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Militärmusik: Roman
 
 

Militärmusik: Roman [Kindle Edition]

Wladimir Kaminer
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wladimirs Welt
"Nie etwas ausdenken, sondern dem Leben vertrauen" -- das war der erste Leitsatz des Wladimir Kaminer, als er uns mit dem herzerfrischend komischen Debütband Russendisko in den Alltag seines weit verzweigten Berliner Freundeskreises entführte. Was aber, so mag sich Kaminer gefragt haben, sind elf Jahre Leben im Nachwende-Berlin gegen 23 in der Sowjetunion? Kein Wunder also, wenn der 1967 -- im Jahr der Jubelparaden zum 50. Jahrestag der großen Sozialistischen Oktoberrevolution -- Geborene erneut das tut, was er am besten kann: Kaminer erzählt sein Leben als Schelmengeschichte eines anarchischen Taugenichts, als moderne Schwejkjade.

Dass die Grenze zwischen Realität und Fiktion manchmal sehr dünn ist, muss der Dampfplauderer schon als ABC-Schütze erfahren -- als "Politinformator" seiner Klasse erfindet er mit Hilfe vergilbter Prawda-Exemplare haarsträubende Tagesnachrichten und darf, als die Sache auffliegt, nicht in den Jugendverband Komsomol eintreten. Kein schlechter Start für ein Leben als Outcast, doch es kommt selbstredend noch besser: Ob als Praktikant am Moskauer Majakowski-Theater, als Begleiter eines Rindertransports ins ferne Samarkand, als Parkwächter oder als Organisator von Undergroundkonzerten in winzigen Privatwohnungen -- stets ist Wladimir Sand im Getriebe der sowjetischen Volkswirtschaft -- und den wegen ihrer stets matschbekleckerten hellen Sakkos als "Birkenmänner" verspotteten KGB-Praktikanten der Abteilung "Jugendverfolgung" ein Dorn im Auge. Dass ein Mathias Rust mit seiner Cessna auf dem Roten Platz landen konnte, verwundert heute niemanden mehr -- natürlich ist es Wladimir, der zu dieser Zeit seinen Wehrdienst in einer Moskauer Luftabwehr-Einheit versieht (und nach dem Rust-Fiasko immerhin zum "stellvertretenden Vergnügungsorganisator" befördert wird).

So zeigt uns das Kaminersche Kuriositätenkabinett gleichsam im Zeitraffer und von unten den Zusammenbruch des sowjetischen Riesenreichs. Das "harte sozialistische Ei, dass seit Jahrzehnten im kochenden Wasser des kalten Krieges vor sich hin gebrodelt hatte" bekommt zunehmend Risse; Gorbatschows Perestrojka beschert dem Land am Ende zwei neue Spielzeuge: Business für die Väter, Freiheit für die Söhne. Am Tag des Abschieds von der Heimat, das Ticket nach Berlin in der Tasche, bietet sich unserem Helden in der Moskauer Bahnhofshalle ein Bild mit Symbolcharakter: Lenin-Statuen aus Bronze, Marx-Köpfe in Gips, weder bestellt noch abgeholt. "Keiner kümmerte sich um die Denkmäler, niemand wollte sie haben. Zusammen stellten sie ein neues Monument dar: Revolutionäre auf Reisen. Versteinert vor Wut." Wahrscheinlich muss man aus Bronze oder Gips sein, um dem Charme des tolldreisten Geschichtenerzählers Kaminer nicht zu erliegen. Einen doppelten Wodka Putin für den Autor, bitte! Auf die Gesundheit! Und auf das Leben. --Niklas Feldtkamp

Amazon.de-Hörbuchrezension

Ein Buch von Wladimir Kaminer würde ich nicht lesen. Weil es einfach zu schade wäre, diesen Autor und seine Texte nicht zu hören. Der schwere, kehlige russische Akzent, der ihm auch in elf Berliner Jahren glücklicherweise nicht abhanden kam, ist so etwas wie sein Markenzeichen. Und er steigert die Komik dieser absurden Geschichten über eine Jugend im real existierenden Sozialismus und während der letzten Jahre der Sowjetunion beträchtlich.

Von den sieben Erzählungen aus Militärmusik fehlen auf dem Audiobook leider drei -- zu hören sind: "Sozialistische Erziehung", "Tiertransport", "Die Läuse der Freiheit" und "Der Fahneneid". Was neben ein paar alten Fotos aus Kaminers Wehrdienstzeit nicht fehlt, und auf einer CD, die Militärmusik heißt, auch nicht fehlen dürfte -- ächte russischää Militärmjusick: Jeweils am Anfang und am Ende der beiden CDs erschallen zackige Märsche und stimmungsvolle Soldatenchöre -- das Tüpfelchen auf dem I. Spassiba, Wladimir, Spassiba! --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 152 Minuten, erhältlich auf 2 CDs oder auf 3 MCs.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "mguethe"
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch läßt einen nicht mehr los.
Ich habe gestern angefangen es zu lesen und bin heute damit fertig geworden und das, obwohl ich mir eisern vorgenommen hatte, für die Klausur zu lernen, die ich übermorgen schreibe...
Kaminer schreibt in einer selten humorvollen und unterhaltsamen Art, das ich jetzt noch ab und an leise oder auch mal laut vor mich hinlachen muß, wenn ich an einige Situationen aus dem Buch zurückdenken muß.
So wie er seine Heimat Russland, seine Mitmenschen, Erlebnisse und kleinen Abenteuer sowie den ganzen (eigentlich nicht sehr witzigen) sozialistischen Apparat beschreibt muß man seine Erzählweise einfach lieben.

