ProduktinformationVersion: Standard
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Denn so schlecht ist der anfängliche Eindruck von Fable wahrlich nicht. Die Grafik ist märchenhaft schön, die Musik ist wunderschön, die Sprachausgabe (ich besitze die US-Version) ist sehr gut gelungen. Die Präsentation stimmt also.
Da ich von der äußert geringen Spieldauer weiß, gebe ich mich dem hin, was eigentlich der Kern des Spieles ist - die Entwicklung des Charakters. Hier sind die Wurzeln zu Black&White zu sehen - dynamisch verändert sich der Held, je nach Verhalten. Natürlich kann ich ihn auch noch Rollenspiel-typisch manipulieren - also entsprechende Punkte für Stärke, Ausdauer und besondere Fähigkeiten vergeben. Auch das Äußere kann verändert werden. Man kauft Kleidung und verändert so auch seine Wirkung/Werte - der softe Held, bei dem man schon fast die Parfümwolke riecht, wird weniger Eindruck auf Gauner hinterlassen, als ein, mit dunklem Leder bekleidete, düstere Schwertmeister.
In geschickt eingestreuten Tutorials wird der Spieler mit den Mechaniken des Spieles vertraut gemacht. So wird man von einem älteren Herren angesprochen - seine Tochter hätte Interesse an uns, aber da müsste man die Optik ändern. So pendelt man von Friseurladen zum alten Herren, um am Ende als Witzfigur verspottet zu werden. Natürlich gab es keine Tochter und die Inhaberin des Friseurshops hat sich regelrecht über meinen 1m breiten Schnurbart erschrocken. Danke auch. Ich gab den alten Hundesohn eine Ohrfeige - das kann im negativen Ausgang die Wachen alarmieren und ich muss blechen. In diesem Fall war ich aber schneller und jemand anderes kam mit einem blauen Auge davon. *g*
Wie auch immer - einen deutlichen Dämpfer gibt es, trotz toller Präsentation > die Level sind klein, man rennt durch ein Tor und schon wird geladen. Nicht so lange, aber lange genug. Streaming ist kein Hexenwerk und so hätte man durchaus sich ein Beispiel an anderen Games nehmen können, als da fällt mir Morrowind und Ultima 9 ein. Für mich unverständlich. Schade!
Die Steuerung ist einfach gehalten, erinnert in groben Zügen sogar an Zelda. Interessant - ein Action-Adventure als Vorbild. Warum nicht, denn Action steht Rollenspielen gut und einfache Handhabung ist kein Malus. Andererseits ist im direkten Vergleich der Nintendo-Sprößling besser im Handling. Dennoch - gut gemacht. Nicht so gut sind die verschachtelten Menüs - das hätte man besser lösen können.
Wer also lange Spaß mit Fable haben möchte, der sollte die Kernelemente kennen - Ausarbeitung des Charakters durch Entscheidungen und persönlichen Vorliegen (Ein Dieb ist fliligraner, der Axtmeister ähnelt Conan). Die solziale Interaktion mit dem Umfeld - Heirat nicht ausgeschlossen. Die Möglichkeit verschiedene Facetten von Gut und Böse zu definieren.
Wer sich auf den linearen Spielablauf konzentiert, wird nicht wie in FFX in 60h am Ziel sein, sondern in 10-15h. Das ist wenig - zu wenig.
Also reizt die Möglichkeiten des Games aus und ihr werdet vie Spaß haben.
Das Gut/Böse System: Zwar hat man ähnliches schon bei Bioware-Spielen sehr gut hinbekommen, doch hier hat man einfach noch mehr das Gefühl das man sich für eine Seite entscheiden kann. Man kann einfach gnadenlos böse sein (meuchelt doch einfach mal eine ganze Stadt nieder, raubt die Händler aus, kann dem Gott des Bösen dienen etc.) oder heldenhafte Tugenden beweisen (beschützt die Dorfbewohner vor Räubern anstatt sie zu töten, rettet gefangene Geißeln etc). Dank der abwechslungsreichen Quests überlegt man sich die Tat gerne zweimal. Beim Endkampf zum Beispiel habe ich mich für die böse Seite entschieden... allerdings erst nach großer Überlegung. Davor habe ich nämlich den Helden gespielt und bin da zum großen Tyrann mutiert. Man kann hier endlich mal richtige böse sein und jede negative Tat hat tatsächlich ihre Auswirkungen!
