Ich habe das Buch aus zwei Gründen gekauft: 1. Die Story spielt in Frankfurt, 2. Das Thema hat sich interessant angehört. Zu Punkt 1: Erste Enttäuschung: Die Geschichte hätte auch in jeder x-beliebigen anderen Stadt spielen können, es kommen keine bekannten Plätze oder frankfurt-typische Hinweise vor (ausser vielleicht mal in einem Nebensatz „Kommisar Stocker fährt zum Römer"), aber damit hat es sich auch schon mit dem „Schauplatz Frankfurt". Naja, dem Nicht-Frankfurter wirds egal sein... Punkt 2: Die Geschichte selbst. Drei einsame, alleinstehende Menschen werden kurz hintereinander grausam umgebracht. Kommissarin Ina Henkel und ihr Kollege Stocker sollen den Serienmörder finden und nehmen dabei u.a. eine Talkshow (inklusive deren suspekten Showmaster sowie dessen scheue Assistentin) aufs Korn, in der zwei der Opfer einmal aufgetreten sind. Was die Story ausmacht ist nicht so sehr die Suche nach dem Mörder - es wird einem relativ schnell klar, wer der Mörder ist - sondern viel eher die sehr gute psychologische Beschreibung sowohl der Kommissarin als auch einiger anderer Hauptfiguren. Astrid Paprotta dringt tief ein in die menschliche Psyche, man kann sich im Laufe der Geschichte sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen, auch wenn man oft nur fassungslos den Kopf schüttelt und sich fragt, wieviele Psychopathen hier unerkannt durch die Lande ziehen! Erschreckend, was sich so alles hinter einem Menschen verbergen kann. Auch die offensichtlich so coole und erfolgreiche Kommissarin muss sich schliesslich eingestehen, dass sie vielleicht doch nicht so cool ist, wie sie selbst glaubt. Alles in allem ist das Buch von der psychologischen Seite her zu empfehlen - was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass es einen etwas düsteren Eindruck macht, Humor wird mehr oder weniger klein geschrieben. Die Sätze sind meistens kurz und knapp gehalten - manchmal leider zu Lasten der Handlung. Man muss öfters mal überlegen, „wo man jetzt überhaupt ist". Ein Krimi mal auf etwas andere Art, aber durchaus lesenswert.