Verfilmungen und Inszenierungen von Shakespeares "Midsummer Night's Dream" gibt es viele, und doch hat auch diese stilisierte Version von Adrian Noble ihre Berechtigung. Die Handlung wird komplett auf einer Theaterbühne gespielt, was den Anschein erweckt, man säße wirklich im Theater. Anstelle eines Waldes gibt es hier unzählige Glühbirnen, die über einer minimalistisch ausgestatteten Bühne schweben. Einmalig ist die Atmosphäre, die hier durch Farben, Kostüme, Musik und die sehr poetische Sprache Shakespeares in diesem Stück erzeugt wird, hinterher fühlt man sich tatsächlich, als erwache man gerade aus einem Traum. Die Schauspieler sind, wie bei einer RSC-Produktion auch nicht anders zu erwarten, durchweg sehr gut, allen voran Alex Jennings als Oberon/Theseus und Lindsay Duncan als Titania/Hippolyta. Doch auch die Handwerkertruppe ist hervorragend besetzt. Barry Lynch gibt einen sehr subtilen und erotisch angehauchten Puck, meiner Meinung nach eine der besten Verkörperungen dieser Figur, wenn auch nicht unbedingt die authentischste.
Hervorgehoben wird hier eindeutig die poetische Seite des Werkes (wenn z.B. Oberon zu bezaubernder Musik seinen Text spricht, dann ist das reine Lyrik), auch die Komik kommt nicht zu kurz und Noble läßt immer wieder sexuelle Untertöne anklingen.
Alles in allem eine schöne Version des Stückes, die allein schon wegen der Atmosphäre und der Musik (komponiert von Howard Blake, der auch den Soundtrack zu "The Snowman" geschrieben hat) fünf Sterne verdient hat.