Dieses Album teilt das Schicksal seines Schöpfers: Es bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. 80er-Kraftwerk-Synthie trifft auf Country-Mundharmonika, Keyboard-Billigbreaks kombinieren sich mit Scratchen, Möbel werden zerschlagen, ein Gospelchor wird aufgestellt, Funkgitarren und Rockeinlagen mischen sich mit buntschrägen Klängen einer Art Xylophons, die Texte ergeben keine Sinn, und wenn ist er irgendwo zwischen Zynismus, Ironie und Chaos. Anspielungen gibt es auf diesem Album zuhauf. Doch das schönste Beispiel ist "Hollywood Freaks", eine Art Kampfansage an den kopistischen Rap der Westküste, in dem so ziemlich jeder Sprachrhythmus von dort aufs Korn genommen wird, und die Tracks so künstlich schlecht klingen, daß es schon wieder hohe Kunst ist. Dieses Album ist gewöhnungsbedürftig, nicht einmal Beck's monoton gelangweilter Gesang ist geblieben. Vielmehr hat er die Kampzone sogar noch auf die 80er ausgeweitet, nachdem er schon vorher wild durch die 70er gewildert hat. Jeder Soundschnipsel, den er einbringt, ist es wert, gehört und verstanden zu werden, Anspielungen zu berühmten Künstlern erledigt er nebenbei. Seien Sie auf eins vorbereitet: Harte Brüche und Sprünge, die alles durcheinanderwirbeln, seien Sie vor allem auf der Hut, wenn Sie glauben, das ergebe jetzt einen Sinn. Das tut es zwar, aber welchen kann wohl nur Beck selbst beantworten. Kaufen!