Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Politisches Attentat in den 70ern....., 13. Oktober 2009
Am 27. November 1978 klettert der zurückgetretene Stadtrat Dan White (Josh Brolin) durch ein Fenster in das Rathaus von San Francisco, betritt das Büro von Bürgermeister George Moscone und erschießt ihn. Danach läuft er zielgerichtet in das Büro des Bezirksbürgermeisters Harvey Milk (Sean Penn) und tötet den 48 Jahre alten Kommunalpolitiker.
Damit geht eine sehr ungewöhnliche politische Karriere im Amerika der 70er Jahre zu Ende.
Bereits Rob Epstein realisierte 1984 den oscarpreisgekrönten Dokumentarfilm "The Times of Harvey Milk", der das Leben des ersten sich zur Homosexualität bekennenden Stadtrat von San Franzisco zeigt.
Sein geschichtlicher Stellenwert als Bürgerrechtler, vor allem in der Schwulen- und Lesbenbewegung Amerikas, ist enorm hoch.
Gus van Sant, einer der bekanntesten Autorenfilmer der USA hat sich bereits einen exzellenten Namen als Macher anspruchsvoller Stoffe über Aussenseiter machen können, seine Filme wie "Elephant", "My private Idaho", Drugstore Cowboy" oder "To die for" haben eine grosse Fangemeinde.
Mit "Milk" ist ihm sogar wieder aml ein ähnlich geglückter Wurf in Punkto Kommerz gelungen wie vor einigen Jahren mit "Good Will Hunting".
Das Biopic über den Politiker Milk war einer der grossen Favoriten bei der diesjährigen Oscarverleihung und Sean Penn gewann den Academy Award als bester Hauptdarsteller.
Harvey Milk zieht 1972 zusammen mit seinem Lebenspartner Scott Smith (James Franco) von New York nach San Francisco. Im Castro-Bezirk, einem Vorort eröffnet er einen Fotoladen.
Milk verändert sich vom New Yorker Börsenmakler in der Post-Hippie-Ära zum Anti-Vietnam Demonstrant. Weil er offen zu seiner Sexualität steht und darüberhinaus auch noch politisch interessiert und aktiv wird, formiert sich in den progressiven 7oer Jahren sehr bald eine schwule Community, die immer selbstbewusster wird und Solidaritätseffekte ins Rollen bringt.
Harvey Milk zieht seinen Anzug wieder an und hat grosses Interesse an einem politischen Amt.
Diese toleranten Errungenschaften, die in dieser Zeit stattfinden, haben aber auch Feinde, vor allem im konservativen Lager und den starken fundamentalistischen christlichen Glaubensgemeinschaften.
1977 erließ Dade County in Florida eine Menschenrechts-Verordnung, die eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität verbot und die von anderen Staaten übernommen wurde. Die bekannte Countrysängerin Anita Bryant (Paper Roses) und Werbeikone für Orangensaft und Tupper war auch ein Mitglied der Southern Baptist Kirche. Sie startet zu dieser Zeit ein zweifelhaftes und unrühmliches Comeback als prominentes Zugpferd einer diskriminierenden Kampagne, die die Rücknahme dieser "sündigen" Verordnung forderte und zu dieser Zeit sogar eine weltweite Aufmerksamkeit fand. Diese Forderungen wurden mit dem religiösen Empfinden begründet. Man befürchtete allen Ernstes, dass Schwule Lehrer, Erzieher unschuldige Kinder und Jugendliche rekrutieren wollten. Bryans politische Organisation hatte den Namen "Save our Children" und Harvey Milk begann seine Reden immer mit "Mein Name ist Harvey Milk und will euch rekrutieren"....
Gus van Sant hat mit "Milk" ein eindrucksvolles Portrait dieser Zeit geschaffen, viele Archivaufnahmen wurden in die Handlung integriert, so dass der Film einen sehr dokumentarischen Stil erhielt. Dies macht ihn zusätzlich kraftvoll und authentisch bei seinem Thema vom "Kampf um die Bürgerrechte".
