Mighty Oaks

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Biografie

Das Bild ist zum Hineinspringen. Ein sattgrünes Panorama von hoch oben aufgenommen. Nichts als Berge und Wälder sind zu sehen, bis zum Horizont, der in leichtem Dunst verschwindet. Majestätisch.

Nein, das auf dem Foto ihrer letzten EP ist dann wohl nicht Deutschland. Nicht wo Mighty Oaks-Sänger Ian Hooper heute lebt, sondern irgendwo dort, wo er herkommt. Aus einem kleinen Ort in The Great Northwest. So nennt er das selbst. Beim stolzen inoffiziellen Namen für die Ecke der USA, die sich die wenigsten Menschen auf ihrem Staatentrip anschauen. Dabei: Seattle um die Ecke! Und The Puget Sound! ... Lesen Sie mehr

Das Bild ist zum Hineinspringen. Ein sattgrünes Panorama von hoch oben aufgenommen. Nichts als Berge und Wälder sind zu sehen, bis zum Horizont, der in leichtem Dunst verschwindet. Majestätisch.

Nein, das auf dem Foto ihrer letzten EP ist dann wohl nicht Deutschland. Nicht wo Mighty Oaks-Sänger Ian Hooper heute lebt, sondern irgendwo dort, wo er herkommt. Aus einem kleinen Ort in The Great Northwest. So nennt er das selbst. Beim stolzen inoffiziellen Namen für die Ecke der USA, die sich die wenigsten Menschen auf ihrem Staatentrip anschauen. Dabei: Seattle um die Ecke! Und The Puget Sound! Das heißt: Meerenge. Und was für eine! Da schieben sich Landmassen in den Pazifik mit Bergen im Alpenformat und dem stolzen Logo Weltnaturerbe. Bayrischer Wald, ein Witz dagegen. Trotzdem ist Ian Hooper da erstmal weg. Wohin? Richtig: Bayern.

“And if I’d go on today, I’d work for a simple life / And I’d find a way to walk amongst all the tall pines.” - Captains Hill

Das kommt davon, wenn man internationale Politik und Deutsch studiert. Es gehörte eben dazu, dieses Austauschjahr an einer deutschen Universität. Die LMU in München. Hätte schlimmer kommen können. Mit im Paket steckte damals, Anfang der Nullerjahre, ein Praktikum beim stellvertretenden Sprecher für erneuerbare Energien der SPD! Bei den Sozis müssen seine langen Haare wohl noch durchgegangen sein. Es war das Ticket nach Berlin für Ian Hooper. Und in diese Stadt hat er sich verliebt. Aber er musste sich ranpirschen. Über Hamburg. Ein Glück. Sonst gäbe es die Mighty Oaks wohl nicht.

Von wegen Berlin also: „Hamburch“ - wie es bei Craig Saunders heißt. Dort spielte die Musik auch für ihn. Der Mann am Bass aus Bridgewater in Südwestengland (“Viele Kneipen, nix zu tun”) hatte seinen Plan A, die Schauspielerei, schon an den Nagel gehängt, bevor er England verließ. Aber sie war es, die ihn überhaupt erst für die Musik angespitzt hat. Im Studium musste er einen Song singen, machte sich davor erst tierisch in die Hosen und ging dann mit einem Gefühl von der Bühne, das er davor nie erreicht hatte: Endlich mal echt sein - das wars! Nach Hamburg kam er wegen der Liebe. Er nennt es heute noch die beste Entscheidung seines Lebens. Trotz Deutschkurs. Oder auch deswegen. Was andere in den Wahnsinn treibt - “What?!? ‘DIE Frau’, but ‘DEN Frauen’?!?” - ließ ihn zum Nerd werden. Volkshochschule funktioniert, sagt er. Besser natürlich noch, wenn man den Stoff gleich auf der Straße an echten Probanden ausprobieren kann. Oder an DER Freundin.

Es ist geradezu beruhigend, dass wenigstens Claudio Donzelli aus Pesaro an der Adriaküste mit einer gesunden Skepsis ausgerüstet ist, was sein Verhältnis zur deutschen Grammatik angeht. Wenn es gehen muss, geht es. Besser gehts aber, wenn es nicht muss. Er ist zwar zwischen Hügeln und Meer in einer hübschen Stadt großgeworden, hatte aber trotzdem das Glück, mit Pesaro nicht in den Holiday-Charts der Deutschen aufzutauchen. Vielleicht kamen ihm auch deswegen nicht die geringsten Bedenken, herzuziehen, obwohl ihn weder die Wirtschaft, noch die Liebe, sondern allein die Neugier lockte.

