Ja, das ist eine nette Idee mit der Reinkarnationsgeschichte und auch durchaus flott und witzig geschrieben. Allerdings habe ich doch noch mal nachgesehen, ob nicht doch vielleicht Eva Herman als Co - Autorin irgendwo im Klappentext steht. Warum? Also, Kim Lange hat alles, wovon die Heldinnen in solchen Büchern sonst nur träumen, Geld, Glamourjob, Versace- Klamotten, einen Ehemann, der wie ein verbesserter Entwurf von Brad Pitt aussieht und auch ein ebenso vorbildlicher Papa ist sowie die passende kleine Tochter dazu. Als Zugabe bekommt Kim dann noch einen Fernsehpreis und einen sagenhaften Seitensprung und damit ihr nicht zu wohl wird, stirbt sie, gerade als es am schönsten ist. Nun geht es aber nach dem Tod weiter und zwar je nach gesammeltem Karma und deshalb bekommt Kim erstmal eins auf den Hut. Denn jetzt wird sie nicht ins Nirvana eingelassen, sondern als Ameise wiedergeboren weil ihr das gute Karma fehlt und dies vor allem deshalb, weil sie sich gar zu sehr um ihre Karriere gekümmert und ihr Kind vernachlässigt hat. Aua. Das tut weh. Warum trifft Kim im Ameisenbau dann eigentlich nicht konsequenterweise jede Menge Vorstandsvorsitzende und als Ameise wiedergeborene Manager, die als Papi und Gatte ja wohl auch voll versagt haben? Nein, Männer dürfen das scheinbar, sie trifft dafür das Feindbild Nummer 2, nämlich Casanova und Feindbild Nr.3, nämlich einen kleinen Beamten bei der Abwasserbehörde, der bis zuletzt bei der Muttter gewohnt hat und deshalb als Spinne wiedergeboren wird. Wir fassen also zusammen: Schlechtes Karma hat, wer nicht in der klassischen Vater- Hausfrau- Kind- Idylle gelebt hat, oder wie jetzt ??? Schlechtes Karma hat die Frau, die Erfolg im Beruf hat und dabei egoistisch Mann und Kind vernachlässigt, weil sich das nicht gehört? Naja, nehmen wir das nicht so bierernst und lesen weiter, weil es ja recht ulkig ist, Kim durchläuft diverse Inkarnationen, immer den guten Casanova im Schlepptau und am Ende- hier lösche ich jetzt meinen vielgescholtenen Spoiler!- bleibt einem das Lachen im Hals stecken angesichts der furchtbar überzuckert- kitschigen heile- Welt- Idylle. Wen ein Herdprämien- Weltbild nicht stört und wer sich nicht gerade als berufstätige oder gar alleinerziehende Mutter durchs Leben schlägt, der wird wirklich viel Freude an diesem Buch haben, auch wenn es gegen Ende auch vom Stil her echt nachlässt, da hat der Autor sich etwas zu reichlich aus der Klischeekiste bedient. Es ist locker flockig weggeschrieben und man wischt sich zwischendurch wirklich auch Lachtränen aus den Augen- aber so ein leicht miefiger Nachgeschmack bleibt einfach und deshalb auch nur drei Sterne von mir