Es waren einmal, 1980, in Nuneaton, England, zwei gute Freunde, die hießen Martyn Bates und Peter Becker; und die begannen, gemeinsam Musik zu machen. Sie hatten dafür das verwunschene, kleine "Wendy House", Gitarre, Bass, Orgel, Synthesizer und ein Schlagzeug; und sie hatten zusammen eine wunderbare Zeit mit viel Spaß bei der Sache. Letzteres erstaunt einen, denn ihre Musik ist eher melancholisch. Eyeless In Gaza sind wohl eine der zu Unrecht unbekanntsten Bands überhaupt. Wer sie das erste Mal hört, lehnt sie eventuell völlig ab: für die ungeschminkte, direkt von Herzen kommende Art, in der Martyn Bates seine eindringlichen, tiefgründigen Texte heraussingt, mit einer Kraft und Intensität, die nicht jeder aushält (und der Mann kann singen!); für die Melancholie, die manchmal bis ins Düstere geht; für die eigenwillige, mal sparsame, mal fast schwülstige Instrumentierung - oder er/sie liebt sie genau dafür ! Eyeless In Gaza passen in keine Schublade - sie waren pure Poesie; sie waren für mich immer die "ehrlichste" Band überhaupt. Sie waren die Van Goghs der Musikszene - sie schufen all diese wunderbaren Juwelen in wenigen Jahren, auch, wenn sie nie das große Geld damit machten. Oder gerade deswegen? Diese CD ist die schönste mir bekannte "Best Of"-Zusammenstellung. Ich gebe keinen Anspieltipp - die Stücke sind allesamt großartig!