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Miller & Pynchon
 
 
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Miller & Pynchon [Gebundene Ausgabe]

Leopold Maurer
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
  • Verlag: Luftschacht Verlag; Auflage: 1., Aufl. (2. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902373415
  • ISBN-13: 978-3902373410
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 581.788 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Acht auf zwölf. Dreiundneunzig Komma fünf. 69/4. Zahlen bringen Klarheit. Zahlen bannen die Unübersichtlichkeit der Welt. Miller und Pynchon bekämpfen die Dämonen ihrer Vergangenheit, indem sie einen Breitengrad vermessen, rund um die Welt. Und doch bricht das Verdrängte immer wieder durch: bei Pynchon in tiefer dunkler Melancholie, bei Miller in zwanghafter, wahlloser Sexualität. Leopold Maurers Comic "Miller & Pynchon" erinnert an Zeitungsstrips: Die Figuren auf den sparsam möblierten Schwarzweißzeichnungen sind zur Karrikatur verzerrt, ständig wartet man auf einen Gag, wenn dann aber einer kommt, dann bewegt er sich auf dem Niveau, dass auf Bananenschalen ausgerutscht wird. Es braucht seine Zeit, bis man merkt, dass es Maurer nicht um Gags geht, es geht ihm auch nicht um eine klare Geschichte, sondern einzig um ein hochintelektuelles Literaturspiel: Nicht nur dass seine Helden die Namen berühmter Schriftsteller tragen, sie haben auch einen kafkaesken Beruf, und am Ende tauchen auch noch zwei schießwütige Indieboys mit den Namen Thomas und Berhard auf. Ist das ernst? Todernst. Ein Spiel, 200 für 20. (fis)

Pressestimmen

"eine der schönsten und elegantesten Comicerzählungen dieses Jahres [...]" (tagesspiegel.de) "von der Unmöglichkeit der möglichen Liebe hin zur Möglichkeit einer für unmöglich gehaltenen Liebe. Hoffnungsfroher kann man kaum enden. Und erneut beginnen." (Volltext) "Maurers schwarzweißer Bilderroman besticht durch schwarzweiße Ästhetik und feinen Humor." (Schnüss) "eine flotte, absurde, ungewöhnlich erzählte Begebenheit, die viele Tiefänge und viele Oberflächlichkeiten aufzubieten weiß [...]" (comicgate.de) "Maurers "Miller & Pynchon" besticht in der Verbindung von schlichtem Zeichenstil und anspruchsvoller Sprache." (Berliner Literaturkritik) "Miller & Pynchon sei allein Philosophiestudenten, Postboten, Vermessungstechnikern, Weltverbesserern, Misanthropen, Sammlern von anspruchsvollen Comics und Leuten, die Comics hassen, ans Herz gelegt." (Federwelt) "Lakonisch erzählt und flüchtig skizziert ist Maurer ein beeindruckendes Debüt gelungen." (strapazin.ch) "Leopold Maurer zeichnet und dichtet wie irre, um diese Auflösung von Zeit, Raum und Logik in dieser Stringenz unterzubringen. Alle gängigen Literaturmuster werden angesprohen und an ihr wahres Ende gebracht, in jenen idealen Zustand, wo Fiktion endgültig zur Realität wird. Wunderbar!" (Lesen in Tirol) "Leopold Maurer liefert mit "Miller & Pynchon" zwar auch ein angenehm luftiges Echo zu Pynchons Roman "Mason & Dixon" ab, hält aber in erster Linie anspielungsreich und witzig den Widrigkeiten des Lebens einen klar gezeichnetetn Spiegel vor. Eine schörkellose Graphic Novel, für die man weder Landvermesser noch Pynchonversteher sein muss." (Kieler Nachrichten) ""Miller & Pynchon" ist ein eigenwilliges, intelligentes Buch mit hohem Unterhaltungswert, dessen reduzierter schwarz-weißer Zeichenstil die Bilder nicht als kunstvolle Miniaturen, sondern als Erzählmittel verwendet. [...] Bitte mehr davon!" (APA) "Erst langsam fügen sich die Elemente zu einem immer dichteren handlungsstrang, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag." (newsboard.at) "Trockener Humor, nobles Understatement und gewitzte Anspielungen verpackt in einen außergewöhnlichen Comicroman." (heute.at) "Leopold Maurer hat praktisch eine minimalistische Adaptionvon "mason & Dixon" des mysteriös-genialen Literaturphantoms Pynchon geschrieben, wunderbar werden dabei skurrile Elemente adaptiert und interpretiert." (highlightzone.de) " 20 mit lyrischem Strich hingeworfene Kapitel voller literarischer Anspielungen [...] " (Falter) "Unbeeinträchtigt von Comicmoden bändigt Maurer dieses Hybrid aus melancholisch getöntem, von Surrelschleifen durchzogenen Roman und karg ästhetischer Bildstreifenkunst auf vorzügliche Weise, da er beide Narrationsformen eng aneinander koppelt und ihnen gleichwohl Soli für die kleinen Lebenskatastrophen in kompakter Form überantwortet." (Poetenladen) "[...] eine seltsam zwischen Fantastik und Ironie irisierende REise ins Innere menschlicher Existenz [...]" (Die Presse) "Genial-skurrile Lektüre für zwischendurch und immer wieder." (treffpunkt)

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»Sein Haupteinkommen bezog er in jenen Jahren aus Arbeiten mit Feder und Papier, mühevoll und vormechanisch [...].« (1)

»Wir sprachen noch immer über den Baron de Charlus, als wir in Jimmies Bar eintraten. Es war spät am Nachmittag, und das Lokal begann sich gerade zu füllen. Jimmie war da, mit einem Gesicht rot wie eine Runkelrübe, und ihm zur Seite seine Frau, eine fesche, dralle Französin mit glitzernden Augen. Rundum wurde uns ein glänzender Empfang bereitet.« (2)