Dass der Weg nach oben nicht ohne Opfer funktioniert und im Falle von Milk und seinem Anliegen noch zusätzlich Feinde mit sich bringt, zeigt der sehr interessante Film eindrucksvoll.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gus van Sants bewegende Biografie eines Kämpfers - mit einem überragenden Sean Penn, 14. August 2009
Mit dem preisgekrönten Biopic MILK hat Regisseur Gus van Sant 2008 wahrscheinlich seinen bislang publikumsfreundlichsten, zugängstlichen Film geschaffen. Für die Hauptrolle des Aktivisten Harvey Milk, der als Stadtrat im San Francisco der 70er für die Rechte der schwulen Community gekämpft hat, und der von einem Widersacher kaltblütig erschossen wurde, stand ihm ein Sen Penn zur Verfügung, der hier eine derart atemberaubende Vorstellung zeigt, dass er sämtliche gewonnenen Filmpreise inklusive Oscar dafür absolut verdient hat - man müsste eigentlich noch ein paar Preise dazu erfinden. Penn gehört zu den ganz wenigen Schauspielern, die den Zuschauer vergessen lassen, wer da spielt, er schlüpft komplett in eine andere Haut. Jede Geste, jeder Blick, alles gehört zu Harvey Milk, und man kann ihn nicht genug dafür bewundern. Die Nebendarsteller zeigen ebenfalls starke Leistungen, insbesondere Emile Hirsch und Josh Brolin, der als Nemesis von Milk aus einem zutiefst unsympathischen Charakter eine zerrissene Figur macht, deren Beweggründe zwar nicht verständlich, doch zumindest deutlicher werden.
Van Sant reichert MILK mit Originalaufnahmen an und erschafft so die größtmögliche Authentizität einer Zeit, in der auf der Straße für das gekämpft wurde, was uns heute viel zu oft als selbstverständlich erscheint. Van Sant inszeniert zwei aufwendige Massendemonstrationen so packend, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu stecken. Trotz allen Aufwands und Schrägheit von Kostüm und Maske, die immer wieder für Humor sorgen, bleibt der Mensch Harvey Milk aber stets im Zentrum des Films. Wie Sean Penn selbst in einer Schlüsselszene sagt, ging es Harvey Milk nicht um "Issues", um politische Themen, ihm ging es um sein Leben, er war die Stimme aller gesellschaftlichen Außenseiter, die sich von einer hasserfüllten Mehrheit nicht mehr vorschreiben lassen wollten, wie sie zu leben haben. Wer heute einen Blick z.B. nach Kalifornien wirft, wird sich schnell bewusst, dass Harvey Milks Kampf noch lange nicht vorbei ist - umso wichtiger, dass wir ihn nicht vergessen. Gus van Sant, Drehbuchautor Dustin Lance Black und Sean Penn haben ihm ein würdiges Denkmal gesetzt. MILK ist ein menschlicher, bewegender, wichtiger und aufwühlender Film über einen Menschen, der uns allen ein Vorbild sein muss. Danke schön!
In dem Zusammenhang empfehle ich gern die preisgekrönte Dokumentation The Times of Harvey Milk (OmU).
Die Blu-Ray bietet MILK in hervorragender Qualität, wie es sich für einen Film aktuellen Datums gehört. Die Farben sind satt, die Tiefenschärfe ist größtenteils hervorragend (eine nicht ganz ernst gemeinte Anmerkung: die Schärfe führt dazu, dass Sean Penn nur in einem einzigen Moment - wenn auch schuldlos - nicht glaubwürdig ist, wenn er zu Beginn sagt, er sei 39, da straft ihn die hohe Auflösung Lügen), die Mixtur aus teilweise grobkörnigem 70er-Dokumaterial und Van Sants farbgedämpfter Inszenierung funktioniert ganz wunderbar. Das Bild ist 1,85 in 16:9.