Ein tolles Buch, dass ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Selten habe ich in der letzten Zeit ein derartig kurzweiliges Buch wie "Militärmusik" gelesen: Der unverwechselbare Schreibstil von Wladimir Kaminer hat sich hier im Vergleich zu den schon exzellenten Vorgängern noch um einiges gesteigert, die tollen, gespielt naiven Beobachtungen und der trockene Humor fangen einen sofort in den realsozialistischen Alltag ein. Statt realsozialistischer Propaganda oder den üblichen Berichten vom Leben im Unrechtsstaat wird hier eine Perspektive von "unten" eröffnet, sei es die realsozialistische Kindheit (wo Kaminer ganz beiläufig den "roten Plastikpanzer" als durchaus gängiges realsozialistisches Spielzeug erwähnt), die nationalen Konflikte im Vielvölkerstaat Sowjetunion oder die Underground-Szene um Hippies, Punks und Heavy-Metal-Fans: Alles wird mit einem leichten Augenzwinkern erzählt. Da wird Gorbatschow auf einem Portrait mit dem Weihnachtsmann verglichen und die antisemitischen Auswüchse einer Bürgerinitiative werden nur durch die gewählte Formulierung des Dargestellten dezent lächerlich gemacht.
Kaminer schreibt beobachtend, faktisch, statt lange Charakterbeschreibungen erschließt sich der Charakter seiner Figuren größtenteils durch ihre Handlungsweise. Seine gute Beobachtungsgabe und vor allem sein literarisches Talent lassen den Leser Alltagssituationen nochmals miterleben und herzlich darüber lachen.
Insgesamt, vor allem wohl wegen der Thematik, das wohl beste Buch Kaminers.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Er ist schon ein rechtes Schlitzohr, dieser Wladimir Kaminer. Als wolle er beweisen, dass die „Russische Seele" noch viel mehr zu bieten habe, als ständige Melancholie und Sehnsucht, schreibt er über seinen früheren Alltag in der russischen Heimat in einer Art und Weise, die - warum auch immer - ein wenig an Ephraim Kishon erinnert. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie erzählt der Wahlberliner seine Geschichten, die dem Leser humorvoll einen Spiegel vor das Gesicht halten.
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Selbstironisch, zum Schreien komisch und dazu noch richtig informativ
Wer hätte das gedacht? Dass man ausgerechnet von Spaßvogel Wladimir Kaminer lernen könnte, wie das so war mit dem Leben in der Sowjetunion hinter dem Eisernen... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Tuuli veröffentlicht
Live Kult, aber finde keinen Zugang zu seinen Büchern!
Wer Wladimir Kaminer schon einmal live erlebt hat, weiß - der Mann ist Kult. Ich bin froh, dass ich Kaminer als Geschichtenerzähler mit seinem trockenen Humor... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2010 von goat
Kaminer mal in Russland Back to the roots
Eigentlich für mich das erste Mal, dass ich Kaminer mit seinen Wurzeln in Russland lese.
Manches ist gewöhnungsbedürftig, da Kaminer den Kommunismus als lustige... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. April 2008 von Ralf Dittmar
oh je
also nach den vielen bewertungen hätte man annehmen können,dass das buch wirklich etwas witziges zu bieten hat, aber leider kann ich dem gar nicht zustimmen und lustig... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. November 2007 von mary m.
Achtung, die Russen kommen
Wladimir Kaminer mit seinem einzigartigen Humor erzählt Anekdoten aus seiner Jugend. Wer hier keinen Roman und auch keine Autobiographie erwartet, sondern sich von den vielen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. April 2007 von René Schmude
Anekdoten ohne roten Faden
Viele nette Anekdoten bietet Kaminer da, meist nett zu lesen, manchmal aber auch einfach nur öde und in die Länge gezogen, ohne auf den Punkt zu kommen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Mai 2006 von Martin Oberm
"achterbahn buch", erst aufregend, dann nichts neues
Das Buch "Militärmusik" ist im Grunde ein gelungenes Werk eines Mannes, der eine kritsche Sichtweise auf sein "Mütterchen Russland" zum besten gibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2004 von "tim-nemitz"
Das typische Ostblockleben
Wladimir erzählt Episoden seines Lebens. Die Sprache ist unkompliziert und realistisch. Es werden viele Einzelheiten des täglichen Lebens beschrieben, dadurch ist der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juni 2004 von Manfred Neuber
Ein Blick zum russischen Nachbarn
Kaminer ist ein begnadeter Erzähler und Geschichtenerfinder, schon in der Grundschule, wie er selber schreibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. November 2003 von Christian von Montfort
Hervorragend
Spätestens seit seinem Buch „Russendisko" ist Wlademir Kaminer in jeder Buchhandlung präsent. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Oktober 2003 von Marc Stoeber
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