»Erinnerte er sich noch an die Alligatorenbabys? Letztes Jahr, oder vielleicht vor zwei Jahren, wollten alle Kinder in Nueva York kleine Alligatoren als Spielzeug haben. Macy's verkaufte sie für fünfzig Cents; jedes Kind, so schien es, mußte einen besitzen. Aber bald wurden sie den Kindern langweilig. Manche setzten sie auf der Straße aus, aber die meisten ließen sie durch die Toilette verschwinden. Und diese waren gewachsen, hatten sich vermehrt, hatten sich von Ratten und Abfall ernährt, und jetzt lebten sie -- große, blinde Albinos -- in allen Kanälen der Stadt. Weiß Gott, wie viele dort unten waren. Manche von ihnen waren zu Kannibalen geworden, weil in ihrer Gegend alle Ratten aufgefressen oder in Schrecken geflüchtet waren.« (3)

»Als ich nun ihre Lippen berührte, schreckten meine Finger zurück; ich kam wieder zu mir. Die Sirenen heulten Entwarnung. Sie schrie noch ein- oder zweimal auf, dann war sie still.« (4)

»Das Theater, das Artaud sich als eine heilsame Epedemie [sic!], als die Anwendung eines Naturgesetzes denken wollte, wo jede Gebärde durch eine andere Gebärde und jede Wirkung durch eine andere Wirkung aufgehoben wird, ist bei Thomas Bernhard auf einen Endzustand reduziert, auf das Leiden, die durch Zerstörung erreichte Darstellung einer Krise, die mit dem Tod endet, weil es Erlösung', Aufhebung der Schmerzen, die die Wirklichkeit dem einzelnen zufügt, nur im Tod gibt.« (5)

»GEGEN DEN MOND HEBT SICH EIN ZWEITER WOLFSMENSCH AB! ER IST VON RIESIGER GESTALT. SEIN WÜTENDES GROLLEN KOMMT EINER HERAUSFORDERUNG GLEICH.« (6)

»[...] sie dreht sich auf den Bauch und bietet mir das Ding an ... da ist es, direkt vor meinen Augen, zu einem Fest einladend.« (7)

»Ich lugte durch das kleine dunkle Loch ins große, schwarze unendliche Universum hinaus und sah den bleich glänzenden Mond, sah ihn wahrscheinlich zum erstenmal seit zwanzig Jahren wirklich an. [...] Er sah ziemlich käsig aus.« (8)

»Wenn ich dem Reiz eines neuen Gesichts unterlag, wenn ich mit Hilfe einer neuen Mädchenerscheinung die gotischen Kathedralen, die Paläste und Gärten Italiens kennenzulernen hoffte, sagte ich mir mit Trauer im Herzen, daß unsere Liebe, soweit sie Liebe eines bestimmten Wesens ist, vielleicht nichts sehr Reales an sich hat, denn wenn auch Assoziationen von angenehmen oder schmerzlichen Träumereien sie eine Zeitlang an eine Frau verhaftet halten können, so daß wir meinen, sie sei uns unweigerlich von jener Seite her eingeflößt, so lebt doch auch anderseits, wenn wir uns willentlich oder unwillkürlich von jenen Assoziationen lösen, diese Liebe, als entstehe sie spontan in uns selbst, wieder auf zugunsten einer anderen Frau.« (9)

»Mit diesen Worten schloß Reinhold seine Erzählung, die mich auf mannigfache Weise gefoltert hatte, indem die seltsamsten Widersprüche in meinem Innern sich durchkreuzten. Mein eignes Ich, zum grausamen Spiel eines launenhaften Zufalls geworden und in fremdartige Gestalten zerfließend, schwamm ohne Halt wie in einem Meer all der Ereignisse, die wie tobende Wellen auf mich hineinbrausten. -- Ich konnte mich selbst nicht wiederfinden!« (10)

Verdammt! So viel zitiert und darüber völlig vergessen, meinen eigenen Text zu schreiben.

»What I value so highly in you Henry is your freedom from cultural snobbishness.« (11)

Anmerkungen:
(1) Thomas Pynchon, Mason & Dixon, Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg, 1999, S. 1.017.
(2) Henry Miller, Wendekreis des Krebses, Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg, 1979, S. 162.
(3) Thomas Pynchon, V., Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg, 1988, S. 41.
(4) Ebd., S. 371.
(5) Elke Kummer, Ernst Wendt, »Die Schauspieler in den Schauspielern der Schauspieler«, in: Anneliese Botond (Hg.), Über Thomas Bernhard, Suhrkamp Verlag: Frankfurt/M., 1970, S. 116-125, hier: S. 123.
(6) Neal Adams, Frankenstein, Bastei-Verlag: Bergisch Gladbach, o. J., S. 33.
(7) Henry Miller, Opus Pistorum, Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg, 1986, S. 147.
(8) T. Coraghessan Boyle, »Die Neumond-Partei«, in: ders., Greasy Lake und andere Geschichten, Deutscher Taschenbuch Verlag: München, 1993, S. 136-157, hier: S. 137 f.
(9) Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. 1: In Swanns Welt. Im Schatten junger Mädchenblüte, Deutsche Buch-Gemeinschaft C. A. Koch's Verlag Nachf.: Berlin, Darmstadt, Wien, o. J., S. 845.
(10) E. T. A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, Verlag Neufeld & Henius: Berlin, o. J., S. 67 f.
(11) John Cowper Powys, Letters to Henry Miller, Village Press: London, 1975, S. 50.
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