Die Ausführungen von Felipe Fernández-Armesto sind äußerst interessant, doch - und diese Einschränkung zieht sich durch das gesamte Werk - ist es kein Standardwerk der Weltgeschichte unseres Jahrtausends, wie im Titel und im Klappentext vermerkt ist. Für Laien ist es gerade durch seine besondere Konzeption nicht geeignet. Die Konzentration auf Randgebiete der Weltgeschichte verwirren den Leser und erschweren die Rezeption. Für Hobbyhistoriker sind dann doch eher die Werke von Eric Hobsbawm geeignet. Kennt man sich in der Geschichte bereits ein wenig aus ist dieses Buch durchaus eine Bereicherung. Leider muss man dazu bemerken, dass hier, gegeben durch den Hintergrund des Autors, eine extrem angloamerikanische bzw. hispanische Sicht der Weltgeschichte gegeben wird. Mit den interessanten und wichtigen Entwicklungen Mitteleuropas, Osteuropas, des Nahen Ostens und des südlichen Afrika beschäftigt sich der Autor kaum. Dies mag eine bewusste Wahl gewesen sein, doch erscheint der Leitfaden in der Einleitung eher als eine Art Entschuldigung für Unkenntnis, als eine systematische Auswahl. Besonders für deutschsprachige Leser ist die präsentierte Geschichte unpräzise und lässt wichtige Gegebenheiten vermissen. Auch haben sich, das lässt sich bei einem solch umfassenden Buch nicht vermeidden, viele Fehler eingeschlichen, die eine Revision unumgänglich machen. Anstössig ist nicht zuletzt die Verwendung des eigentümlichen Stilmittels der "Galaktischen Beobachter". Hier wird scheinbar der Standpunkt der Betrachters, in diesem Fall des Autors, verlagert, so dass dieser nun "objektiv" bewerten kann. Leider können die aufgeführten Argumente nicht immer vollends überzeugen. Nur zwei Sterne, weil ein Anspruch erhoben wird, der nicht erfüllt wird.