Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein ganz anderes Leben führt Milo, der Sohn des Spielzeugfabrikanten. Wohl behütet wächst er in einer riesigen Villa auf. Morgens erhält er Privatunterricht und mittags ist Golf angesagt. Die heile Welt Milos bekommt Risse, als er beobachtet, wie zwei unbekannte Männer versuchen, das grünhaarige Punker-Mädchen zu entführen. "In der Welt, in der Milo lebte, sah man weg oder wechselte die Straßenseite, wenn so eine auftauchte." Doch Milo schaut genau hin und beginnt Fragen zu stellen. Was geschieht in der Spielzeugfabrik im verriegelten zweiten Geschoss? Immer wieder verschwinden Straßenkinder, die niemand vermisst. Glücklicherweise haben die Kinder Merklin, den Penner, als Vertrauten, der am Bahndamm einen Unterschlupf hat.
In seinem außergewöhnlich gut geschriebenen Roman mit wechselnder Erzählperspektive erzählt Herfurtner eine spannende Geschichte obdachloser Straßenkinder, die lieber alleine leben statt bei den Eltern, die sie verletzt und beschädigt haben. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Und schon am nächsten Tag ist der Wolf wieder da, und Milo folgt ihm diesmal bis zu einer Gruppe von Straßenkindern, bei denen er auch Iro, das Mädchen mit den grünen Haaren, trifft. Von ihnen erfährt er, dass etwas Unheimliches in der Stadt vorgeht. Kinder verschwinden, Kinder wie sie, die niemand vermisst. Und irgendwie hat das was mit dem verschlossenen Kellergeschoss in Onkel Klaus Fabrik zu tun. Die Kinder gehen der Sache mit Milos Hilfe nach und machen eine grausige Entdeckung.
Ein Kinderkrimi der Sonderklasse- spannend, unheimlich, modern bis zur allerletzten Seite. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der Verlag über das Buch
Rudolf Herfurtner gelingt mit leichter Hand die Verbindung von realistischer, problematisierender Darstellung eines heutigen Kinderalltags und den fantastischen, fast märchenhaften Elementen einer reißenden Abenteuergeschichte. Mit Milo und die Suche nach dem grünhaarigen Mädchen hat er bewiesen, wie wunderbar leicht und spannend er Genres und Motive verbinden kann. Kinderkram
Die Geschichte von Milo erinnert an Mark Twains Prinz und Bettelknabe. Nur ist die Erzählung von Rudolf Herfurtner vielschichtiger angelegt. Berliner Zeitung
Der Autor arbeitet mit knappen, prägnanten Sätzen, er überspitzt und überzeichnet und lässt gleichzeitig große Gefühle aufkommen. 1000 und 1 Buch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Preise:
1981 Förderpreis der Stadt München
1985 Hans im Glück - Preis für Pflaumenbäume
1990 Preis der Leseratten für Mensch Karnickel
1993 Internationaler Kinderhörspielpreis terre des hommes
für Motzarella und die Weihnachtswölfe (WDR)
1994 Moritz, Preis der 9.Werkstatttage, Halle für Der Nibeljunge
1996 Erster Deutscher Kindertheater-Preis für Waldkinder
2ooo Preis der Bayerischen Theatertage, Nürnberg für Spatz Fritz
2oo1 Martin, Kinder- und Jugendkrimipreis der Autoren für MILO,
Auswahlliste zum Züricher Preis La vache qui lit
2oo1 Preis der Deutschen Schallplattenkrititk 4/2oo1 für GLORIA und ROSA,
Hörspiel BR und Kasette im Hörverlag
2oo2 Großer Preis der Volkacher Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für das Gesamtwerk -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Milo sah aus dem Autofenster. Kein Geräusch drang von draußen herein. Die Welt außerhalb blieb stumm für Milo. Sie hatte auch keine Farben. Durch die getönten Scheiben sah alles aus wie in einem vergilbten Schwarzweißfilm, den Milo nicht recht verstand.
Rachmaninoff war ein guter Fahrer. Meistens merkte man gar nicht, dass sich der Wagen bewegte. Jetzt aber musste Rachmaninoff plötzlich eine Vollbremsung machen, weil der Wagen vor ihm abrupt stehen blieb.
"Sind Sie besoffen, Rachmaninoff?", brüllte Onkel Klaus, der mit dem Kopf gegen den Vordersitz geknallt war.
"Mein Seidenanzug!", schrie Milos Mutter.
"'tschuldigung, bitte, 'tschuldigung", sagte Rachmaninoff und wies auf den Wagen vor ihnen.