Es muss hübsch ausgesehen haben, wie die Drei zum ersten am selben Fleck standen. Beim kleinen aber feinen Melodica Festival, Ausgabe Hamburg. Alle drei mit Gitarre, Songs und neuem Leben bewaffnet, um als Liedermacher die Bühne zu stürmen. Ein Zeitvertreib, den sich Ian Hooper übrigens nur zugelegt hatte, weil es als Lehrer für ihn recht wenig zu tun gab. Props dafür an die Hamburger Schulbehörde. Sie haben die Mighty Oaks irgendwie mitgegründet.

“All through the night, burn the flames, and the world will know our names.” - Brother

Eine ziemlich unwahrscheinliche Truppe hat sich da zusammengefunden: Drei Typen aus drei Ländern. Alle haben sie ihre Heimat verlassen und sind ausgerechnet in ein Land gegangen, das zwar viel Pop konsumiert, aber in der Produktion nun weiß Gott nicht England oder den USA irgendwas vormacht. Außer vielleicht dieses verflixte Berlin mit seiner immer unerklärlicher werdenden Anziehungskraft. Seit vier Jahren leben die Mighty Oaks jetzt hier. Ausgerechnet im elektroschwangeren Hipsterkiez Neukölln ist ihr Sound herangereift: Folk. Yep. Genau. Indie Folk auch noch. Die Bilder dazu sind schon reichlich angefüttert. Und die Vorbilder erst. So viele Lodenärmel kann keiner hochkrempeln wie holzbehangenes Volk auf die Bühnen drängt. Wie lange geht das nun schon so, dass Schellenkranz und Akustikgitarre die Synhtie-Leads und Overdrives aus dem Takt bringen? Länger als wir spontan meinen, muss man sagen. Bands wie die Mighty Oaks können auf eine direkte Erbfolge über Fleet Foxes, Crosby, Stills & Nash bis mindestens Neil Young verweisen und dürfen sich für bereits berühmte Zeitgenossen nur bedanken aber nicht verbiegen. Ian Hooper selbst blieb eh keine andere Wahl. Die Mutter aus Irland, das Holz vor der Haustür, und ein Hang zu Dingen, die einfach funktionieren.

Wie soll man auch sonst Musik machen, die gleichzeitig gewaltig und ehrfürchtig ist? Üppig und bescheiden? Mit einer Kraft und, ja, Aufrichtigkeit fast naiver Art, in deren Obhut man sich gerne begibt, und der man es erlaubt, ins Schwärmen zu geraten. Es ist gerade die Holzigkeit des Folks die das erlaubt. Bei den Mighty Oaks angereichert mit dreistimmigem Satzgesang, der demütig macht, verspielten Mandolinen und einem warm rollenden Bass. Eben dieser Sound rauschte in offene Ohren. Die Mighty Oaks konnten gar nicht so schnell “Gefällt mir” twittern, wie ihre Hörerzahlen im Netz anschwollen. Dabei stammte ihre erste EP von 2010 noch aus Donzellis Wohnzimmer. Zwei Jahre später setzten sie mit der “Just One Day - EP” nach. Am Release Tag saßen sie beim Italiener unter Hoopers Wohnung und schauten der Platte beim Klettern in den iTunes Charts zu. Der Abend wurde notgedrungen immer länger und feuchter. Platz 17 lautete das unglaubliche Endergebnis.

Ihre erste Welle trug die Band bis ins Vorprogramm der Shout Out Louds und Kings Of Leon. Genau dort hat es ein weiteres Mal Klick gemacht bei den Dreien. Als sie vor Zehntausenden die Show eröffneten und nach dem ersten Song eine riesige Woge des Jubels auf sie herabrollte, mussten sie sich einander nur kurz in die Augen sehen und wussten: Das ist es! Da wollen wir hin! Das Debüt-Album stand da noch auf der Wunschliste. Inzwischen ist es in der Welt. Es ist also wieder ein Neu-Anfang.