Der Ton liegt in wuchtigem Deutsch/Englisch DTS-HD vor, und obwohl MILK weißgott kein Film der brachialen Soundeffekte ist, klingen sowohl Danny Elfmans Score als auch die Straßenschlachtszenen brillant. Der eindrücklichste Soundeffekt kommt von Josh Brolin, der in einer Sitzungspause des Stadtrats wütend auf Milks Tisch schlägt und das tragische Ende von Milk vorwegnimmt. Deutsche UT für Hörgeschädigte sind vorhanden, englische nicht.
Die Extras sind identisch mit der herkömmlichen DVD und zwar zahlreich, aber etwas enttäuschend. Neben den unspektakulären Promo-Features "Marsch für Gleichberechtigung", "Erinnerungen an Harvey Milk" und "Hollywood kommt nach San Francisco" gibt es einige wenige Deleted Scenes (u.a. eine sehr lustige, in der Penn als Clown verkleidet um Stimmen wirbt), ein Blick hinter die Kulissen und Interviews, die allesamt zu kurz geraten sind - so darf Regisseur Van Sant gerade mal ein paar Sätze zu seinem Film sagen. Ich vermute stark, dass eine Special Edition in Planung ist, in der dann auch die vollständigen Interviews zu sehen sein werden.
Das Cover lässt sich nicht wenden!
Insgesamt aber ist dies eine hervorragende Umsetzung eines sehenswerten und wichtigen Films, den ich jedem nur ans Herz legen kann.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Leben und Wirken von Harvey Milk, ein Plädoyer für Menschlichkeit..., 13. August 2009
"Milk" ist ein Film von Gus Van Sant aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch stammt von Dustin Lance Black und wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.
Der Film behandelt die letzten acht Jahre im Leben von Harvey Milk, der als erster bekennender Homosexueller in den Stadtrat von San Francisco gewählt wurde. Sein Leben verlief bis zu seinem vierzigsten Geburtstag relativ unspektakulär, er arbeitete bei einer Versicherung in New York. Zusammen mit seinem Lebensgefährten zog er dann nach San Francisco und eröffnete einen Fotoladen. Dort begann seine politische Laufbahn, denn er engagierte sich immer mehr für die schwule Community und benachteiligte Randgruppen. Nach einigen Anläufen wurde er dann tatsächlich in den Stadtrat gewählt und schaffte sich dadurch auch gleich einige Feinde. Aber Harvey Milk ließ sich nicht unterkriegen und glaubte an das, wofür er stand. Rückblickend kann man seine Verdienste gar nicht hoch genug anrechnen. Auch wenn sie ihn letztendlich das Leben gekostet haben...
Mag auch die Besetzung der Hauptrolle mit Sean Penn auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmuten, so verfliegen hier sämtliche Bedenken bereits nach wenigen Filmminuten. Ich mache keinen Hehl aus meiner Bewunderung für Sean Penn, da ich weiß wie wandlungsfähig er ist. Die Rolle des Harvey Milk ist nur ein weiteres grandioses Beispiel dafür. Regisseur Gus Van Sant hat hier einen erstaunlichen Besetzungscoup gelandet, denn eine Person wie Harvey Milk, der fröhlich, charismatisch und überaus freundlich den Menschen gegenüber war mit Sean Penn zu besetzen, konnte entweder nur scheitern oder sich als absoluter Glücksgriff erweisen. Nun, es ist Gott sei Dank letzteres geworden und Sean Penn konnte für diese Rolle völlig zu Recht seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller entgegennehmen.
Die Nebenrollen sind zudem auch exzellent besetzt. Besonders Josh Brolin als Stadtrat Dan White ist hier zu erwähnen. Ich kann diesen Film absolut empfehlen, wer hier am Ende keine Tränen im Auge hat, der hat wahrscheinlich ein Herz aus Stein.
Als Ergänzung zu diesem Film empfehle ich übrigens die sehr gute Dokumentation "The Times of Harvey Milk" von Robert Epstein aus dem Jahr 1984.
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