"Hundert Seiten", bemerkte er ironisch, "soll das ein Roman sein, ein Märchen oder eine Erzählung?" Diese Frage stellt ein Verleger Rafik Schami, als der das Skript dieses Buches einem Verleger anbietet. Egal ob man diese "hundert Seiten" als Roman, Märchen oder Erzählung betitelt - es sind unterhaltsame, spannende, z.T. auch schockierende, bunte und duftende, märchenhafte Seiten, denen immer ein Hauch von Ironie anhaftet. Unterhaltsam und spannend, weil es um die nach einem einmaligem Schatz geht, den der arme Milad von einer wundersamen Fee erhalten soll, wenn er einundzwanzig Tage hintereinander satt wird: "Einundzwanzig Tage wollte ich satt werden, und dann nichts wie zurück zu meiner Fee!" Diesem Ziel strebt Milad viele Jahre lang nach, wobei er viele Abenteuer erlebt, Gefahren zu bestehen und Schwierigkeiten zu bewältigen hat. Schockierend, weil der Erzähler den Leser nicht von Szenen aus den Schattenseiten der Welt verschont. Bunt und duftend, weil man die Farben und Gerüche des Orients geradezu sehen und riechen kann. Im Buch selbst steht zwar geschrieben: "Düfte sind flüchtig und eigentlich nicht in Worte fassbar." Aber Rafik Schami gelingt es trotzdem wunderbar, sie "ein wenig zurückzuerobern". Märchenhafte Seiten, weil es über die naturwissenschaftlich verstandene Welt hinausgeht, weil es den Leser verzaubert und in den Bann des Fabulierens mitreisst, ihn in eine andere Wirklichkeit führt und doch in dieser Welt bleibt.