Nach drei Jahren melden sich die Deuitschen Undertow zurück mit dem neuen Album "Milgram" und nach dem hochgelobten Vorgänger "34ce" hat die Band kein leichtes Spiel, die Erwartungen zu erfüllen. Die Band wurde 2003 von ihrem Schlagzeuger verlassen, schnell konnt aber ein Ersatz gefunden werden, der das Trio musikalisch weiter brachte, ohne aber mit dem typischen Stil der Band zu brechen. "Milgram" ist da und eine düster rockende Dampfwalze.
Musikalisch gibt es hier fette Gitarrenriffs und druckvolle Gitarren- und Bassläufe. Auf Metal-Solos wird verzichtet, das wäre ein Widerspruch für die düstere Atmosphäre, die die Band aufbaut. Atmosphärisch also irgendwo bei Cold oder düseteren Songs von Staind gelagert, hat das Album musikalisch damit aber im Grunde gar nichts zu tun. Der Gesang erinnert manchmal an Metallica zu ihren Kill 'Em All Zeiten, aber auch hier lassen sich musikalisch bis auf die gemeinsame Basis - den Metal - keine Parallelen ziehen. Musikalisch erinnern Undertow auf "Milgram" am ehesten vielleicht an Crowbar. Allerdings mischt die Band diese wuchtigen Gitarren mit der düsteren Atmosphäre, dass man sich manchmal an Tiamat zu den Wildhoney-Zeiten erinnert fühlt, unterstützt durch den spärlichen Einsatz von anderen Instrumenten wie Klavier. Man kann also als Fazit daraus ziehen, dass Undertow wieder einmal eine ganz eigene und ungewöhnliche Mixtur von Sounds gelungen ist, die man so in Deutschland schwer anderswo findet. Undertow gehen mit mehr Gefühl als Crowbar zur Sache, haben drückendere Gitarrenwände als Tiamat und viel Gespür für traurige Melancholie. Manchmal schimmern alte Noise-Rock-Elemente, wie man sie von Kerbdog oder Helmet kennt durch. "Milgram" ist ein gelungenes und ganz eigenes Album, das allen Fans der schon vergleichsweise aufgezählten Bands gefallen kann und damit sehr zu empfehlen ist.