"Idiot! Wir könnten tot sein!", schrie Milos Mutter. "Und dein Anzug, Milo! Was ist mit deinem Anzug? MiloMiloMilo!"
"Nix passiert", sagte Milo. "Bloß das Knie gestoßen", sagte er.
"Hoffentlich blutest du nicht! Stell dir vor, was das für Flecken gibt!", sagte M ilos Mutter.
"Dann sieht er aus wie ein echter Großwildjäger", sagte Onkel Klaus.
"Warum fahren wir denn nicht endlich, Rachmaninoff?", rief Milos Mutter.
"Deswegen, gnädige Frau", sagte Rachmaninoff und zeigte auf den Wagen vor ihnen. Der Fahrer, ein Mann in einem klein karierten Anzug, sprang jetzt auf die Straße, rannte um das Auto herum, riss die hintere
Tür auf der Beifahrerseite auf und half dann einem anderen Mann, ein zappelndes Mädchen zum Wagen zu schleppen.
Obwohl er nichts hören konnte, vernahm Milo die Schreie des Mädchens. Eine Menge Leute waren stehen geblieben, aber niemand tat etwas, niemand half ihr.
"Wir müssen ihr helfen!", rief Milo. "Rachmaninoff!"
Rachmaninoff drehte den Kopf nach hinten. Er nahm die Sonnenbrille ab und sah Onkel Klaus an. Der schüttelte den Kopf und sagte: "Leute von Taiga Braun wahrscheinlich. Machen die Straßen sauber. Wer mag schon so was sehen: Wegwerfkinder!"
"Die entführen sie doch! Ich helf ihr!", rief Milo und wollte aus dem Wag en springen."Milo! Um Gottes willen! Schau einfach nicht hin!", rief Dorabella. Und Rachmaninoff drückte auf einen Knopf und die Zentralverriegelung schnappte zu.
Das Mädchen mit dem Irokesenschnitt wehrte sich,
so gut sie konnte. Der eine Mann hatte seinen Lederhut verloren. Aber es waren zwei starke Kerle. Das Mädchen hatte keine Chance. Der Fahrer war schon in den Wagen geschlüpft und versuchte, das Mädchen auf den Rücksitz zu zerren.
Da tauchte am Ende der Straße ein großer Junge auf. Er stand in einem Einkaufswagen, die Arme weit ausgebreitet. Er hatte eine Wollmütze auf und schwarze Streifen unter den Augen. Er raste mit ungeheurer Geschwindigkeit die Straße herauf auf das Auto zu.
Milo wusste nicht, dass es Gulli war, denn er hatte als einziger Junge der Stadt noch nie etwas von ihm gehört. Was Milo sah, war für ihn wie eine Erscheinung vom Mars. Und später behauptete er allen Ernstes, er hätte in dem Augenblick Musik gehört, mächtige Musik mit Posaunen und Trommeln wie bei K rieg der Sterne, wenn die Raumschiffe angreifen.
Der Junge mit der Wollmütze fuhr direkt auf die geöffnete hintere Wagentür zu, in der das Mädchen
mit dem Irokesenschnitt gerade verschwinden sollte. Milo hatte keine Ahnung, ob der Junge hätte bremsen können, um einen Zusammenprall zu vermeiden. Jedenfalls bremste er nicht. Er sprang im letzten Augenblick ab und ließ seinen Einkaufswagen gegen die Tür krachen.
Die Tür schwang zu und traf den einen Entführer voll im Rücken. Er ließ das Mädchen los und sackte neben dem Auto zusammen.
Blitzschnell packte der Junge mit der Wollmütze das Mädchen, zerrte es vom Rücksitz, lud es in seinen Einkaufswagen und schob es durch die glotzende Menge davon. Auch jetzt griff niemand ein. Und wenig später waren die beiden in einem U-Bahn-Eingang verschwunden....
