Hallo,
Die Maus löst meine in die Jahre gekommene Logitech MouseMan Dual Optical ab.
Ich hatte für kurze Zeit auch die (enttäuschende) X5 gehabt und kann daher einen direkten Vergleich zu der Vorgängerin ziehen.
Zur besseren Übersicht hier ein kleines Inhaltsverzeichnis:
1. Form: Optik und Haptik
2. Leuchtspiele
3. Ergonomie
4. Funktion
5. Fazit
1. FORM: OPTIK UND HAPTIK
Das Äußere erinnert stark an die X5 (refresh), wirkt jedoch für meine Begriffe auf Grund der netten Beleuchtungseffekte (dazu gleich) und der hinteren silbernen "Zacken" einen Tick aggressiver. Die verwendeten Materialien wirken sehr robust und fühlen sich auf jeden Fall wertiger an als dies bei der X5 der Fall war. So ist zum Beispiel das 4-Wege Mausrad aus Metall.
Der verwendete Kunststoff ist griffig und meine Hand schwitzt auch nach längerem Spielen nicht.
Alle Knöpfe haben einen angenehmen, knackigen Druckpunkt und auch die Lautstärke bei Betätigung finde ich persönlich nicht zu laut (vergleichbar mit Tastenlautstärke meines Hama SL560 Keyboards).
2. LEUCHTSPIELE
Die Lichteffekte sind sehr schön anzusehen und kommen auch bei Tageslicht gut rüber.
Sobald die Maus nach einer bestimmten, meiner Meinung nach viel zu langen, Zeitspanne längerer Inaktivität bewegt wird oder eingeschaltet wird, leuchtet der Knopf der aktuell eingestellten DPI Stufe auf und das Info-Display zeigt den DPI-Wert für etwa 5 Sekunden an.
Außerdem leuchtet der hintere Cylonen-artige Schlitz für etwa die gleiche Zeit rot auf.
Wenn die Batterie fast leer ist wird dies durch ein pulsierendes Licht aus dem eben genanntem Schlitz signalisiert.
Beim Aufladen erscheinen, wieder pulsierend, ein Batterie-Symbol auf dem Display und das Leuchten des Schlitzes.
Ist die Batterie voll aufgeladen so wird auch dies durch ein entsprechendes Symbol angezeigt.
3. ERGONOMIE
Die Maus liegt, im Gegensatz zur X5, deutlich besser in meiner großen Hand (bin 190 cm groß).
Bei der X5 hatte ich nach längerer Spielzeit das Gefühl zu verkrampfen.
Die X8 wirkt hier für mich etwas kompakter, flacher und weniger klobig - auf Grund meiner Handhaltung (meine Hand liegt nie vollständig auf der Maus auf) komme ich aber allgemein mit kleineren Mäusen besser zurecht.
Für die Überarbeitung der Form von X5 auf X8 kann ich Microsoft also nur loben.
Auch die Daumentasten sind jetzt, im Gegensatz zur X5, bequemer erreichbar und sind eher Kippschalter als Knöpfe was mir ergonomisch gesehen sehr entgegenkommt.
Allgemein sind alle wichtigen Knöpfe sehr gut erreichbar, lediglich die Makro-Taste an der Seite und der Microsoft-Schnellstart Button sind ' und dies ist positiv- außer Reichweite platziert um ein versehentliches Auslösen zu verhindern.
Negativ hingegen ist jedoch die
4. FUNKTION
Kommen wir nun zu den technischen 'Schmankerln' der Maus.
Als wirklich innovativ empfinde ich den Auflademechanismus, da dieser durch ein Kabel realisiert ist und damit ein unterbrechungsfreies Arbeiten bzw. Spielen ermöglicht. Statt einer lästigen Aufladestation oder eines Batterietauschs kann hier bei niedrigem Akkustand (welcher rechtzeitig auf dem Display signalisiert wird) das Kabel per Magnetmechanismus einfach an die Maus geknipst werden. Dies funktioniert so einwandfrei, dass sich das Kabel wie von selbst unter die Maus einklinkt sobald man sie nah genug an das Kabelende bewegt und ganz leicht anhebt. Ein versehentliches Ausklingen des Kabels wird durch die keilartige Form des Kabelendes verhindert.
Wenn das Kabel nicht gebraucht wird, kann es um den Funkempfänger der Maus gewickelt werden. Dieser fungiert auch als Aufbewahrungs-Box für zwei Sets von zusätzlichen, austauschbaren Gleitfüßchen. Ein Unterschied in den Gleiteigenschaften war subjektiv jedoch weder auf einem Holz-Schreibtisch noch auf einem professionellem Gamer-Mauspad (Fa. Ratpadz) feststellbar.
Noch ein paar Worte zu dem Funkempfänger: er sieht aus wie ein Eishockey-Puck und ist auch in etwa so groß. Dies wird in vielen Berichten oft als Kritikpunkt gewertet, da dies ja angeblich die Vorteile einer Funkmaus (z.B. aufgeräumter Schreibtisch, Mobilität) zunichte macht.
Meine Meinung hierzu: erstens kauft sich nicht jeder eine Funkmaus, um primär einen aufgeräumteren Schreibtisch zu haben ' ich behaupte sogar, dass der Hauptgrund für den Kauf einer Kabellosen Maus die Kabelfreiheit ist (komisch oder?!) ' und zweitens sind bei den meisten (wenn nicht sogar allen) Funkmäusen, die mit aufladbaren Batterien betrieben werden, Tischladestationen dabei um die aufladbaren Batterien'ähm' aufzuladen *räusper*
Klingelts jetzt vielleicht? (falls nicht: diese Ladestationen nehmen ebenfalls Platz auf dem Schreibtisch ein, liebe Berichtverfasser-Kollegen!)
