"Warum lächeln Sie eigentlich, Mr. Davis", möchte man unvermittelt fragen, angesichts des so freundlich 'dreinschauenden Herren auf dem so spärlich gestalteten Cover. "Tja, Mann", könnte die Antwort im O-Ton lauten, "weil ich da eine Truppe von ... versammelt habe, die alles so ... brilliant spielen kann, dass ich mir ein zweites ... freuen könnte". Aber im Ernst: Das Album "Miles Smiles" vom Oktober 1966 ist ein ein weiterer Meilenstein auf dem Trip des zweiten "großen" Miles Davis Quintetts, bestehend aus Wayne Shorter (ts), Herbie Hancock (p), Ron Carter (b), Tony Williams (dr) und dem "director in music" Miles Davis (tp). Konnte auf der vorangegangenen Studioproduktion "E.S.P." manchmal noch die eine oder andere unterkühlte Distanz zwischen der Band und ihrem Arbeitgeber festgestellt werden, was im übrigen der Schönheit auch jenes Werkes keinen Abbruch tut, so trumpft hier eine perfekt eingespielte working-band auf, die es versteht, sowohl mit eigenem Material, als auch mit Anleihen von Kollegen meisterhaft umzuspringen. Hervorzuheben dabei sind auf jeden Fall die Kompositionen "Footprints" von Wayne Shorter und die Versionen von Eddie Harris' "Freedom Jazz Dance" sowie "Ginger Bread Boy" von Jimmy Heath (einem alten Weggefährten von Miles). Diese Titel sind mittlerweile längst als standards in die Jazzgeschichte eingegangen und hier durchweg in atemberaubenden Interpretationen zu hören. Im Davis-Beitrag "Circle" läßt der Chef kontrastreich seine balladeske Ader durchscheinen, die weitere Musik des Albums, "Orbits" und "Dolores", für die wiederum Wayne Shorter verantwortlich zeichnet, geht dagegen vehement in die Richtung einer "Freiheit innerhalb der Form". Was bleibt darüber hinaus noch zu sagen über "Miles Smiles"? Eigentlich nichts weiter, außer vielleicht noch das, was auch der Trompeter seinem Produzenten wohl in einem Zustand vollster Zufriedenheit nach getaner Arbeit zuruft: "Let's hear it, Teo, ...play that, Teo!"