“The call of the wild in me, will carry me across world.” - Seven Days

Vielleicht muss sich einer so was antun, um Musik zu machen, die Menschen erobert: Weggehen von einer paradiesischen Heimat ins nasskalte Berlingrau, um die Sehnsucht aufzuwecken. Sich quasi einen Eichholzsplitter unter die Fingernägel rammen, der einen immer daran erinnert, was man zurückgelassen hat. Der Schmerz macht die Wahrhaftigkeit. Oder, um hier mal abzunietzschen: “Erst jener lange langsame Schmerz, der sich Zeit nimmt, zwingt uns Philosophen in unsre letzte Tiefe zu steigen.” Was Ian Hooper auf der einen Seite als Heimweh in die Musik hineinsteckt, kommt als Fernweh bei uns auf der anderen Seite wieder raus. Oder wie sonst entstehen diese Bilder von gewaltigen Landschaften im Kopf, wenn Mighty Oaks loslegen?

Natur ist ein zentraler Bezugspunkt auf ihrem Album. Auch in den Texten. Wenn Ian Hooper von seiner verstorbenen Mutter singt, dann denkt er an einen Ort, den sie besucht haben: “Captain's Hill” in Irland. Wenn er wie in “Just One Day” von Freiheit träumt, dann gibt es die eben nur unter einem endlosen Himmel. Und selbst in einem Song über seinen alten Neuköllner Hinterhof spielen Wind, Sonne und Bäume die Hauptrollen. Die Natursymbolik der Mighty Oaks reicht hoch bis zum Titel des Debütalbums: “Howl”. Das, was der Wolf wohl macht, wenn er den Mond sieht. Ein unüberhörbarer Ruf aus dem großen dunklen Wald, in dem gleichzeitig Lust und Leiden stecken. Dem Album gibt es nicht nur den Titel, sondern auch eine Klammer. Der letzte Song heißt „Howl“, der erste beginnt mit einem gesungenen “Howl” und ist gleichzeitig die Single: “Brother”. Eine Hymne auf die Freundschaft, die im besten Fall ein Bund fürs Leben ist. Wie bei einem Rudel Wölfe.

Die Mighty Oaks haben mit ihrer Naturliebe, der Sehnsucht und dem unweigerlich zur Euphorie drängenden Sound instinktiv eine Ader angestochen, an der wir immer noch alle hängen: Die Romantik. Und die darf man hier ruhig epochal verstehen. Das eingangs beschriebene Bild zum Hineinspringen ist vom Vorzeigemaler der Romantik Caspar David Friedrich: “Der Wanderer über dem Nebelmeer”, nur in Nordamerika und mit mehr Farbe. Der Wanderer begehrt die Welt, aber er kommt auch ganz spezifisch aus ihr heraus. Die Musik der Mighty Oaks ist gefüttert von eben dieser romantischen Sehnsucht, die sie alle von den kleinen Orten, aus denen sie kommen, ins Ausland getrieben hat. Es ist dieselbe Sehnsucht nach Musik und Leben, die sie auch zusammenhält. Nicht umsonst sind sie schon zusammen an einige Orte ihrer Kindheit gereist, nach Italien oder in die USA.

Dort, in den Wäldern von Washington State, haben sie auch das Video zur Single „Brother“ gedreht. Wir sehen zwei Jungs, die durch eine eben zutiefst romantisch eingefangene Landschaft streifen, der die natürliche Kraft gegeben scheint, diese idealisierten unverbrüchlichen Verbindungen zwischen Menschen zu erschaffen. In einer ganz kurzen Sequenz nur treffen die Beiden als junge Männer auf das Wolfsrudel, von dem das musikalische Howling zur Landschaft kommt: Mighty Oaks stehen in einer Kneipe auf der Bühne, und sind einfach nur das, was sie sein wollen: Der Soundtrack zum Leben.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Das Bild ist zum Hineinspringen. Ein sattgrünes Panorama von hoch oben aufgenommen. Nichts als Berge und Wälder sind zu sehen, bis zum Horizont, der in leichtem Dunst verschwindet. Majestätisch.

Nein, das auf dem Foto ihrer letzten EP ist dann wohl nicht Deutschland. Nicht wo Mighty Oaks-Sänger Ian Hooper heute lebt, sondern irgendwo dort, wo er herkommt. Aus einem kleinen Ort in The Great Northwest. So nennt er das selbst. Beim stolzen inoffiziellen Namen für die Ecke der USA, die sich die wenigsten Menschen auf ihrem Staatentrip anschauen. Dabei: Seattle um die Ecke! Und The Puget Sound! Das heißt: Meerenge. Und was für eine! Da schieben sich Landmassen in den Pazifik mit Bergen im Alpenformat und dem stolzen Logo Weltnaturerbe. Bayrischer Wald, ein Witz dagegen. Trotzdem ist Ian Hooper da erstmal weg. Wohin? Richtig: Bayern.

