Kurzbeschreibung
Viele kennen Joakim Bouaziz von seinem grandiosen 2007er Album Monsters & Silly Songs - einem Instant-Classic aus Disko, Post-Punk und Pop. Oder von seinen Remixen für Künstler wie Cut Copy, Simian Mobile Disco, Annie, Alter Ego, DJ Mehdi, Royksopp and Poni Hoax. Oder als Macher hinter den Kulissen von Tigersushi, dem legendären Pariser Label an der Grenze zwischen Post-Punk, Dance und Avant-Garde. Aber egal woher man Joakim auch kennt - sein drittes Album wird definitiv jeden überraschen. Kurz gesagt: Mach Dich bereit, weggeblasen zu werden. Dafür sorgt schon der Opener "Back to Wilderness", der acht Minuten lang für Sturm-und-Klang sorgt - mehr Black Sabbath als Black Devil, eher Sonic Youth als Sleeping Bag. Und das ist erst der Anfang. 51 Minuten lang mischt Joakim mit seiner Band Old-school Computer-Musik, Elektro-Pop, Blues, New Wave, Krautrock und New Pop zu einem nach vorne gehenden und bemerkenswert stimmigen Album, das sich nicht auf eine Stilrichtung und schon gar nicht auf eine einzige Grundidee reduzieren lässt. Hier gibt es nur visionäres, eigenständiges Songwriting. Das Album folgt dabei so stringent einem alles umspannenden Gesamtkonzept, wie es in zeitgenössischen Longplayern nur noch selten der Fall ist. Das gilt auch für "Spiders", die erste Single des Albums - sechs Minuten Italo-Arpeggios, flüssige Gesangsharmonien, Acid-House Snare Drums und ein ausgedehnter Afro-Pop Breakdown, der die wilde Authentizität des gesamten Albums perfekt auf den Punkt bringt. Während das Vorgängeralbum Monsters & Silly Songs geprägt war von einer turbulenten Entstehungsphase, ging es bei den Aufnahmen für Milky Ways sehr viel entspannter zu. Nachdem Joakim und seine Band - einstmals bekannt als Ectoplasmic Band, nun als "The Disco" - ihr Zusammenspiel unterwegs auf Tour verfeinern konnten, kehrten sie zurück ins Studio, um zu jammen und die unterwegs gesammelten Ideen in kompletten Songs zu verwandeln. Das anschließende Jahr verbrachte Joakim dann damit, die Aufnahmen zu arrangieren und dem Album seinen finalen Schliff zu geben. Einige Tracks - "Travel In Vain" und "King Kong Is Dead" - blieben weitgehend unverändert und verkörpern so den rohen Live-Sound der Band. Andere Songs bringen mit ihrem komplexen Geflecht aus Gitarren, Synthesizern, Beats und Vocals Joakim's Talent als Soundarchitekt zum Vorschein - wenngleich das Ergebnis ihn selbst genauso überrascht hat, wie es andere tun dürfte: "Immer wenn ich eine Aufnahme beendet habe, denke ich: Okay, das gefällt mir nicht. Nächstes Mal muss ich es anders machen", sagt Joakim. "Diesmal wollte ich, dass es einfacher und direkter wird als beim letzten Album. Aber ich würde sagen, das hat nicht geklappt. Als ich das Album gemastert habe, dachte ich: Wow, das ist ziemlich heftig. Es schien so, als wäre mir ab einem gewissen Punkt die Kontrolle über den gesamten Prozess aus den Händen geglitten."