Vor dem Staubsauger-Kauf habe ich mich ein Jahr lang informiert, bin öfters in den örtlichen Media-Markt und in andere Läden gepilgert und habe dort Mitarbeiter befragt bzw. genervt und natürlich Sauger gegeneinander getestet. Mein Bedarf war ein Sauger für einen Single-Haushalt mit glatten Böden. Leise, handlich und qualitativ gut sollte er sein.
Von den meisten (vertrauenswürdigen) Verkäufern wurde mir der Vorgänger dieses Modells, der S 5 Ecoline javagrün, empfohlen, da er in der Preisklasse bis 200 Euro der von seinen Leistungsmerkmalen wie Laufruhe, Ergonomie, intelligente Konstruktion der kompletteste Sauger war. Auch Testberichte in verschiedenen Portalen gaben ein rundes Bild ab
Allerdings gab es an einer oder anderer Stelle Kritik und Verbesserungsbedarf. Die Veränderungen bzw. Verbesserungen am S 8340 sind somit Antworten auf die Kritikpunkte am S 5 Ecoline. Im Folgenden werde ich daher den S 8340 vor allem im Vergleich mit dem Vorgängermodell besprechen.
Das Gewicht wurde nur geringfügig reduziert von 8,80 auf 8,20 Kg.
Die Lautstärke wurde von 77 auf 75 Dezibel reduziert. Leise genug für die meisten. Manche spezielle Sauger sind noch leiser. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn der Sauger in einem Supermarkt mit hoher Geräuschkulisse flüsterleise rüberkommt und dann zuhause im ruhigen Zimmer, am besten noch mit versiegeltem Böden und Möbeln, natürlich überraschend lauter wirkt.
Saugstärke: Typisch für die Ecoline-Modelle ist, dass sie schon in den unteren bis mittleren Stufen so saugstark sind, dass man sie kaum auf Maximum stellen muss, was auch zur Geräuschreduzierung beiträgt. Dass dies bei nur 1200 Watt Leistgungsaufnahme (S5 Ecoline hatte 1300 Watt) möglich ist, liegt an der guten Energieeffizienz, die eben einerseits Strom spart, andererseits aber auch eine Leistung bringt, die andere Staubsauger nicht ganz so gut aussehen lässt. Man sehe sich mal die Vergleichstests zum S5 Ecoline green von Mischuser auf youtube an.
Schaltung: Beim S 5 musste man sich noch bücken, um den Drehschalter zur Saugstärkeregelung zu bedienen. Beim S 8340 kann man nun bequem per Fußtip auf die Plus- oder Minustaste die Stärke regeln. Beim Anstellen startet der Sauger dann auf der letztgedrückten Stufe.
Verarbeitung: Das Gehäusematerial ist dünner und nicht ganz so solide wie das der 5er Serie, was man z.B. bei genauerer Begutachtung der Gehäuseklappe erkennt. Hier wurde gespart, um den Sauger ganz mieleuntypisch auch mal im Dauertiefpreis anbieten zu können. Von den Fehlern der 6er-Klapperserie, die einen Absturz gegenüber der soliden 5er-Serie bedeutete, hat man sich bei Miele ansonsten wohl einigermaßen erholt. Die umlaufende Möbelschutzleiste wurde verbessert, indem sie weiter vorsteht und damit den Sauger mehr schützt.
Der Handgriff wurde höher angebracht und ist jetzt leichter zu greifen.
Die Kabellänge wurde um einen Meter auf einen sog. Aktionsradius von 11m erweitert.
Der Kabeleinzug ist jetzt automatisch.
Die 3 Rollen wurden in Punkto Leichtlauf und Geräuschentwicklung verbessert. Letzteres bemerkt man vor allem bei der Überwindung von Bodenunebenheiten.
Die neue Bodendüse ist qualitativ besser in Punkto Haltbarkeit und Beweglichkeit.
Das Teleskoprohr ist wie beim S 5 leicht verstellbare, sehr solide wirkende Edelstahlqualität (durchaus nicht selbstverständlich bei allen Staubsaugern).
Der Saugschlauch ist wie beim Vorgänger lang genug, um mit kurzer Düse Regale, Schränke usw. anzugehen.
Filter: Kein HEPA-Filter, sondern ein laut Stiftung Warentest dennoch sehr gutes Filtersystem, das aber eben nur nicht die allerletzten Bruchteile von allergenem Staub herausfiltert. Wer's braucht, muss den HEPA-Filter nachkaufen.
Zubehör wie beim S 5 ecoline green: Fugendüse, Polsterdüse, Saugpinsel mit Naturborsten. Schon beim Saugpinsel mit der weicheren roten Kunststoffeiste innen zum Schutz vor Kratzern an Möbeln zeigt sich, wie bei Miele mitgedacht wurde. Auf die Dauer finde ich es schon komfortabel, dass auch bei diesem Modell das Zubehör innen im Gehäuse untergebracht, nicht störend und trotzdem schnell greifbar ist.
Die Farbe ist für mich ein Plus, da ich gerne helle Wände, Holzböden und Holzmöbel habe, wodurch der beige Sauger wenig auffällt und auch nicht so übertrieben knallig rüberkommt. Liebhaber von Sport- oder Auto-Optik haben da leider Pech. Obsidianschwarz oder Tiefseeblau-metallic gibt es bei den teureren EcoSilence-Modellen.
In Elektonik- oder Haushaltsfachgeschäften gibt es den S 8340 auch mal als Aktionsmodell in Rot für 20 Euro günstiger und mit mehreren Staubbeuteln als Zugabe.
Womit wir bei den Preisen wären: Meinen S 8340 habe ich im Herbst 2012 für 220,- Euro gekauft, als er bei Amazon bei 240,- lag, da Lieferengpass. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags liegt der Preis bei 183 Euro (Stand: Ende Januar 2013).
Conclusio: Auf den ersten Blick ähnelt der Miele S 8340 dem S5 (mal abgesehen von der Farbe) noch sehr. Bei näherem Hinsehen und genauerer Information wird deutlich, dass Kritik angenommen und viele sinnvolle Verbesserungen verwirklicht wurden, auch wenn Abstriche bei der Gehäusesolidität zugunsten des Preises gemacht wurden. Wir haben also mit dem S 8340 ein ziemlich durchdachtes Staubsaugermodell vorliegen.
Negative Kritik:
- Die Bodendüse ist wie leider wie viele andere auch nicht flach genug, um unter verschiedenen Möbeln durchzusaugen.
- Der Kunststoffhandgriff ist nur mit einigem Kraftaufwand von dem Stahlrohr abzuziehen. Eigentlich unverständlich.
Warnungen:
Es versteht sich von selbst, dass man Flüssigkeiten, z.B. im Badezimmer, sowie den feinen Bohrstaub nicht aufsaugt, da sonst trotz Motorfilter der Motor Schaden nimmt, auch wenn sich das nicht unbedingt sofort bemerkbar macht.
Empfehlungen zum Staubsauger-Kauf:
Ruhig verschiedene Modelle ausgiebig gegeneinander testen und nicht beim ersten Mal entscheiden.
Niemals Aktionsverkäufer oder Vertreter einer bestimmten Marke zur Beratung heranziehen. Die scheuen auch vor dreisten Lügen nicht zurück. Besser Verkäufer fragen, die mehrere Marken betreuen. Da kommt immer ein ausgewogeneres Urteil bei weg.