“And if I’d go on today, I’d work for a simple life / And I’d find a way to walk amongst all the tall pines.” - Captains Hill

Das kommt davon, wenn man internationale Politik und Deutsch studiert. Es gehörte eben dazu, dieses Austauschjahr an einer deutschen Universität. Die LMU in München. Hätte schlimmer kommen können. Mit im Paket steckte damals, Anfang der Nullerjahre, ein Praktikum beim stellvertretenden Sprecher für erneuerbare Energien der SPD! Bei den Sozis müssen seine langen Haare wohl noch durchgegangen sein. Es war das Ticket nach Berlin für Ian Hooper. Und in diese Stadt hat er sich verliebt. Aber er musste sich ranpirschen. Über Hamburg. Ein Glück. Sonst gäbe es die Mighty Oaks wohl nicht.

Von wegen Berlin also: „Hamburch“ - wie es bei Craig Saunders heißt. Dort spielte die Musik auch für ihn. Der Mann am Bass aus Bridgewater in Südwestengland (“Viele Kneipen, nix zu tun”) hatte seinen Plan A, die Schauspielerei, schon an den Nagel gehängt, bevor er England verließ. Aber sie war es, die ihn überhaupt erst für die Musik angespitzt hat. Im Studium musste er einen Song singen, machte sich davor erst tierisch in die Hosen und ging dann mit einem Gefühl von der Bühne, das er davor nie erreicht hatte: Endlich mal echt sein - das wars! Nach Hamburg kam er wegen der Liebe. Er nennt es heute noch die beste Entscheidung seines Lebens. Trotz Deutschkurs. Oder auch deswegen. Was andere in den Wahnsinn treibt - “What?!? ‘DIE Frau’, but ‘DEN Frauen’?!?” - ließ ihn zum Nerd werden. Volkshochschule funktioniert, sagt er. Besser natürlich noch, wenn man den Stoff gleich auf der Straße an echten Probanden ausprobieren kann. Oder an DER Freundin.

Es ist geradezu beruhigend, dass wenigstens Claudio Donzelli aus Pesaro an der Adriaküste mit einer gesunden Skepsis ausgerüstet ist, was sein Verhältnis zur deutschen Grammatik angeht. Wenn es gehen muss, geht es. Besser gehts aber, wenn es nicht muss. Er ist zwar zwischen Hügeln und Meer in einer hübschen Stadt großgeworden, hatte aber trotzdem das Glück, mit Pesaro nicht in den Holiday-Charts der Deutschen aufzutauchen. Vielleicht kamen ihm auch deswegen nicht die geringsten Bedenken, herzuziehen, obwohl ihn weder die Wirtschaft, noch die Liebe, sondern allein die Neugier lockte.

Es muss hübsch ausgesehen haben, wie die Drei zum ersten am selben Fleck standen. Beim kleinen aber feinen Melodica Festival, Ausgabe Hamburg. Alle drei mit Gitarre, Songs und neuem Leben bewaffnet, um als Liedermacher die Bühne zu stürmen. Ein Zeitvertreib, den sich Ian Hooper übrigens nur zugelegt hatte, weil es als Lehrer für ihn recht wenig zu tun gab. Props dafür an die Hamburger Schulbehörde. Sie haben die Mighty Oaks irgendwie mitgegründet.

“All through the night, burn the flames, and the world will know our names.” - Brother

Eine ziemlich unwahrscheinliche Truppe hat sich da zusammengefunden: Drei Typen aus drei Ländern. Alle haben sie ihre Heimat verlassen und sind ausgerechnet in ein Land gegangen, das zwar viel Pop konsumiert, aber in der Produktion nun weiß Gott nicht England oder den USA irgendwas vormacht. Außer vielleicht dieses verflixte Berlin mit seiner immer unerklärlicher werdenden Anziehungskraft. Seit vier Jahren leben die Mighty Oaks jetzt hier. Ausgerechnet im elektroschwangeren Hipsterkiez Neukölln ist ihr Sound herangereift: Folk. Yep. Genau. Indie Folk auch noch. Die Bilder dazu sind schon reichlich angefüttert. Und die Vorbilder erst. So viele Lodenärmel kann keiner hochkrempeln wie holzbehangenes Volk auf die Bühnen drängt. Wie lange geht das nun schon so, dass Schellenkranz und Akustikgitarre die Synhtie-Leads und Overdrives aus dem Takt bringen? Länger als wir spontan meinen, muss man sagen. Bands wie die Mighty Oaks können auf eine direkte Erbfolge über Fleet Foxes, Crosby, Stills & Nash bis mindestens Neil Young verweisen und dürfen sich für bereits berühmte Zeitgenossen nur bedanken aber nicht verbiegen. Ian Hooper selbst blieb eh keine andere Wahl. Die Mutter aus Irland, das Holz vor der Haustür, und ein Hang zu Dingen, die einfach funktionieren.

