Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 1. Alte Zeiten
Erster Eindruck: Mimi Rutherfurt reloaded
An einem kalten Winterabend möchte Mimi Rutherfurt ihren alten Freund Mr. Crawford besuchen, findet ihn jedoch tot in seinem Haus auf. Alles deutet auf einen Selbstord hin, doch die kriminalistische Dame will daran nicht glauben, weswegen sie der neue Inspector nicht ernst nimmt. Doch ein altes Foto enthält wichtige Hinweise...
Einen Neustart legt eine der Maritimen Krimiserien in diesem Jahr hin: Aus "Mimi Rutherfurt ermittelt..." wird "Mimi Rutherfurt und ihre Fälle...". Hinter diesem Namenswechsel steht eine Reihe von Veränderungen. So werden die Folgen zukünftig nicht mehr einzeln erhältlich sein, sondern in Boxen zu je drei CDs veröffentlicht. Auch ist nicht mehr nur ein Autor verantwortlich, in dieser ersten Box sind gleich drei verschiedene vertreten. In "Alte Zeiten" beschreibt Maureen Butcher den Tod eines alten Freundes von Mimi Rutherfurt - und kann dabei den ganzen Charme der Hauptperson erfassen. Auch storytechnisch hat dieser Wechsel äußerst gut getan, denn diese ersten Folge ist nicht nur spannend und unterhalsam, sondern weist auch die Fehler der letzten Folgen - wie die teils unverständlichen Szenenwechsel und den unlogischen Aufbau einiger Folgen - nicht mehr auf. Vielmehr kommt ein auf das Wesentliche reduzierte und interessanter Kriminalfall heraus, der mit seinen recht langen, aber kurzweiligen Dialogen von meist nur zwei Personen einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Großes Lob, hier wurde vieles richtig gemacht!
Gisela Fritsch ist uns als Mimi Rutherfurt erhalten geblieben und spricht weiterhin mit ihrer warmen, kratzigen Stimme die sympatische und exzentrische Dame voller Gefühl und Humor. Der neue Inspector in ihrem Bezirk heißt Brewster und wird von Bernd Vollbrecht ebenso professionell wie engagiert gesprochen. In einigen Szenen ist auch Peter Groeger als Colonel Rollins zu hören, der Mimi Rutherfurt bei ihren Recherchen hilft. Auch er bringt seine warme Stimme wunderbar zur Geltung und hinterlässt einmal mehr einen positiven Eindruck. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Klaus-Dieter Klebsch und Christian Tobernetz.
Die Titelmelodie ist weiterhin eine Hommage an die großartigen Miss Marple-Filme, an die schließlich auch die Serie angelehnt ist. Trotzdem besteht hier immer noch große Verwechslungsgefahr. Ansonsten ist die Musik ein angenehmer Faktor im Hintergrund, der die Sprecher unterstützt ohne sie wegzudrängen.
Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.
Fazit: Neustart geglückt, "Alte Zeiten" ist ein klassischer und spannender Kriminalfall mit liebenswürdigem Hauptcharakter geworden.
Diese Folge ist nur in der ersten "Mimi Rutherfurt ermittelt..." Box erhältlich, die die ersten drei Folgen enthält.
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Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 2. Nacht-Express
Erster Eindruck: Mord auf Schienen
In einem Zugabteil lernt Inspector Thorndike seine Mitfahrerin, die rüstige und Krimiinteressierte Rentnerin Mimi Rutherfurt, eher unfreiwillig kennen. Doch eine weitere unangenehme Überraschung wartet auf ihn, denn in einem anderen Abteil findet Miss Rutherfurt eine Leiche. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn in ein paar Stunden hat der Zug sein Ziel erreicht und der Täter kann sich aus dem Staub machen...
Auch die zweite Folge nach dem Neustart der Reihe um Mimi Rutherfurt des Dortmunder Labels Maritim entpuppt sich als kleine Perle innerhalb der Krimilandschaft. Verantwortlich für das Buch ist Ben Sachtleben, der es sehr gut versteht, eine interessante Situation für einen Mord zu schaffen und diese konsequent und unterhaltsam weiterzuführen. Schon zu Beginn der Folge, in der sich Inspector Thorndike und Mimi Rutherfurt kennen lernen, ist mit witzigen Stellen und einer genauen Darstellung der Charaktere absolut gelungen. In gemütlichem Tempo - dabei niemals langweilig - wird danach die Ermittlungsarbeit erzählt, in der sich Thorndike und Mimi Rutherfurt immer wieder ergänzen, die alte Dame aber immer wieder auftrumpfen kann. Ein interessanter Aspekt ist, dass einige Szenen eher aus der Perspktive von Thorndike erzählt werden, Mimi Rutherfurt dabei nie in den Hintergrund tritt. Auch Nummer zwei nach dem Neustart stellt also eine wesentliche Verbesserung dar und ist absolut empfehlenswert.
