Warum ich mir das antue, frage mich ein Freund, als er dieses Buch bei mir liegen sah. Da ich weder Vermieter bin, noch in Deutschland wohne, war die Frage mehr als berechtigt. Doch der Grund ist einfach. Ich habe die schöne Aufgabe gefasst, für einen deutschen Kunden alle schriftlichen Unterlagen lesefreundlicher zu komponieren. Also musste ich mich zwangsmässig mit dem Mietrecht unseres Nachbarn auseinandersetzen. Erster Befund: Nördlich der Schweiz wird noch mehr reglementiert und festgelegt. Zweiter Befund: Die Juristensprache ist ebenso abgehoben wie bei uns. Dritter Befund: Selbst wenn Vermieter solche Bücher lesen, können sie nicht alles recht machen.
Beinahe 400 Seiten, eine CD-ROM mit Kosten- und Reise-Checks, Schritt-für-Schritt-Guides, Musterbriefen und Formularen, Gesetzen und Verordnungen - und alles für knapp zwanzig Euro. Das ist ein Angebot, das Vermieter auch dann annehmen sollten, wenn sie nur an einzelnen Themen interessiert sind. An solche Auswahlleser dachten offenbar auch die Autoren, als sie sich für das Ordnungsprinzip von A-Z entschieden. Ich selber ziehe thematische Gliederungen vor, vor allem seit die Register und Stichwortverzeichnisse dank neuer Textverarbeitungstechnologien so umfangreich und präzis wurden. Angenehm überrascht war ich vom Layout dieses Ratgebers. Ein schöner Druck, eine einfache und klare Gestaltung sowie Randnotizen machen die Lektüre einfacher. Weniger genussvoll ist der Anblick von Formularen und ähnlichen Dokumenten, sei es im Buch oder auf der CD-ROM. Hier finden wir einfach die übliche Durchschnittsgestaltung. Daher gibt es Vermieter, die Aufträge vergeben, solche Schriftstücke schöner zu gestalten.
Mein Fazit: Ein umfassender Ratgeber für Vermieter, die dem deutschen Recht folgen müssen. Die Autoren haben viel unternommen, um die graue Gesetzeswüste etwas farbiger und attraktiver zu machen. Hätte man für die Formularvorlagen noch einen guten Gestalter hinzugezogen, wären fünf Bewertungssterne ein Muss.