Wie soll man auch sonst Musik machen, die gleichzeitig gewaltig und ehrfürchtig ist? Üppig und bescheiden? Mit einer Kraft und, ja, Aufrichtigkeit fast naiver Art, in deren Obhut man sich gerne begibt, und der man es erlaubt, ins Schwärmen zu geraten. Es ist gerade die Holzigkeit des Folks die das erlaubt. Bei den Mighty Oaks angereichert mit dreistimmigem Satzgesang, der demütig macht, verspielten Mandolinen und einem warm rollenden Bass. Eben dieser Sound rauschte in offene Ohren. Die Mighty Oaks konnten gar nicht so schnell “Gefällt mir” twittern, wie ihre Hörerzahlen im Netz anschwollen. Dabei stammte ihre erste EP von 2010 noch aus Donzellis Wohnzimmer. Zwei Jahre später setzten sie mit der “Just One Day - EP” nach. Am Release Tag saßen sie beim Italiener unter Hoopers Wohnung und schauten der Platte beim Klettern in den iTunes Charts zu. Der Abend wurde notgedrungen immer länger und feuchter. Platz 17 lautete das unglaubliche Endergebnis.

Ihre erste Welle trug die Band bis ins Vorprogramm der Shout Out Louds und Kings Of Leon. Genau dort hat es ein weiteres Mal Klick gemacht bei den Dreien. Als sie vor Zehntausenden die Show eröffneten und nach dem ersten Song eine riesige Woge des Jubels auf sie herabrollte, mussten sie sich einander nur kurz in die Augen sehen und wussten: Das ist es! Da wollen wir hin! Das Debüt-Album stand da noch auf der Wunschliste. Inzwischen ist es in der Welt. Es ist also wieder ein Neu-Anfang.

“The call of the wild in me, will carry me across world.” - Seven Days

Vielleicht muss sich einer so was antun, um Musik zu machen, die Menschen erobert: Weggehen von einer paradiesischen Heimat ins nasskalte Berlingrau, um die Sehnsucht aufzuwecken. Sich quasi einen Eichholzsplitter unter die Fingernägel rammen, der einen immer daran erinnert, was man zurückgelassen hat. Der Schmerz macht die Wahrhaftigkeit. Oder, um hier mal abzunietzschen: “Erst jener lange langsame Schmerz, der sich Zeit nimmt, zwingt uns Philosophen in unsre letzte Tiefe zu steigen.” Was Ian Hooper auf der einen Seite als Heimweh in die Musik hineinsteckt, kommt als Fernweh bei uns auf der anderen Seite wieder raus. Oder wie sonst entstehen diese Bilder von gewaltigen Landschaften im Kopf, wenn Mighty Oaks loslegen?

Natur ist ein zentraler Bezugspunkt auf ihrem Album. Auch in den Texten. Wenn Ian Hooper von seiner verstorbenen Mutter singt, dann denkt er an einen Ort, den sie besucht haben: “Captain's Hill” in Irland. Wenn er wie in “Just One Day” von Freiheit träumt, dann gibt es die eben nur unter einem endlosen Himmel. Und selbst in einem Song über seinen alten Neuköllner Hinterhof spielen Wind, Sonne und Bäume die Hauptrollen. Die Natursymbolik der Mighty Oaks reicht hoch bis zum Titel des Debütalbums: “Howl”. Das, was der Wolf wohl macht, wenn er den Mond sieht. Ein unüberhörbarer Ruf aus dem großen dunklen Wald, in dem gleichzeitig Lust und Leiden stecken. Dem Album gibt es nicht nur den Titel, sondern auch eine Klammer. Der letzte Song heißt „Howl“, der erste beginnt mit einem gesungenen “Howl” und ist gleichzeitig die Single: “Brother”. Eine Hymne auf die Freundschaft, die im besten Fall ein Bund fürs Leben ist. Wie bei einem Rudel Wölfe.

