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"Mimikry" heißt des Rätsels Lösung, d.h. Selbstschutz, indem nichtwehrhafte Tiere Aussehen und Verhalten von wehrhaften nachahmen. Ein Phänomen, offensichtlich nicht nur für die Tierwelt zutreffend. Neben der Spannung, die kontinuierlich aufgebaut wird, entwickelt sich leise ein immer stärker in den Vordergrund tretender, psychologischer Erzählstrang.
Die handelnden Personen zeigen plötzlich ungeahnte Charakterzüge, die wiederum dem Geschehen eine neue Gewichtung verleihen. Vordergründige Aktionsebene ist der Polizeialltag und die Scheinwelt des Fernsehens, insbesondere die täglichen Talkshows mit ihren an Perversion grenzenden Gepflogenheiten.
Dahinter spiegelt der Roman die Schwachstellen unserer Gesellschaft in allen Facetten: Einsamkeit und die Verzweiflung, die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Sterben, der Umgang mit Außenseitern, bzw. die Frage, ob wir nicht alle irgendwie Außenseiter sind. Allem zugrunde liegt die stetige Suche nach Liebe und Anerkennung, die Sehnsucht nach intensiver menschlicher Beziehung.
Schnelles Tempo, harte Schnitte, knappe Sätze, fast ausschließlich Dialoge, treiben die Handlung rasant voran, so daß keinen Moment Langeweile aufkommt. Mimikry -- kein Roman, der angenehme Träume bereitet, aber ein lesenswertes Buch, das Spannung verspricht und nahe am Leben ist. --Ursula Kohaupt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Düsterer Krimi,
Rezension bezieht sich auf: Mimikry. (Taschenbuch)
Ich habe das Buch aus zwei Gründen gekauft: 1. Die Story spielt in Frankfurt, 2. Das Thema hat sich interessant angehört. Zu Punkt 1: Erste Enttäuschung: Die Geschichte hätte auch in jeder x-beliebigen anderen Stadt spielen können, es kommen keine bekannten Plätze oder frankfurt-typische Hinweise vor (ausser vielleicht mal in einem Nebensatz „Kommisar Stocker fährt zum Römer"), aber damit hat es sich auch schon mit dem „Schauplatz Frankfurt". Naja, dem Nicht-Frankfurter wirds egal sein... Punkt 2: Die Geschichte selbst. Drei einsame, alleinstehende Menschen werden kurz hintereinander grausam umgebracht. Kommissarin Ina Henkel und ihr Kollege Stocker sollen den Serienmörder finden und nehmen dabei u.a. eine Talkshow (inklusive deren suspekten Showmaster sowie dessen scheue Assistentin) aufs Korn, in der zwei der Opfer einmal aufgetreten sind. Was die Story ausmacht ist nicht so sehr die Suche nach dem Mörder - es wird einem relativ schnell klar, wer der Mörder ist - sondern viel eher die sehr gute psychologische Beschreibung sowohl der Kommissarin als auch einiger anderer Hauptfiguren. Astrid Paprotta dringt tief ein in die menschliche Psyche, man kann sich im Laufe der Geschichte sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen, auch wenn man oft nur fassungslos den Kopf schüttelt und sich fragt, wieviele Psychopathen hier unerkannt durch die Lande ziehen! Erschreckend, was sich so alles hinter einem Menschen verbergen kann. Auch die offensichtlich so coole und erfolgreiche Kommissarin muss sich schliesslich eingestehen, dass sie vielleicht doch nicht so cool ist, wie sie selbst glaubt. Alles in allem ist das Buch von der psychologischen Seite her zu empfehlen - was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass es einen etwas düsteren Eindruck macht, Humor wird mehr oder weniger klein geschrieben. Die Sätze sind meistens kurz und knapp gehalten - manchmal leider zu Lasten der Handlung. Man muss öfters mal überlegen, „wo man jetzt überhaupt ist". Ein Krimi mal auf etwas andere Art, aber durchaus lesenswert.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Atemberaubend im Wortsinn,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mimikry (Gebundene Ausgabe)
Manchmal stösst man auf Bücher, die einen umhauen. ‚Mimikry' ist so eines. Keine gepflegte Bettlektüre wie Donna Leon oder Elizabeth George. Die Sprache ist lakonisch-böse und genau und die Handlung längst nicht so verschachtelt, dass Hobbydetektive sich angespornt fühlen werden. Es ist überhaupt kein Buch für Hobbydetektive, denn mit dem herkömmlichen Kriminalroman hat es nur „Opfer" und „Ermittler" gemeinsam. In der Geschichte um eine Mordserie an Talkshowgästen gibt es keine Gewinner.Die Ermittlerin „versagt", aber so, dass man sich ihr in jeder Szene nahe fühlt. Dabei geht die Darstellung von kranken Seelen und toten Körpern manchmal bis zur Schmerzgrenze, und vielleicht ist auch die detaillierte Schilderung der Polizeiarbeit etwas zu detailbesessen (wir haben ja jetzt gar keinen Spass mehr an Fernsehhelden :), aber der Wahnsinnsschluss, ein Finale, das sich über fünfzig Seiten hinzieht, macht das wett. Ich hoffe auf eine Fortsetzung, denn die Antiheldin, Kommissarin Henkel, hat das Zeug zur schrägen Kultfigur. Ich habe jedenfalls direkt nach der Lektüre von ihr geträumt...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eindrucksvoll,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mimikry (Gebundene Ausgabe)
Mimikry ist kein typischer Thriller und kein herkömmlicher Krimi - vielleicht ein literarischer Kriminalroman. Wer simpelgestrickt nur auf ein "Whodunit" aus ist, muss zu konventioneller Krimilektüre greifen, hier geht es um viel mehr. Zwei Frauen: die eine (Zeugin? Verdächtige?) kann nicht mit dem Leben umgehen, die andere (Kommissarin) nicht mit dem Tod. Sie bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu - hin zu einem ungeheuer intensiven, furiosen Finale. Die Figurenzeichnung ist grandios. Insbesondere die junge Kommissarin ist so "unheldisch" und in ihrem Bemühen um jene Stärke, die von ihr verlangt wird, so ungeheuer menschlich, dass ich sie ohne Zögern zu den interessantesten Charakteren des Genres rechnen würde. Wer gern Mankell liest, wird dieses Buch mögen - allerdings ist Mimikry moderner, lakonischer - und mit besseren, weil absolut authentisch klingenden Dialogen.
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