Nach dem glänzenden Solo-Einstieg von 1980 ("Smallcreep's Day") und dem Schiffbruch 1982 ("Acting Very Strange") folgte im Jahre
1985 dann der dritte Versuch mit "Mike + The Mechanics". Mike holt sich Verstärkung und stellt eine "richtige" Band zusammen, außerdem unterstützen ihn beim Songwriting sein Produzent Christopher Neil und Songwriter B.A. Robertson.
Ein besonders glückliches Händchen hatte er bei der Auswahl der beiden Sänger, Paul Carrack und (dem inzwischen leider versorbenen) Paul Young, die sich stimmlich auf den Alben sehr gut ergänzen. Das klingt hier schon um einige Klassen professioneller und prompt stellt der große, internationele Erfolg (vor allem in den USA) ein, mit "Silent Running" und "All I Need is a Miracle". Das Nachfolgealbum "Living Years" (1988) setzt dann in Punkto kommerzieller Erfolg noch einen drauf.
Die Stücke auf diesem Album sind in sich geschlossen und ganz auf Songformat getrimmt. Die glatte und saubere Produktion, die dezente Gitarrenarbeit, sowie die vordergründigen Keyboardklänge, lassen das Ganze hier und da eher kühl und steril klingen, erzeugt aber eine für die 80-er Jahre typische Athmosphäre.
Das packende Stück "Hanging by a Thread" fängt etwa mit satten Gittarrenakorden an mündet dann in Keyboardflächen und die Gitarre wird nur noch in der Rhythmussektion mit einzelnen Riffs eingesetzt. Am Ende kommen dann noch mal die Powerriffs vor.
Die Jungs hatten richtig Spaß bei der Arbeit, was sich etwa aus dem Stück "I Get the Feeling" sehr gut heraushören lässt. Und das ist es mitunter, was mir persönlich besonders gefällt: Die Stücke transportieren trotz ihrer eher einfachen (Song)Struktur und ihrer Leichtigkeit sehr gut das Feeling und die Lebensfreude der 80-er Jahre. Die Melodien sind recht simpel und sehr eingängig, die Refrains packend. Ein gutes Beispiel ist die Bombastbalade "A Call to Arms", welche aus der Genesis-Feder stammt.
Ein sehr schönes, stellenweise leider etwas dünn klingendes Stück Popgeschichte...