Auf ihrem Debut-Album fungieren Apollo 440 meines Wissens noch als Trio. Naemlich die Brueder Howard und Trevor Gray zusammen mit Gitarrist Noko. Saenger Mary Mary, DJ Harry K. und die Drummer sind noch nicht dabei. Sind die beiden Nachfolgerscheiben eher rockiger, und der aktuellste Output ('Dude Decending A Staircase') jazzig angehaucht, so ist das erste Album klar elektronischer Natur.
Das Cover hat mich von vorn herein etwas erschrocken, ich hatte etwas "Angst" vor der Musik. Ein blutrot gefaerbtes Artwork und vorne ein Kopf mit aufgeloester Haut. Schien mir ganz schoen Horror-like. In der tat ist die Musik etwas duester, aber auch spannend und spacig. Die Nummern sind teilweise sehr lang. Das einleitende, mit polternden Drums aufwartende 'Rumble /Spirit Of America' ist ganze 9 Minuten lang, das zweite Stueck 'Liquid Cool' ist Keyboard/E-Piano- und Fluestergesang-dominiert und dauert sogar 12 Minuten. Vor allem letztere Nummer ist sehr sphaerisch und laesst sogar etwas Pink Floyd und deren unbestrittene Erben Porcupine Tree durcklingen. Sowohl durch die E-Gitarre als auch durch die sprechenden Stimmen lassen Assioziationen mit diesen Bands zu.
Mit 'Film Me & Finish Me Off' ist fuer mich ein richtiger Elektronik-Hit (mit geilen Floetenklaengen) dabei. Das sowas nicht bekannt wurde... Haette meiner Meinung nach zur damaligen Zeit ein Singlehit werden koennen.
'I Need Something Stronger' ist eher haerter und durchaus discotauglich. Mit 'Don't Fear The Reaper' ist eine sehr interessante, elektronische Cover-Version des Blue Öyster Cult Klassikers enthalten. Besonders geil auch des sehr spacige 'Omega Point'. Erwaehnen moechte ich dann noch 'Stealth Requiem'. Anfangs sagte es mir ueberhaupt nicht zu, da es sehr 400-untypisch ist. Inzwischen muss ich es immer mehrmals hintereinander hoeren. Die sphaerischen Vocals von Elizabeth Gray und die Keyboardloops ziehen den Hoerer in einen Sog, aus dem er nicht mehr entkommt. Ein sehr geheimnissvoller Titel, der der nicht nur aufgrund seines Namens, sondern vor allem aufgrund seiner Musik klingt als wuerde er nach dem Tod stattfinden.
Ein tolles, moderneres Electronic-Album, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts mit Techno zu tun hat. Teilweise monotone und gerade dadurch faszinierende Musik, die durchaus ihresgleichen sucht. Schoen die sphaerischen Frauenvocals, die von Elisabeth Gray eingestreut werden. Mit den spaeteren @440-Alben hat 'Millennium Fever' wenig zu tun. Erst spaeter sollten Rock-, Hiphop-, Reaggae-, und Jazz-Einfluesse dazukommen und die Band sollte zu den Urvaetern des Big Beat dazugehoeren.