leuten vorbei, die zurückwichen und sie anstarrten; ein Mann sagte: "Vroma.""Wie?" Stocker blieb stehen. Der Mann nickte.Im Haus war es still. Auf den Treppenstufen hörten sie nur ihre Schritte und ihren Atem. Ina Henkel fragte: "Wieviel Stockwerke gibt es hier?""Viel zu viele", murmelte Hieber hinter ihr. Stocker nahm zwei Stufen auf einmal, und sie rief: "Haben Sie ein Date mit dem? Rennen Sie n icht so." "Sie dürfen nicht so enge Röcke anziehen. "Der Geruch war da, als sie aus dem Treppenhaus in den ersten Stock kamen. Sie blieben stehen, hörten nur noch ihren Atem. Zu der Wohnung führte ein enger, dunkler Gang, Tag und Nacht brannte hier das Licht. Vor der angelehnten Tür ein Beamter; nicht direkt davor. So weit es ging davon entfernt. Die Tür war aufgestemmt worden, Holzsplitter auf dem Boden. Der Beamte lehnte mit dem Rücken zur Wand, hielt seine Mütze in der Hand und sagte: "Guten Abend.""Ja." Ina Henkel streifte Handschuhe über, Stocker ging als erster hinein. Ein kleiner Flur, dahinter eine angelehnte Tür, Stocker stieß sie mit dem Fuß auf. Drei Schritte vor ihnen lag das Bündel auf dem Boden, dick und bleiern und massiv, und sie gingen heran und beugten sich darüber. Es sah wie aufgeblasen aus. Lag auf dem Rücken. Stocker rief: "Himmel, Arsch."Es war ein ganzer Wust auf dem Boden, Stoff, etwas Aufgepumptes, etwas Verbeultes, die Reste von etwas, die Reste von irgend etwas, die Reste von Haut. Sterbliche Reste, längst gestorben, zerfallen, zerfasert, man sah hin und konnte nichts sehen. Eine Uhr tickte, ein träges Geräusch. ls Ina Henkel sich aufrichtete, kam ihr Atem stoßweise. Stocker fragte, wonach man denn suchen solle, wonach man denn bitteschön suchen solle, und sie wich zurück, immer weiter zurück, bis zum Anfang vielleicht, zu den Kindertagen, als sie sagten: Polizei verhaftet böse Buben. Sie hatte ein Meerschweinchen, das hieß Bully, das Skelett aus dem Biologieunterricht hieß Didi. Oder Charly. Sie preßte die Arme an den Körper, denn die Arme zuckten wie im Krampf. Ihr ganzer Körper fuhr zusammen wie im Schüttelfrost. Stocker rannte zum Fenster, hielt das Gesicht in den Regen. Die Wanduhr tickte. Eine Weile gab es kein anderes Geräusch, nur das Ticken, das Vergehen von Zeit. Sich vorzustellen: die Wohnung ist ganz still, Tage, Wochen, Monate vielleicht, und dieses Ticken. Sich vorzustell
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