Die Mighty Oaks haben mit ihrer Naturliebe, der Sehnsucht und dem unweigerlich zur Euphorie drängenden Sound instinktiv eine Ader angestochen, an der wir immer noch alle hängen: Die Romantik. Und die darf man hier ruhig epochal verstehen. Das eingangs beschriebene Bild zum Hineinspringen ist vom Vorzeigemaler der Romantik Caspar David Friedrich: “Der Wanderer über dem Nebelmeer”, nur in Nordamerika und mit mehr Farbe. Der Wanderer begehrt die Welt, aber er kommt auch ganz spezifisch aus ihr heraus. Die Musik der Mighty Oaks ist gefüttert von eben dieser romantischen Sehnsucht, die sie alle von den kleinen Orten, aus denen sie kommen, ins Ausland getrieben hat. Es ist dieselbe Sehnsucht nach Musik und Leben, die sie auch zusammenhält. Nicht umsonst sind sie schon zusammen an einige Orte ihrer Kindheit gereist, nach Italien oder in die USA.

Dort, in den Wäldern von Washington State, haben sie auch das Video zur Single „Brother“ gedreht. Wir sehen zwei Jungs, die durch eine eben zutiefst romantisch eingefangene Landschaft streifen, der die natürliche Kraft gegeben scheint, diese idealisierten unverbrüchlichen Verbindungen zwischen Menschen zu erschaffen. In einer ganz kurzen Sequenz nur treffen die Beiden als junge Männer auf das Wolfsrudel, von dem das musikalische Howling zur Landschaft kommt: Mighty Oaks stehen in einer Kneipe auf der Bühne, und sind einfach nur das, was sie sein wollen: Der Soundtrack zum Leben.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Das Bild ist zum Hineinspringen. Ein sattgrünes Panorama von hoch oben aufgenommen. Nichts als Berge und Wälder sind zu sehen, bis zum Horizont, der in leichtem Dunst verschwindet. Majestätisch.

Nein, das auf dem Foto ihrer letzten EP ist dann wohl nicht Deutschland. Nicht wo Mighty Oaks-Sänger Ian Hooper heute lebt, sondern irgendwo dort, wo er herkommt. Aus einem kleinen Ort in The Great Northwest. So nennt er das selbst. Beim stolzen inoffiziellen Namen für die Ecke der USA, die sich die wenigsten Menschen auf ihrem Staatentrip anschauen. Dabei: Seattle um die Ecke! Und The Puget Sound! Das heißt: Meerenge. Und was für eine! Da schieben sich Landmassen in den Pazifik mit Bergen im Alpenformat und dem stolzen Logo Weltnaturerbe. Bayrischer Wald, ein Witz dagegen. Trotzdem ist Ian Hooper da erstmal weg. Wohin? Richtig: Bayern.

“And if I’d go on today, I’d work for a simple life / And I’d find a way to walk amongst all the tall pines.” - Captains Hill

Das kommt davon, wenn man internationale Politik und Deutsch studiert. Es gehörte eben dazu, dieses Austauschjahr an einer deutschen Universität. Die LMU in München. Hätte schlimmer kommen können. Mit im Paket steckte damals, Anfang der Nullerjahre, ein Praktikum beim stellvertretenden Sprecher für erneuerbare Energien der SPD! Bei den Sozis müssen seine langen Haare wohl noch durchgegangen sein. Es war das Ticket nach Berlin für Ian Hooper. Und in diese Stadt hat er sich verliebt. Aber er musste sich ranpirschen. Über Hamburg. Ein Glück. Sonst gäbe es die Mighty Oaks wohl nicht.

Von wegen Berlin also: „Hamburch“ - wie es bei Craig Saunders heißt. Dort spielte die Musik auch für ihn. Der Mann am Bass aus Bridgewater in Südwestengland (“Viele Kneipen, nix zu tun”) hatte seinen Plan A, die Schauspielerei, schon an den Nagel gehängt, bevor er England verließ. Aber sie war es, die ihn überhaupt erst für die Musik angespitzt hat. Im Studium musste er einen Song singen, machte sich davor erst tierisch in die Hosen und ging dann mit einem Gefühl von der Bühne, das er davor nie erreicht hatte: Endlich mal echt sein - das wars! Nach Hamburg kam er wegen der Liebe. Er nennt es heute noch die beste Entscheidung seines Lebens. Trotz Deutschkurs. Oder auch deswegen. Was andere in den Wahnsinn treibt - “What?!? ‘DIE Frau’, but ‘DEN Frauen’?!?” - ließ ihn zum Nerd werden. Volkshochschule funktioniert, sagt er. Besser natürlich noch, wenn man den Stoff gleich auf der Straße an echten Probanden ausprobieren kann. Oder an DER Freundin.

