Dieser Band ist allein deshalb schon von Interesse, da die Titelerzählung die Vorlage zu dem oscarprämierten Film "Million Dollar Baby" von Clint Eastwood lieferte. Die Stories dieses Buches sind jedoch durchweg lesenswert, einige sind fulminant.
Mag sein, daß manche Charaktere etwas holzgeschnitzt daherkommen: der rauhbeinige, aber gütige irische Trainer; der gute, fleißige Junge aus den Slums etc. Aber was soll's, denn wirklich ans Herz greift, mit welcher Unerbittlichkeit Toole die Geschichten ablaufen läßt. Toole läßt seine Boxer (und vor allem seine Boxerin) oft genug den bitteren Kelch der Niederlage tiefer austrinken, als es dem Leser lieb ist, dem nur selten Happy-Ends beschert werden. Die Stories schicken den Leser auf emotional aufwühlende Reisen voller Furcht und Mitleid - und wie in der antiken Tragödie geht man aus der Lektüre kathartisch geläutert hervor.
Neben der "Million Dollar Baby"-Geschichte (sie ist noch bewegender als im Film), bei der ich - und ich bin recht hartgesotten - tasächliche Tränen vergossen habe, ist die letzte Geschichte "Seilwunden" die beste. Unbedingt lesen!