In der Rolle des Inspector Thorndike ist Udo Schenk zu hören, der den genervten Polizisten besonders in der Anfangsszene mit trockenem Humor versieht, aber auch ansonsten eine tadellose Leistung abliefert. Auch Arianne Borbach spricht als Miss Hendrix mit und versieht ihre einprägsame Stimme mit neuen Nuancen, um ihrem Charakter gerecht zu werden. Der Part des Schaffners wird von Michael Iwannek übernommen, der eine ebenso hohe Qualität abliefert. Weitere Sprecher sind Daniela Hoffmann, Christian Tobernetz und Klaus-Dieter Klebsch.
Musikalisch hält die Serie am Standart der ersten Episoden fest, was durchaus kein Nachteil ist: Die Musik ist harmonisch und passt gut zu der vermittelten Stimmung. Positiv anzumerken ist, dass die Szenenübergänge sanfter und fließender gestaltet sind, nicht mehr negativ auffallen oder sogar für Verständnisschwierigkeiten sorgen.
Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.
Fazit: Hier gibt es nichts zu kritisieren, Mimi Rutherfurt und ihr Fall im Nacht-Express ist ruhige Krimiunterhaltung mit Pfiff.
Diese Folge ist nur in der ersten "Mimi Rutherfurt ermittelt..." Box erhältlich, die die ersten drei Folgen enthält.
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Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 3. Puppenspielerin
Erster Eindruck: Karibischer Voodoo-Zauber
Ein ganz spezieller Fall wartet auf Mimi Rutherfurt, die Rentnerin mit dem Hang zur Detektivin: Ein Mitarbeiter des Secret Service bittet sie um Mithilfe in der Karibik, wo ein Agent verschwunden ist. Denn dort treibt eine unheimliche Voodoo-Königin ihr Unwesen...
Die erste Dreierbox der "Mimi Rutherfurt und ihre Fälle..." komplettiert die Geschichte um die "Puppenspielerin". Mit einem furiosen Intro wird dem Hörer die Folge schmackhaft gemacht - die Voodoo-Königin findet in dem Agenten des Secret Service ein neues Opfer. Sehr atmosphärisch und gruselig ist diese Szene ein sehr gelungener Opener. Die nachfolgende Szene beginnt dann recht ruhig, steigert sich aber zu einem amüsanten Abstecher, in dem die liebgewonnene Hauptfigur wieder mit ihrer Persönlichket glänzen kann. Schön, dass auch Ellen B. Crown den Charme der Mimi Rutherfurt einfangen konnte! Immer weiter kann die Folge begeistern und lässt auf ein spannendes Finale hoffen - bis zu dem Zeitpunkt, in dem Mimi Rutherfurt in die Karibik fliegt, denn dann ist alles recht schnell vorbei, die aufgebaute Spannung fällt in sich zusammen, die Geschichte kann sich nicht vollends entfalten. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich um ein Krimihörspiel handelt, da keinerlei Recherchen betrieben werden. Diese Folge ist also nicht ganz so stark wie die anderen beiden der Box, überzeugt aber trotzdem mit einem extrem starken Anfang und einer schönen Atmosphäre.
Als Mr. Elphram, dem hilfesuchenden Inspector, ist Frank-Otto Schenk zu hören, der mit markanter Stimme für eine glaubhafte Gestaltung des Charakters sorgt. Als Voodoo-Göttin Shawna Diluvienne steht Karin Eckhold in dieser Folge für gruselige Stimmung und lässt ihren Charakter mächtig und gnadenlos erscheinen. Einen herrlich komischen Auftritt hat Michael Iwannek als überforderten Postbeamten, der sehr abwechslungsreich geworen ist. Weitere Sprecher sind Udo Schenk, Peter Weis und natürlich die fabulöse Gisela Fritsch als Mimi Rutherfurt.
Die Musik in diesem Hörspiel kann besonders an den Stellen mit der Voodoo-Zauberin überzeugen. Dank glaubhafter Klänge fühlt man sich in die Karibik versetzt und spürt förmlich die Bedrohung, die von ihr ausgeht. Ansonsten ist wieder die altbekannte Atmosphäre zu hören, die so herrlich schrullig klingt wie Mimi Rutherfurt selbst.
Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.
Fazit: Leider hat mich diese Folge nicht vollends überzeugen können, die gebotene Atmosphäre und die liebenswerten Charaktere machen es dennoch hörenswert.
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