Es ist geradezu beruhigend, dass wenigstens Claudio Donzelli aus Pesaro an der Adriaküste mit einer gesunden Skepsis ausgerüstet ist, was sein Verhältnis zur deutschen Grammatik angeht. Wenn es gehen muss, geht es. Besser gehts aber, wenn es nicht muss. Er ist zwar zwischen Hügeln und Meer in einer hübschen Stadt großgeworden, hatte aber trotzdem das Glück, mit Pesaro nicht in den Holiday-Charts der Deutschen aufzutauchen. Vielleicht kamen ihm auch deswegen nicht die geringsten Bedenken, herzuziehen, obwohl ihn weder die Wirtschaft, noch die Liebe, sondern allein die Neugier lockte.

Es muss hübsch ausgesehen haben, wie die Drei zum ersten am selben Fleck standen. Beim kleinen aber feinen Melodica Festival, Ausgabe Hamburg. Alle drei mit Gitarre, Songs und neuem Leben bewaffnet, um als Liedermacher die Bühne zu stürmen. Ein Zeitvertreib, den sich Ian Hooper übrigens nur zugelegt hatte, weil es als Lehrer für ihn recht wenig zu tun gab. Props dafür an die Hamburger Schulbehörde. Sie haben die Mighty Oaks irgendwie mitgegründet.

“All through the night, burn the flames, and the world will know our names.” - Brother

Eine ziemlich unwahrscheinliche Truppe hat sich da zusammengefunden: Drei Typen aus drei Ländern. Alle haben sie ihre Heimat verlassen und sind ausgerechnet in ein Land gegangen, das zwar viel Pop konsumiert, aber in der Produktion nun weiß Gott nicht England oder den USA irgendwas vormacht. Außer vielleicht dieses verflixte Berlin mit seiner immer unerklärlicher werdenden Anziehungskraft. Seit vier Jahren leben die Mighty Oaks jetzt hier. Ausgerechnet im elektroschwangeren Hipsterkiez Neukölln ist ihr Sound herangereift: Folk. Yep. Genau. Indie Folk auch noch. Die Bilder dazu sind schon reichlich angefüttert. Und die Vorbilder erst. So viele Lodenärmel kann keiner hochkrempeln wie holzbehangenes Volk auf die Bühnen drängt. Wie lange geht das nun schon so, dass Schellenkranz und Akustikgitarre die Synhtie-Leads und Overdrives aus dem Takt bringen? Länger als wir spontan meinen, muss man sagen. Bands wie die Mighty Oaks können auf eine direkte Erbfolge über Fleet Foxes, Crosby, Stills & Nash bis mindestens Neil Young verweisen und dürfen sich für bereits berühmte Zeitgenossen nur bedanken aber nicht verbiegen. Ian Hooper selbst blieb eh keine andere Wahl. Die Mutter aus Irland, das Holz vor der Haustür, und ein Hang zu Dingen, die einfach funktionieren.

Wie soll man auch sonst Musik machen, die gleichzeitig gewaltig und ehrfürchtig ist? Üppig und bescheiden? Mit einer Kraft und, ja, Aufrichtigkeit fast naiver Art, in deren Obhut man sich gerne begibt, und der man es erlaubt, ins Schwärmen zu geraten. Es ist gerade die Holzigkeit des Folks die das erlaubt. Bei den Mighty Oaks angereichert mit dreistimmigem Satzgesang, der demütig macht, verspielten Mandolinen und einem warm rollenden Bass. Eben dieser Sound rauschte in offene Ohren. Die Mighty Oaks konnten gar nicht so schnell “Gefällt mir” twittern, wie ihre Hörerzahlen im Netz anschwollen. Dabei stammte ihre erste EP von 2010 noch aus Donzellis Wohnzimmer. Zwei Jahre später setzten sie mit der “Just One Day - EP” nach. Am Release Tag saßen sie beim Italiener unter Hoopers Wohnung und schauten der Platte beim Klettern in den iTunes Charts zu. Der Abend wurde notgedrungen immer länger und feuchter. Platz 17 lautete das unglaubliche Endergebnis.