Ok, fairerweise muss ich sagen: es gibt auch Funkmäuse, die nur mit einem kleinem USB-Empfänger auskommen. Dies ist natürlich praktisch für Laptop-Benutzer, aber da die X8 eigentlich eine reine Gaming-Maus ist (und auch als diese beworben wird) ist diese hauptsächlich für Gamer gemacht worden. Und die meisten Gamer sitzen nun mal die meiste Zeit an einem Ort vorm PC und benutzen kein Laptop zum Spielen. Daher ist das Argument mit der Mobilität nur bedingt nachvollziehbar (OK, evtl. ist bei einem Transport auf eine Lanparty ein zusätzlicher, kleiner, handlicher Gegenstand mehr einzupacken, meine Güte wie tragisch!)
Und wer unbedingt einen aufgeräumteren Schreibtisch möchte, der soll sich doch eine Funkmaus mit USB-Empfänger kaufen (um dann regelmäßig Batterien wechseln zu dürfen')!
Ein kleiner Kommentar noch zu den Funktionen der Tasten: Es gibt 2 Daumentasten, 1 Makrotaste, 1 linke Taste, 4-Wege Scrollrad, 1 rechte Taste, 3 DPI Tasten, 1 Mircosoft-Schnellstart-Taste.
Die Makrotaste erlaubt es während des Spielens Befehlfolgen aufzunehmen und einer der sieben Tasten zuzuordnen. Leider besitzt die X8 keinen internen Speicher und somit muss bei einem Computerwechsel oder einer Neuinstallation alles von vorne aufgezeichnet werden.
Ein Druck auf die Schnellstart-Taste öffnet unter XP die Mauseinstellungen (finde ich gut) und unter Vista den Spiele-Explorer (finde ich nicht so gut). Bedauernswert ist hier, dass ausgerechnet die Schnellstart Taste nicht anders belegt werden kann.
Die X8 besitzt, wie ihre Vorgängerin, drei Tasten unterhalb des Mausrades mit denen sich (individuell belegbare) DPI Zahlen einstellen lassen. Jeder Taste kann eine Auflösung von 250 DPI bis 4000 DPI (in 250er Schritten) zugeordnet werden.
Noch ein paar abschließende Worte zu Auflösung, Beschleunigung und Input-Lag (Verzögerung): die hohen DPI Zahlen der heutigen Mäuse halte ich persönlich für einen Marketing-Effekt. Schön, dass die Maus auf einer Länge von einem Inch (ca. 25 mm) 4000 Punkte auflösen, d.h. getrennt wahrnehmen kann. Aber ich persönlich merke keinen Unterschied zwischen 500 DPI und 4000 DPI, außer dass die Maus bei höherer DPI Zahl schneller wird.
Vielleicht mag dies bei schwierig abzutastenden, kleinst-strukturierten Oberflächen Sinn machen'aber wer hat bitte ein Mousepad, bzw. benutzt Maus-Untergründe, deren Oberflächen kleiner als ca. 6 µm strukturiert sind?
Dies ist der theoretische, minimale Abstand zwischen zwei Punkten den die Maus mit der maximalen Auflösung von 4000 DPI auflösen könnte.
Zur Veranschaulichung: ein Menschenhaar ist ca. 10-mal dicker!
Die meisten Mousepads haben Strukturen im mm Bereich, erst Recht bei bedruckten Mousepads mit irgendwelchen Schriften, Logos, etc'.
Die Auflösung dieser Maus ist also mehr als ausreichend und folgt leider dem heutigen 'the-bigger-the-better-Schwanzvergleich-Trend'.
Die Abtastung schwieriger Oberflächen ist, laut Microsoft, der Bluetrack-Technik zu verdanken, die die Vorteile von optischen Mäusen (funktionieren auf fast jeder Oberfläche) mit denen von Lasermäusen (hohe Präzision) kombiniert. Ob dies in der Praxis jedoch so notwendig ist (s.o.) wage ich mal zu bezweifeln.
Maximale Beschleunigung der X8 ist 75 G, d.h. wenn jemand (theoretisch, sehr theoretisch') in der Lage wäre die Maus mit 735,75 m/s² zu beschleunigen (eine Weltraumrakete schafft etwa 1/20 davon) dann könnte die Maus die Bewegung nicht mehr darstellen.
Der wichtige Input-Lag liegt laut Microsoft deutlich unter dem vom Menschen wahrnehmbaren Wert und ich kann tatsächlich keinen Unterschied zwischen einer Kabelgebundenen Maus und der X8 feststellen: eine Verzögerung und Interferenzen z.B. mit WLAN sind auf Grund der verwendeten 2,4-Ghz-Technik nicht merkbar.
Somit wären diese Nachteile von Funkmäusen beseitigt.
Hier wurde ausnahmsweise mal sinnvoll (aus Sicht eines Ingenieurs, nicht eines BWLers!) geforscht und entwickelt!
5. FAZIT
Die X8 ist deutlich hochwertiger verarbeitet als ihre Vorgängerin, die X5, und kombiniert durch die 2,4 GHz-Funktechnologie die Vorteile einer Kabelgebundenen Maus (kein wahrnehmbarer Input-Lag) mit denen einer Funkmaus (Kabelfreiheit) und setzt sich mit dem genauso einfachem wie innovativen Lademechanismus meiner Meinung nach an die Spitze der momentan verfügbaren Funkmäuse.
Auch der Preis ist, besonders im Hinblick auf die fast doppelt so teure direkte Konkurrentin Razer Mamba, mehr als gerechtfertigt.
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