Gleichmal vorneweg, ich bin ja ein Axis & Allies-Fan. Deswegen bin ich vielleicht nicht ganz objektiv. Als ich jedoch dieses Spiel zuerst sah, dachte ich der Hersteller wollte im Zuge des Anniversary-Erfolgs einfach noch mal profitieren. Ich fand schon das alte Pacific sehr gut und konnte mir nicht vorstellen was eine Neuauflage, außer einem größeren Spielplan, schon groß bringen konnte. Aber ich wurde angenehm überrascht! Da ist der schon erwähne größere Spielplan. Die Anniversary-Regeln wurden weitestgehend übertragen. Der Hersteller hat inzwischen gemerkt, das es doch Größenunterschiede zwischen Kreuzern, Zerstörern und Schlachtschiffen gibt und dem Rechnung getragen. Sie lassen sich jetzt leichter auseinander halten. Neu hinzu kommen jetzt Sturzkampfbomber bzw. Torpedoflieger die in Kombination mit Jägern bzw. Panzern einen Angriffswert von 4 haben. Es gibt auch jetzt endlich die mechanisierte Infantrie, die mit den Panzern ggf 2 Zonen vorrücken können. Diese Kombinationsmöglichkeiten bringen noch mehr Dynamik ins Spiel. Die bedeutensten Neuerungen sind jedoch die Flottenstützpunkte und Flugplätze. Schon im alten Pacific gab es die auf dem Spielplan gedruckt. Jetzt sind sie als Counter variabel einsetzbar. Teilweise sind sie, wie die Fabriken in der Grundaufstellung vorgegeben. Es können aber welche, genau wie Fabriken hinzugekauft werden und dort eingesetzt werden, wo es einen sinnvoll erscheint. Gleichzeitig können sie, wie Fabriken Ziele strategischer Bombenangriffe werden. Sie erhöhen nicht nur die Reichweite der Einheiten, sondern bieten zusätzliche Varianten. Von einer Airbase können Jäger die benachbarte Seezone mit verteitigen. Es gibt auch jetzt zwei verschiedene Fabriken. Eine Minor mit der Produktionskapazität von 3 Einheiten und eine Major mit 10. Die kleineren Fabriken sind billiger und können auch ich Gebieten aufgestellt werden, die nur einen Wert von 2 haben aufgestellt werden. Die größeren Fabriken benötigen einen Standort mit dem Wert von mindestens 3. Beide Arten können jedoch nur auf dem Festland aufgestellt werden, nicht auf Inseln. (Australien und Japan) bilden natürlich eine Ausnahme. Wie bei der Anniversary gibt es für jede Nation Bonuseinnahmen durch die Eroberung von bestimmten Gebieten, bzw. Kombinationen.
Insgesamt finde ich die Ausgabe sehr lohnenswert. Die Hersteller haben schon vorausgedacht. Es gibt auf dem Plan schon die sovietischen Gebiete, die jetzt noch keinen Sinn machen, da sie nicht betreten werden dürfen. Aber wenn wie geplant, die Europaversion erschein, können die beiden Spiele wahrscheinlich zu einem Mega-Anniversary kombiniert werden.
Schade finde ich jedoch, das es angesichts des stolzen Preis nicht für Spielgeld gereicht hat. Auch sind die Anzahl der Minaturen sehr knapp kalkuliert, vorallem für Japan und USA. Fabriken und Flak gibt es auch nur als Counter. Es sind auch keine Marines für die USA vorgesehen. Wahrscheinlich baut der Hersteller darauf, dass solche Narren wie ich durch die alten Ausgaben genügend Miniaturen zur Hand hat. Die Marines nehme ich aus der alten Ausgabe einfach mit.
Ergänzung:
Nach ein paar Probespielen muss ich meine Begeisterung etwas zurück nehmen. Mein Hauptkritikpunkt begründet sich in der Annahme, dass die Hersteller offentsichtlich ihr Produkt nicht gestestet haben. Anders kann ich mir die Unausgeglichenheit nicht erklären. Im Vergleich zum alten Spiel wurden die Einnahmen der Allies deutlich gesenkt, vorallem die der USA, im Gegenzug haben die Japaner nicht nur mehr Einkommen das sie durch viel leichte Eroberungen rasch noch aufstocken können. Außerdem haben sie soviel Material am Anfang, dass sie sich auch größere Verluste leisten können. Wenn der Japaner nicht nur an Sake, Weib und Gesang denkt und nur ein bisschen voranschreitet hat er den Briten in Indien zerquetscht, Der Chinese ist nur ein paar Runden ein leichtes Ärgernis mehr nicht. Die Anzac-Fraktion ist mit dem lächerlichen Einkommen auch nur eine Schmeißfliege. Spätestens in der vierten Runde hat der Japaner die USA wirtschaftlich überflügelt, hat sowieso mehr Material von Beginn an, und ist im Stellungsvorteil.
Gut, ich werde für meinen Teil die alte Einkommensversion der 1. Version übernehmen, zumindest für die USA. Aber ich bin sauer, dass ich für viel Geld ein derart unausgeglichenes Spiel bekommen habe. Das es auch anders geht zeigt die Annivsary-Version-