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Lee Miller. Begegnungen. Die Porträts einer großen Fotografin des 20. Jahrhunderts
 
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Lee Miller. Begegnungen. Die Porträts einer großen Fotografin des 20. Jahrhunderts [Gebundene Ausgabe]

Lee Miller , Richard Calvocoressi
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Nicolai Berlin; Auflage: 2., Aufl. (Mai 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3875844726
  • ISBN-13: 978-3875844726
  • Größe und/oder Gewicht: 28,7 x 22,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.196.020 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die schöne Frau, die in Hitlers Wanne badete: Das berühmteste Bild, das der Nachwelt von der amerikanischen Fotografin Lee Miller (1907-1977) im Gedächtnis blieb, wurde bezeichnenderweise nicht von ihr selbst, sondern von ihrem Kollegen David E. Scherman aufgenommen.

Im Mai 1945 kamen Miller und Scherman mit den amerikanischen Truppen ins besiegte München, wo sie nicht nur über den Vormarsch der Allierten berichteten, sondern auch die unvorstellbaren Gräuel der nationalsozialistischen Vernichtungslager dokumentierten. Millers Aufnahmen aus Dachau und Buchenwald erschienen zuerst in der amerikanischen Modezeitschrift Vogue, wo die erschütternden Bilder der nationalsozialistischen Tötungsmaschine und ihrer Opfer im verstörenden Kontrast zu den Fotostrecken neuester Damenmode standen. Die Kombination von Fashion und Faschismus hielten viele für mehr als unangemessen, und Kritiker der Fotografin, deren Karriere in den 20er-Jahren selbst als Modell für Vogue begonnen hatten, werfen Miller bis heute vor, mit ihren Aufnahmen den Schrecken des Holocaust eine ästhetische Dimension verliehen zu haben.

Auf diesen Vorwurf nimmt Richard Calvocoressi indirekt Bezug, wenn er in seinen Erläuterungen zu ihren Bildern immer wieder auf die künstlerischen Vorbilder und Vorlieben Lee Millers hinweist. Dabei betont er jedoch, dass Millers Kunst nie verschönend oder gar verharmlosend eingesetzt wird, sondern, im Gegenteil, die Eindringlichkeit des jeweiligen Bildes erhöhen soll. Wenn auch Calvocoressis Ausführungen nicht immer überzeugen können, der Wirkung von Millers Bildern werden sich die Betrachter kaum entziehen können.

Das besondere Gespür der Fotografin für die erschreckend absurden, fast surrealistischen Aspekte von Gewalt und Zerstörung kann sicherlich auf ihre eigenen Erfahrungen mit dem französischen Surrealismus im Paris der 30er-Jahre zurückgeführt werden. Millers Freundschaft mit Künstlern wie Pablo Picasso, Georges Braque, Max Ernst und vor allem Man Ray hatte nicht nur großen Einfluss auf ihr eigenes Werk, sondern fand auch in zahlreichen eindrucksvollen Porträts ihren Niederschlag, die in Calvocoressis Katalog noch durch Millers Aufnahmen von Filmstars wie Marlene Dietrich und Fred Astaire oder Schrifstellern wie Colette und Dylan Thomas ergänzt werden.

Die Begegnungen mit den Bildern Lee Millers bieten eine willkommene Gelegenheit, das Werk einer hervorragenden Fotografin und eine faszinierende Persönlichkeit kennen zu lernen, die zu Unrecht von vielen vergessen oder verkannt wurde. --Peter Schneck

