Blue Mountain wurden in den USA recht groß mit softem Countryrock (nachzuhören auf dem parallel erscheinenden Best-of-Album "Omnibus"), gaben aber 2002 ihr Abschiedskonzert. Nach der Reunion kommt nun das erst vierte Studioalbum seit der Gründung 1991. Es changiert geschickt zwischen Rhythm'n'Blues, Alt- und Mainstreamcountry, was der Band hierzulande das Leben erschweren dürfte. Denn die als Zielgruppe in Frage kommenden Indiefans mögen zwar Country, wenn er aus dem Untergrund kommt; doch sobald es klanglich zu soft wird, winken sie ab. Und ob das Zielpublikum die Shalalalas in der Hommage "70s Song" zu goutieren weiß? Wie auch immer: Blue Mountain weben einen dichten Gitarrenteppich, ihre Melodien haben die matte Strahlkraft des Grundsoliden, und wenn Sänger Cary Hudson eine Geliebte als "She's a wild One" preist, wirkt das musikalisch kaum wilder als ein Eagles-Song. Umso logischer die Conclusio: "You got to let her go" ... Eine US-Band mit hierzulande eher begrenzten Chancen. (mw)