Ihre erste Welle trug die Band bis ins Vorprogramm der Shout Out Louds und Kings Of Leon. Genau dort hat es ein weiteres Mal Klick gemacht bei den Dreien. Als sie vor Zehntausenden die Show eröffneten und nach dem ersten Song eine riesige Woge des Jubels auf sie herabrollte, mussten sie sich einander nur kurz in die Augen sehen und wussten: Das ist es! Da wollen wir hin! Das Debüt-Album stand da noch auf der Wunschliste. Inzwischen ist es in der Welt. Es ist also wieder ein Neu-Anfang.

“The call of the wild in me, will carry me across world.” - Seven Days

Vielleicht muss sich einer so was antun, um Musik zu machen, die Menschen erobert: Weggehen von einer paradiesischen Heimat ins nasskalte Berlingrau, um die Sehnsucht aufzuwecken. Sich quasi einen Eichholzsplitter unter die Fingernägel rammen, der einen immer daran erinnert, was man zurückgelassen hat. Der Schmerz macht die Wahrhaftigkeit. Oder, um hier mal abzunietzschen: “Erst jener lange langsame Schmerz, der sich Zeit nimmt, zwingt uns Philosophen in unsre letzte Tiefe zu steigen.” Was Ian Hooper auf der einen Seite als Heimweh in die Musik hineinsteckt, kommt als Fernweh bei uns auf der anderen Seite wieder raus. Oder wie sonst entstehen diese Bilder von gewaltigen Landschaften im Kopf, wenn Mighty Oaks loslegen?

Natur ist ein zentraler Bezugspunkt auf ihrem Album. Auch in den Texten. Wenn Ian Hooper von seiner verstorbenen Mutter singt, dann denkt er an einen Ort, den sie besucht haben: “Captain's Hill” in Irland. Wenn er wie in “Just One Day” von Freiheit träumt, dann gibt es die eben nur unter einem endlosen Himmel. Und selbst in einem Song über seinen alten Neuköllner Hinterhof spielen Wind, Sonne und Bäume die Hauptrollen. Die Natursymbolik der Mighty Oaks reicht hoch bis zum Titel des Debütalbums: “Howl”. Das, was der Wolf wohl macht, wenn er den Mond sieht. Ein unüberhörbarer Ruf aus dem großen dunklen Wald, in dem gleichzeitig Lust und Leiden stecken. Dem Album gibt es nicht nur den Titel, sondern auch eine Klammer. Der letzte Song heißt „Howl“, der erste beginnt mit einem gesungenen “Howl” und ist gleichzeitig die Single: “Brother”. Eine Hymne auf die Freundschaft, die im besten Fall ein Bund fürs Leben ist. Wie bei einem Rudel Wölfe.

Die Mighty Oaks haben mit ihrer Naturliebe, der Sehnsucht und dem unweigerlich zur Euphorie drängenden Sound instinktiv eine Ader angestochen, an der wir immer noch alle hängen: Die Romantik. Und die darf man hier ruhig epochal verstehen. Das eingangs beschriebene Bild zum Hineinspringen ist vom Vorzeigemaler der Romantik Caspar David Friedrich: “Der Wanderer über dem Nebelmeer”, nur in Nordamerika und mit mehr Farbe. Der Wanderer begehrt die Welt, aber er kommt auch ganz spezifisch aus ihr heraus. Die Musik der Mighty Oaks ist gefüttert von eben dieser romantischen Sehnsucht, die sie alle von den kleinen Orten, aus denen sie kommen, ins Ausland getrieben hat. Es ist dieselbe Sehnsucht nach Musik und Leben, die sie auch zusammenhält. Nicht umsonst sind sie schon zusammen an einige Orte ihrer Kindheit gereist, nach Italien oder in die USA.

Dort, in den Wäldern von Washington State, haben sie auch das Video zur Single „Brother“ gedreht. Wir sehen zwei Jungs, die durch eine eben zutiefst romantisch eingefangene Landschaft streifen, der die natürliche Kraft gegeben scheint, diese idealisierten unverbrüchlichen Verbindungen zwischen Menschen zu erschaffen. In einer ganz kurzen Sequenz nur treffen die Beiden als junge Männer auf das Wolfsrudel, von dem das musikalische Howling zur Landschaft kommt: Mighty Oaks stehen in einer Kneipe auf der Bühne, und sind einfach nur das, was sie sein wollen: Der Soundtrack zum Leben.

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