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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Plautus pur,
Rezension bezieht sich auf: Miles gloriosus /Der glorreiche Hauptmann: Lat. /Dt (Taschenbuch)
Die Geliebte (Philocomasium) eines sympathischen jungen Atheners (Pleusicles) ist entführt und als Sklavin an den sogenannten glorreichen Hauptmann verkauft worden. Pleusicles hat sich im Nachbarhaus einquartiert und schafft es mit Hilfe seines treuen Sklaven, der zusammen mit Philocomasium entführt und an den Hauptmann verkauft worden ist, heimliche Treffen mit seiner Süßen herbeizuführen. Köstlich, wie es immer wieder gelingt, den Argwohn des eifersüchtigen Hazardeurs und seiner Diener zu zerstreuen, auch wenn sich die Lage am Ende zuspitzt.Diese Komödie ist neben dem „Amphitryon" und den leider nicht ganz vollständig erhaltenen „Bacchides" die derbste und witzigste, die von den alten Römern auf uns gekommen ist. Dies ist Plautus pur, ein frühes Meisterwerk der Situations- und Verwechslungskomik, bei der sich spätere große Komödianten wie Shakespeare („Was ihr wollt") und Molière („Der Geizige") inspiriert haben. Dieses Stück ist nichts für Freunde „erhabener" Klassik, und wer feinen Humor zum Schmunzeln sucht und wert auf kontinuierliches Fortschreiten der Handlung legt, der sollte sich lieber bei dem Konkurrenten des Plautus, Terenz, umsehen (von diesem ist z.B. „Der Selbstquäler" zu empfehlen) oder bei seinem griechischen Vorgänger Menander („Der Griesgram"). Wer sich aber vor Lachen gern auf die Schenkel schlägt und auch für manchen Kalauer zu haben ist, für den ist Plautus und besonders „Der glorreiche Hauptmann" ein Schatz. Die Übersetzung in dieser zweisprachigen Ausgabe ist witzig und schwungvoll. Nur schade, daß die sprechenden Namen nicht übersetzt wurden, was freilich für die Orientierung in einer zweisprachigen Ausgabe sinnvoll ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Wie der Gute gut die schlechten Sitten traf!",
Von
Rezension bezieht sich auf: Miles gloriosus /Der glorreiche Hauptmann: Lat. /Dt (Taschenbuch)
Von den 21 erhaltenen Komödien des Titus Maccius Plautus ist der ‚miles gloriosus' das wohl bekannteste Werk. Plautus, der in der Mitte des dritten vorchristlichen Jahrhunderts in Umbrien geboren wurde und im Jahre 184 vor unserer Zeitrechnung in Rom starb, wählte seine Vorlagen - wie Terenz auch - aus dem reichen Fundus der neuen griechischen Komödie. Neben dem stilistisch eleganteren Schreibstil eines Terenz fand Plautus zunächst wenig Beachtung. Das änderte sich erst, als die italienische commedia dell' arte die Charakterfiguren des Plautus entdeckte.In der Einführung erfährt der Leser die Vorgeschichte. Der Söldnerhauptmann Pyrgopolynices entführte eine athenische Hetäre mit Namen Philocomasium nach Ephesus. Diesen eilte der Sklave Palaestrio per Schiff nach, wird selbst gefangen genommen und dem Hauptmann zum Geschenk gemacht. Heimlich informiert der Sklave seinen Herrn Pleusicles, den Liebhaber der Hetäre. Dieser macht sich auf den Weg nach Ephesus. Hier setzt die Handlung der Komödie ein. Der Liebhaber logiert im Nachbarhaus des Hauptmanns. Dorthin gelangt durch einen Mauerbruch die Geliebte zum Rendezvous. Sceledrus, ein Sklave des Pyrgopolynices beobachtet die beiden. In höchster Bedrängnis entwirft Palaestrio nun einen geschickten Plan: „...mit dieser schlauen List probier ich es: dieses Mädchen sei die Zwillingsschwester Philocomasiums „. Abwechselnd spielt das Mädchen beide Frauenrollen und verwirrt so Sceledrus. Für den zweiten Teil des Planes hat Palaestrio „ein feines Stück mir ausgedacht, wie wir unseren reichgelockten Hauptmann recht barbieren „ können. Acroteleutium, eine Hetäre aus Ephesus, wird angeworben und stellt sich in den Hauptmann verliebt. Dieser begehrt die neue Eroberung und überlegt, wie er Philocomasium los wird. „Die lass du nur gehen, wohin sie will!", rät Palaestrio., „lass ihr Goldschmuck und Geschmeide, womit du sie hast geschmückt, zum Geschenk". Pyrgopolynices folgt dem Rat und schenkt Philocomasium auf deren Wunsch auch noch seinen Sklaven Palaestrio. Acroteleutium lockt den Hauptmann in das Nebenhaus. Dort wird jener beim - scheinbaren - Ehebruch ertappt und muss sich seiner Haut wehren: „Längst schon giert's, dem Ehebrecher abzutrennen sein Gemäch". Nachdem er das Spiel des Palaestrio durchschaut hat, besinnt er sich: „Recht geschah mir". Was zeichnet die Komödie des Plautus aus? Sicherlich die Figur des Titelhelden Pyrgopolynices, der von sich selbst behauptet: „Ich kam nur einen Tag später zur Welt als Jupiter von Mutter Rhea" und „Welch Not, ein gar zu schöner Mann zu sein!" An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht! „...ein Großmaul, Schuft, ein Mistkerl, Ausbund von Betrug und Hurerei. Er sagt, von selber liefen alle Frauen ihm nach - und lachen ihn doch alle aus, wo er auch geht", urteilt dagegen Palaestrio. Schauen wir uns die weiteren Charaktere des Stückes einmal näher an, so entdecken wir drei, sehr ungleiche Paare. Betrachten wir zunächst die beiden Sklaven des Hauptmanns, Palaestrio und Sceledrus. Palaestrio wird uns als listen- und ideenreich vorgestellt; er gibt dem Stück die Impulse: „So ist nun mein Plan, mit dieser schlauen List probier ich es". Anders hingegen Sceledrus. Ihm weist Plautus die Rolle des leicht zu Täuschenden, des Einfältigen zu, der am Ende nicht mehr weiß, was er glauben soll: „Nun merk ich erst, wie mein Auge war umnebelt!". Auch das dritte Paar könnte ungleicher nicht sein: Periplectomenus, der Besitzer des Nachbarhauses und Pleusicles, der Geliebte Philocomasiums. Der junge Pleusicles ist bescheiden und sparsam: „Mir genügt ja schon der Aufwand, den du hast um mich gemacht ... kauf denn mäßig, nicht mit Aufwand". Er denkt an eine Famile und plant Nachwuchs: „ Kinder haben ist doch ein ergötzlich Ding!" Der welterfahrene Pleusicles ist Anfang fünfzig, ein Lebemann, der sich an den schönen Dingen erfreut: „... und bin noch nicht ausgetrocknet ganz von Freude und Genuß". Als überzeugter Junggeselle liebt er seine Freiheit und wettert gegen das zarte Geschlecht: "Doch ich hab nicht Lust, mir eine Kläfferin ins Haus zu ziehn ... Welch schlimme Ware ist das Weib!". Prädikat: amüsant Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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