Warnung vorweg: "100 Miles from Memphis" ist definitiv kein typisches Sheryl Crow Album. Statt des gewohnten Rock (und gelegentlichen Folk-Anleihen) finden sich hier Songs, die von der Instrumentierung über die Background Vocals bis zum eher gemäßigten Tempo an die Soul- und Popklassiker der 60er und 70er erinnern - passend, da Sheryl Crow nach eigenen Angaben mit diesem Album den Musikern, die sie selbst in ihrer Jugend inspiriert haben, Tribut zollen wollte.
Das Ergebnis ist ein harmonisches, nostalgisches 'feel good' Album. Es hat nicht die Originalität von "Detours" oder "The Globe Sessions", zeigt aber auch, dass Sheryl Crow keine Angst davor hat, mal was Neues auszuprobieren, was ich persönlich erfreulich finde. Der Gesamteindruck ist einheitlich, aber durchaus abwechslungsreich, da der Stil von Balladen bis hin zu Stücken, die an Country (mehr die rockige, nicht die sentimentale Variante) oder sogar Reggea erinnern, reicht. Und ich möchte mich hier einer anderen Rezensentin anschließen: warum muss anders immer gleich schlecht sein? Wer's nicht mag, kauft halt was anderes.
Fazit: ein tolles Album, wenn man den Sound mag und sich darauf einlässt, Sheryl Crow abseits der gewohnten Pfade zu hören. Technisch perfekt gemacht und mit einer Sängerin, die stimmlich in Bestform ist, macht "100 Miles from Memphis" einfach Spass. Zu empfehlen!