Das Spiel ist zwar erst 06 erschienen, aber mich wundert es, dass niemand mehr darüber spricht. Zum einen schreibe ich diese Rezension also, damit Rise Of Legends nicht das gleiche SChicksal ereilt wie vor vier Jahren "Rise Of Nations" und zum anderen, weil mich das Spiel einfach begeistert hat:
Es ist alles drin in Rise Of Legends:
- Sehr gute Technik (die Grafik ist auch heute noch ein Augenschmaus - in höchster Auflösung, mit Kantenglättung und dann diese Mega-Riesigen Einheiten, die sogar mit den Übereinheiten aus Supreme Commander mithalten können)
- Echtzeitstrategie allerhöchster Güte - sprich: Eine schöne Anzahl von wirklich unterschiedlichen Einheiten (aber nicht zuviel wie z.B. bei Supreme Commander), der übliche Gebäudebau, ein durchdachter und komplexer Forschungsbaum, unterschiedliche (und ausbaufähige) Helden in der Hauptkampagne, die einen wirklich nach und nach ans Herz wachsen und und und
- Ein schnörkelloses Spielerlebnis im Multiplayer
- Eine herrliche Kampagne, die sich über drei Kapitel erstreckt und immer wieder mit tollen Wendungen aufwarten kann
- Und dann ist da noch die Missionskarte, bei der man wie bei Stratego seine Truppe von Landstrich zu Landstrich (sprich Missione zu Mission) frei wählen kann. Ach, wie schön ist es, wenn man dem gegnerischen Helden das Wasser unter den Füßen weggräbt, sprich: im keinen Platz zur Flucht lässt, indem man die ganzen Landstriche rund um ihn nach und nach erobert und ihn dann ohne Fluchtmöglichkeit beinhart erwischen kann.
Negative Punkte gibt es eigentlich keine. Zumindest keine haltbaren Punkte. Das Spiel lief bei mir absolut bugfrei. Die Missionen sind klar und verständlich. Ein nettes Tutorial ist auch vorhanden - man muss eigentlich niemals ins (gute) Spielhandbuch kucken.
Naja, was dem einen oder anderen vielleicht ein bißchen komisch anschauen wird, ist die Sache mit der Hauptbasis. In diesem Designpunkt unterscheidet sich nämlich das Spiel von seinen Mitwerbern.
In Rise Of Legends gibt es eine Hauptbasis, die nach und nach in den Missionen erweitert wird. Ein bißchen so wie ein Bauhof in C&C an den nach und nach etwas rangestöpselt wird.
In Rise Of Legends ist dies unbedingt notwendig. Stöpselt man an seine Städte Handelsbezirke ran, bekommt man eine Karawane. Stöpselt man einen Militärbezirk ran, wird das Einheitenlimit erhöht und die Stadt kann sich z.B. besser gegen Angriffe verteidigen.
Strategisch gesehen bringt dies jedenfalls einen richtig frischen Wind ins Genre. Und auch der Spielfluß profitiert davon immens, weil der Stadtausbau schneller und zügiger vonstatten geht. Achja, und natürlich dürfen andere Gebäude nach wie vor ála z.B. Warcraft gebaut werden. Dort ein Abwehrgeschütz, da eine Maschinenfabrik und und und.
Was auch noch zu vergleichbaren Spielen anders ist:
- In den Missionen selbst wird das vom Spieler "regierte" Land stets mit sichtbaren Landesgrenzen angezeigt. In diesem Gebiet dürfen Gebäude frei plaziert werden bzw. erleiden gegnerische Einheiten einen Verschleissschaden.
- Mehrere Basen zu bauen ist in Rise Of Legends auch anders gelöst. Auf den Karten sind unterschiedliche Städte verteilt. Da sind die des Gegners, die eigenen und neutrale Städte. Diese können kämpferisch erobert (und danach nach eigenen Wünschen ausgebaut) werden oder z.B. per Handel nach und nach bzw. friedlich zum Überlaufen gebracht werden. Schön, dass man hier die Auswahl hat zwischen - ich will die Stadt sofort, also ANGRIFF oder Nönö, an der Stadt hängen zuviele gute Kämpfer, ein Kampf wäre schade. Ich warte bis ich genug Geld habe und dann kaufe ich die Stadt friedlich bzw. schaue mal, ob meine Karawane da auch etwas zu beitragen kann.
Achja, und was Rise Of Legends so richtig spannend (und unterschiedlich macht) ist die Geschichte. Keine Orks. Keine Invasoren aus dem Weltall.
Hier gibt es die technischen, "dampfbetriebenen" Vinci (sehr, sehr, sehr an Leonardo da Vinci's technischen Visionen angelehnt, mit einer Prise Jules Verne), die mysteriösen, von Magie begleiteten Alin und das letzte Volk der Cuotl, die von Sonnengöttern und riesigen Wesen aus Stein geprägt sind. Zur Geschichte selbst will ich nichts verraten - sie ist aber sehr, sehr passend und spannend erzählt.
So, fünf klare Sterne von mir. Habe gerade die Einzelspielerkampagne durch und freu mich jetzt schon auf die Multiplayerschlachten.