Auszug aus Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen. ( Ab 11 J.). von Rudolf Herfurtner. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Milo sah aus dem Autofenster. Kein Geräusch drang von draußen herein. Die Welt außerhalb blieb stumm für Milo. Sie hatte auch keine Farben. Durch die getönten Scheiben sah alles aus wie in einem vergilbten Schwarzweißfilm, den Milo nicht recht verstand. Rachmaninoff war ein guter Fahrer. Meistens merkte man gar nicht, dass sich der Wagen bewegte. Jetzt aber musste Rachmaninoff plötzlich eine Vollbremsung machen, weil der Wagen vor ihm abrupt stehen blieb. "Sind Sie besoffen, Rachmaninoff?", brüllte Onkel Klaus, der mit dem Kopf gegen den Vordersitz geknallt war. "Mein Seidenanzug!", schrie Milos Mutter. "'tschuldigung, bitte, 'tschuldigung", sagte Rachmaninoff und wies auf den Wagen vor ihnen. "Idiot! Wir könnten tot sein!", schrie Milos Mutter. "Und dein Anzug, Milo! Was ist mit deinem Anzug? MiloMiloMilo!" "Nix passiert", sagte Milo. "Bloß das Knie gestoßen", sagte er. "Hoffentlich blutest du nicht! Stell dir vor, was das für Flecken gibt!", sagte Milos Mutter. "Dann sieht er aus wie ein echter Großwildjäger", sagte Onkel Klaus. "Warum fahren wir denn nicht endlich, Rachmaninoff?", rief Milos Mutter. "Deswegen, gnädige Frau", sagte Rachmaninoff und zeigte auf den Wagen vor ihnen. Der Fahrer, ein Mann in einem klein karierten Anzug, sprang jetzt auf die Straße, rannte um das Auto herum, riss die hintere Tür auf der Beifahrerseite auf und half dann einem anderen Mann, ein zappelndes Mädchen zum Wagen zu schleppen. Obwohl er nichts hören konnte, vernahm Milo die Schreie des Mädchens. Eine Menge Leute waren stehen geblieben, aber niemand tat etwas, niemand half ihr. "Wir müssen ihr helfen!", rief Milo. "Rachmaninoff!" Rachmaninoff drehte den Kopf nach hinten. Er nahm die Sonnenbrille ab und sah Onkel Klaus an. Der schüttelte den Kopf und sagte "Leute von Taiga Braun wahrscheinlich. Machen die Straßen sauber. Wer mag schon so was sehen Wegwerfkinder!" "Die entführen sie doch! Ich helf ihr!", rief Milo und wollte aus dem Wagen springen. "Milo! Um Gottes willen! Schau einfach nicht hin!", rief Dorabella. Und Rachmaninoff drückte auf einen Knopf und die Zentralverriegelung schnappte zu. Das Mädchen mit dem Irokesenschnitt wehrte sich, so gut sie konnte. Der eine Mann hatte seinen Lederhut verloren. Aber es waren zwei starke Kerle. Das Mädchen hatte keine Chance. Der Fahrer war schon in den Wagen geschlüpft und versuchte, das Mädchen auf den Rücksitz zu zerren. Da tauchte am Ende der Straße ein großer Junge auf. Er stand in einem Einkaufswagen, die Arme weit ausgebreitet. Er hatte eine Wollmütze auf und schwarze Streifen unter den Augen. Er raste mit ungeheurer Geschwindigkeit die Straße herauf auf das Auto zu. Milo wusste nicht, dass es Gulli war, denn er hatte als einziger Junge der Stadt noch nie etwas von ihm gehört. Was Milo sah, war für ihn wie eine Erscheinung vom Mars. Und später behauptete er allen Ernstes, er hätte in dem Augenblick Musik gehört, mächtige Musik mit Posaunen und Trommeln wie bei >Krieg der Sterne<, wenn die Raumschiffe angreifen. Der Junge mit der Wollmütze fuhr direkt auf die geöffnete hintere Wagentür zu, in der das Mädchen mit dem Irokesenschnitt gerade verschwinden sollte. Milo hatte keine Ahnung, ob der Junge hätte bremsen können, um einen Zusammenprall zu vermeiden. Jedenfalls bremste er nicht. Er sprang im letzten Augenblick ab und ließ seinen Einkaufswagen gegen die Tür krachen. Die Tür schwang zu und traf den einen Entführer voll im Rücken. Er ließ das Mädchen los und sackte neben dem Auto zusammen. Blitzschnell packte der Junge mit der Wollmütze das Mädchen, zerrte es vom Rücksitz, lud es in seinen Einkaufswagen und schob es durch die glotzende Menge davon. Auch jetzt griff niemand ein. Und wenig später waren die beiden in einem U-Bahn-Eingang verschwunden. Der Fahrer kroch vom Hintersitz und half dem zweiten Entführer, einem Mann mit Strickjacke, auf. Sie stiegen schnell in ihr Auto und fuhren davon. "'tschuldigung, bitte. Geht schon weiter", sagte Rachmaninoff und fuhr den Wagen ohne weitere Zwischenfälle zum Hintereingang des Hotels, wo der Hotelmanager und die Pressesprecherin der Fabrik schon aufgeregt warteten.