Dies ist die fünfte (!) Biografie über bzw. von Miles Davis in deutscher Sprache.
Von dem großartigen Swingtrompeter Roy Eldridge gibt es eine solche leider nicht, obwohl ein Buch von John Chilton unter dem Titel "Little Jazz Giant" in den USA vorliegt. Hier sind die deutschen Verleger (auf)gefordert, dies zu ändern und den Markt zu bedienen.
Nun zur Biografie von Wolfgang Sandner: Er bringt nach den früheren Biografien im Wesentlichen nichts Neues, sondern vieles nur in einem neuen Kontext. Dennoch ist das Buch für alle Jazzfreunde lesenswert und zu empfehlen, zumal es nicht mehr alle früheren Biografien im Handel gibt.
Interessant sind vor allem seine neuen (wie immer subjektiven) Bewertungen der Musik von Miles Davis. Viel Wert hat
er auch auf das Privatleben von Miles, besonders seine Beziehungen zu Frauen gelegt, was in den anderen Biografien
so nicht vorkommt. Alles in allem also ein gutes, lesenswertes Buch über einen der größten Jazzmusiker, obwohl seine Musik ab den 70er Jahren nichts mehr mit Jazz zu tun hatte, was auch Sandner (auf Seite 224) schreibt.
Die Discografie im Anhang ist, wie schon die anderen Rezensenten schrieben, umfassend und damit vorbildlich.