Kurzbeschreibung

Die unkonventionelle Lee Miller (1907-1977) ist eine der anerkanntesten und meist-gepriesenen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Mit zwanzig in New York als Model entdeckt, ging sie zwei Jahre darauf nach Paris, um selbst Fotografin zu werden. Sie wurde Schülerin (und Liebhaberin) von Man Ray und fühlte sich insbesondere den Surrealisten verbunden; im Zweiten Weltkrieg agierte sie als Kriegskorrespondentin, fotografierte vor allem für die Vogue.
Im Lauf ihres Lebens lernte Lee Miller zahllose Persönlichkeiten kennen, alle hat sie fotografiert, viele wurden enge Freunde. Dieses Buch zeigt nicht nur erstmals in gebündelter Form die besten dieser Porträts - darunter Aufnahmen von Pablo Picasso, Dora Maar, Georges Braque, Fred Astaire, Marlene Dietrich, Igor Strawinsky, Yehudi Menuhin, Dylan Thomas, Colette -, sondern auch eindringliche Fotografien von Londoner Bürgern während des "Blitzkriegs", von den Befreiungsfeiern in Paris und von Menschen in Deutschland unmittelbar nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reichs".

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Man muss schon etwas historisches Interesse mitbringen, will man an diesem Fotoband der berühmten Lee Miller (1907-1977) Freude empfinden. Wer über die Neugier an den berühmten, perfekt beleuchteten Porträts (Picasso, Cocteau, Man Ray, Magritte, Strawinsky, Moore etc.) hinaus sich detailgenauer in jene verstrichene Zeit hineinempfinden möchte, kommt allerdings voll auf seine Kosten. So zum Beispiel der Verfasser dieser Rezension, der 1945 in einem Waisenheim abgegeben wurde: Lee Miller hat Kinder 1945 fotografiert: in Heimen, deportiert an Straßenkreuzungen etc. - sie hat Menschen während des Krieges in der Londoner U-Bahn fotografiert, englische Piloten, amerikanische Kriegsberichterstatter mit Gasmasken - und die zusammengebrochenen KZ's. Und zwar sowohl die Opfer als auch ihre Peiniger: letztere erschreckend realistisch in den verschiedensten Selbstmord-Situationen: erhängt, ertränkt, vergiftet. Kein Buch voller Frohsinn - aber ein authentisches, ernstes - mit gottseidank auch einigen Blicken auf das unbeschwerte Leben vor dem zweiten Weltkrieg: auf Oben-Ohne-Gartenparties, auf Baronessen in Cafes und in marmornen Treppenhäusern, auf zum Schalk aufgelegte surrealistische Künstler. Lange Zeit war dieses Buch auch im englischsprachigen Raum vergriffen. Schade, denn es war zum Kultbuch für alle Fotografen-SchülerInnen avanciert. Nun ist es wieder erhältlich ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lee Miller bin ich zum ersten Mal in Wolfburg begegnet, als ich die Ausstellung von Neo Rauch besucht habe. Es gab parallel eine umfangreiche Ausstellung der Fotos von Lee Miller. Seitdem bin ich ihr Fan! Ich liebe das erste Bild in diesem Buch (Georges Limbour und Jean Dubuffet am Fenster und im Hintergrund Lee Miller sie fotografierend) ganz besonders; es folgen hinreißende Porträts, erschütternde Fotos (aus den KZs befreite Gefangene und von ihnen oder von den Befreiern zusammengeschlagene Wärter), liebevolle Bilder (ihr Mann Roland Penrose an Mumps erkrankt im Bett, schief fotografiert, einfach so aus der Hüfte), surreale oder einfach umwerfend komponierte Porträts ihrer Freunde, so schön, dass man sie sich im schlichten Rahmen mit großem weißem Passepartout an die Wand hängen möchte. Alle diese Fotos erzählen einen Teil der Geschichte des Abgelichteten (das unterscheidet sie nach meinem Empfinden von anderen). Die Personen sind selten allein abgelichtet, sie sind umgeben von dem, was sie ausmacht oder umgibt, Bilder, Bücher, Tiere, Möbel, Häuser, wie z.B. Jean Cocteau in einer Kolonnade. Viele Fotos geben die Stimmung des Augenblicks wieder, z.B. Picasso in seinem Atelier, rauchend und offenbar mit Lee Miller redend sowie Françoise Gilot und beider Sohn Claude Picasso im Atelier. Die Bilder haben Flair, man spürt die Menschen.

Ein wunderschönes Buch, das man sich nicht nur einmal ansehen möchte.
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