Ich beobachte die Entwicklung von Vollenweider seit dem Album Dancing with the Lion. Leider war jede Neuerscheinung seither zuerst eine immer noch größere Enttäuschung gegenüber dem letzten Album.
Meistens haben die Platten drei bis vier Durchgänge gebraucht, um zu wirken.
Aber Seit Vox (welche ich persönlich auch absolut toll finde) geht es wieder aufwärts. Wer Vollenweider schon einmal live gehört hat weiß, was dieser Mann kann. Am genialsten ist er immer dann, wenn er alleine spielt. Absolut solo oder mit nur ganz kleiner Begleitung. Am Besten mit seinem kongenialen Schlagzeuger Walter Keiser. (Obacht, dies ist die letzte Vollenweider-Scheibe mit dessen Beteiligung - auf Air ist er bedauerlicherweise nicht mehr zu hören.)
Auch auf dieser Platte wird zum Glück wieder das kleine Besteck gewählt. Sie wird als Weihnachtsplatte verkauft. Schließlich benutzt Vollenweider weihnachtliche Motive. Mir war gar nicht bewusst, dass diese Art von Musik, wie Vollenweider sie erschaffen hat, überhaupt mit vorgegebenen Themen funktioniert. So, wie Jacques Loussier mit Stücken der E-Musik umgeht, wird hier mit hergebrachtem Weinachtsmaterial vorgegangen. Es wird durch die Klangwelt von Vollenweider geschickt.
Wenn man sich nicht ins Hirn brennt, dass es eine Weihnachtsplatte ist, kann man sie auch das ganze Jahr über hören. Was dazu geführt hat, dass die Platte im Autoradio gelandet ist und dort schon seit Monaten einfach immer läuft.
Wer es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, allen Kritikern und Oberschlauen zum Trotz etwas schönes einfach schön zu finden und sich dafür nicht zu schämen, kommt hier voll auf seine Kosten. Mit Kitsch hat diese Platte nun aber auch gar nichts zu tun.
Da ich des öfteren auch wechselnde Mithörerschaft habe, kann ich auch folgendes berichten: die, die von all dem Anti-Vollenweider-Geschwätz nichts wissen und ihn gar nicht kennen, sind absolut Feuer und Flamme für diese Musik, die nun auch schon vor über 30 jahren geboren wurde.