Inhalt
Drei Monate ist Amy nun also ein aktiver Bürger der Godspeed. Seit ihrem Erwachen hat sich vieles verändert. Eldest ist nun tot und Elder an seine Stelle getreten. Er ist entschlossen, sich anders zu verhalten als sein Vorgänger ' Klon hin oder her. Elder ist nicht korrupt und er sehnt sich auch nicht nach Macht. Daher lässt er die Bürger des Feeder Levels nun ohne den Einfluss von Phydus ' einer Droge, die sie gefügig macht ' ihr Leben leben. Natürlich bringt das einige Probleme mit sich, denn die Feeder bemerken immer mehr, dass Elder nicht unbedingt weiß, was er da tut, auch wenn er sein bestes versucht. Zum ersten Mal sind sie frei und 'Wir können tun, was wir wollen' wird der Leitspruch vieler. Seine Aufgabe zerreißt Elder beinahe ' ein Problem scheint das andere zu jagen und der Kampf gegen einen Aufstand der Feeder nimmt einfach kein Ende. Als er dann auch noch erfährt, dass die Godspeed nicht nur ein paar Jahre in ihrer Reise zurückliegt, weiß er sich beinahe nicht mehr zu helfen.
Amys Leben auf der Godspeed ist einsamer denn je. Zwar hat sie Elder, der für sie bald der Inbegriff von 'Zuhause' wird, aber die Feeder, die nun alle voll bei Bewusstsein sind, haben außer Abscheu nicht viel für sie übrig. Mit ihrer blassen Haut und ihrem roten Haar ist sie so anders ' zu anders für viele. Amy tut ihr bestes, um nicht aufzufallen, aber es ist schwierig. Schließlich wird ihr eine Nachricht von Orion zugespielt, jenem Mann, der sich vor Elder im Training bei Eldest befand und schon im ersten Band sein Unwesen trieb. Er ist nun eingefroren, damit er nichts mehr anstellen kann. Aber bevor das geschah, hat er auf dem ganzen Schiff Rätsel für Amy versteckt, die sie finden muss, um das größte und am besten vertuschte Geheimnis zu entschlüsseln, das die Godspeed umgibt. So beginnt eine Schnitzeljagd sondergleichen, denn die Feeder haben genug. Vive la révolution!
Einschätzung
'A Million Suns' ' ein Lesevergnügen der Extraklasse! Ich hatte mir natürlich erwartet, dass das Buch gut sein würde. Schließlich fand ich ja auch den ersten Teil ziemlich genial. Allerdings war mir durchaus bewusst, dass der 'Fluch des zweiten Bandes' auf dem Buch liegen könnte ' das mittlere Buch einer Trilogie hat es meist so an sich, etwas langweilig und nicht viel mehr als ein Lückenfüller zu sein. Allerdings kann ich ehrlich sagen, dass dies hier nicht der Fall war. Nicht im Geringsten!
Von Anfang an wird ein Geheimnis nach dem anderen gelüftet, das die Augenbrauen des Lesers in seinen Haaransatz wandern lässt. Wenn man denkt, man weiß, was los ist, wird man bald vom Gegenteil überzeugt. Denn nicht nur Orion alleine ist in der Lage, Elder und Amy über den wahren Zustand der Godspeed zu informieren ' auch die Shipper haben das eine oder andere zu sagen. Ab Seite 150 etwa, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Mit den vielen Offenbarungen und den Feedern, die auf die Barrikaden steigen, blieb einfach keine Zeit für Schlaf.
Zwar fand ich es etwas übertrieben, wie viele Hinweise Orion versteckt hat und wie schnell Amy immer auf die Lösung kam, aber es bleibt kein Zweifel daran, dass das Buch dadurch ziemlich spannend wurde. Man will einfach unbedingt weiterlesen und wissen, was denn nun schon wieder geschieht. Der Fakt, das Orion sich so viel Zeit lässt, ist mehr als nur frustrierend und ich war teilweise versucht, Seiten zu überspringen, weil ich die Auflösung einfach nicht mehr erwarten konnte. Denn im Geheimnis ist ein Geheimnis ist ein Geheimnis '
Sehr unheimlich fand ich das Verhalten der Feeder. Ihre Rebellion gegenüber Elder, aber noch viel mehr ihre Feindseligkeit gegenüber Amy, ließ mich manchmal mit einem flauen Gefühl im Magen zurück ' nichts, was man eigentlich genießen sollte, aber überlegt man, dass eine fiktionale Geschichte es geschafft hat, diese Art von Reaktion auszulösen, muss man sich doch über das Talent der Autorin freuen, nicht wahr?
Die Liebe zwischen Elder und Amy ist nicht omnipräsent. Sie steht nicht im Mittelpunkt, ist eher eine kleine Nebensache. Und das gefiel mir ganz gut so. Ganz im Allgemeinen schreibt Beth Revis sehr spannend, wenn auch ihr Stil sich nicht von andern abhebt.
Das Cover ist ähnlich dem, des ersten Bandes. Man sieht Amy und Elder, wie sie aus dem Fenster des Observationsdecks auf das Universum blicken. Sehr gelungen und wunderschön!
Fazit
'A Million Suns' ist ein passender zweiter Roman in Beth Revis' Trilogie, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht! Spannung und Lesevergnügen sind garantiert! 5 Punkte und ein Amazing! (CK)