Die Atmosphäre: So eine glaubwürdige (wenn auch beengte) Welt mit all den Bewohnern die ihrem Tagesablauf nachgehen, das hat man selbst beim PC-Bruder Gothic nicht besser hinbekommen. Ich persönlich habe noch nie erlebt, wie die Bewohner ständig auf ihren Helden reagieren: Sie buhen ihn aus, wenn er böse Taten begeht oder unbeliebt ist. Auf der anderen Seite wird man bejubelt und umschwärmt wenn man Heldentaten vollbringt und seine Trophäen zeigt. Auch wenn sich der Spieler einen Titel wie z.B. Gladiator aneignet, wird er so von der Dorfmenge respektvoll angesprochen. Sogar flirten und heiraten kann man. Das ist toll! Das ist Atmosphäre! Auch der grafische Stil mit seinen verschiedenen Farben inklusive Tag und Nacht Wechsel passt herrlich zu der Welt Albion.
Die Musik: Das i-Tüpfelchen ist ganz klar der epische Soundtrack der von klassischen Themen bis hin zu mittelalterlichen Klängen und Chören alles bietet was das Fantasy-Herz begehrt. Alleine schon das tolle dezente Gitarrensoli im Tempel des Lichts ist fantastisch gelungen und eines der Highlights! Musikalisch werden hier alle Register gezogen und ist für mich bis jetzt eine der Referenzen wenn es um gelungene Spiele-Soundtracks geht. Da kann ich jedem nur den Soundtrack ans Herz legen, der ebenfalls im Handel separat erhältlich ist.
Fazit: Jade Empire und alle anderen Rollenspiele auf dem aktuellen Konsolenmarkt verlieren in jedem Punkt gegen "Fable". Doch an die PC-Referenz Gothic II kommt man leider auf Grund zu kurzer Spielzeit, etwas zu wenigen Nebenquests und "nur" befriedigender Story nicht heran. Doch wie oben schon erwähnt, bietet "Fable" Dinge, die man in anderen Rollenspielen vergeblich sucht. Deshalb lautet das Urteil: Kaufen! Hier noch die abschließende Beurteilung in Schulnoten:
Grafik: gut
Story: befriedigend
Atmosphäre: sehr gut
Musik: sehr gut
Umfang: ausreichend
Soundeffekte: gut
Steuerung: gut
Ich weiß nicht mehr wie oft ich Fable inzwischen durchgespielt habe:
Runde 1 - Hack & Slay:
Ratzfatz habe ich mich in alle Quests gestürzt, gefesselt von der Spielhandlung in der Fable-Welt. Ich gestehe, es machte mir in dieser Phase einfach nur Spaß meien Figur auszurüsten, um damit die armen Trolle zu peinigen und meine Erfahrungspunkte in die Höhe zu treiben.
Ach all Ihr Preisfuchser, die Ihr bedauert habt, dass man schon nach 25 Stunden durch ist - es waren wunderbare 25 Stunden!
Runde 2 - Gut & böse:
Nachdem ich in der ersten Runde Räuber und Wächter gleichermaßen erledigt, ein gutes wie ein schlechtes Leben geführt hatte und am Ende meine Schwester nicht geopfert, folgte ich mich diesmal für die dunkle Seite der Macht. Wow, in der konsequenten Herangeehnsweise merkt man, wo die Tiefenstruktur der Geschichte liegt.
Ach, all Ihr Nörgler, die Ihr bekrittelt habt, dass die unterschiedlichen Entscheidungen zu wenig Reaktionsvielfalt erzeugen würden - mir hat es genügt, wie die Händler schreiend vor mir flohnen, Frauen meinem dunklen Charme erlagen und ich die schwarze Seele virtuell ausleben konnte.
Runde 3 - Truhen & Tore:
Mittlerweile waren genug Tipps im Web, so dass ich endlich all die verfluchten Truhen, Tore, Schlüssel und Gimmicks aufspüren konnte. Ich habe an jedem Spieltisch gesessen, bis ich selbst mein Black Jack-Wissen optimiert hatte, wandelte mich in jede Figur, die die Tore von mir wollten, fand jedes verborgene Schwert, verstärkte meine Waffen.
Ach, all Ihr Besserwisser, die Ihr in anderen Spielen mehr Ideen gesehen habt - ich liebte es mit Angel und Spaten durch die Lande zu ziehen.
Runde 4 - Händler & Geliebter:
Erst realiv spät habe ich entdeckt, dass man ganze Dörfer kaufen kann, wenn man genügend Kleingeld hat (und die nötige Brutalität, die Besitzer zu meucheln). Dass einem die Frauen (und Männer) zu Füßen liegen mit passenden Geschenken. Dass es Spaß macht, diesen Teil der Statistik zu tunen.
Ach, all Ihr Pubertierenden, die Ihr Eure erotischen Erfahrungen bei Sims besser ausleben könnt - ich liebe mein kleines Imperium in Oakvale...
Runde 5 bis ?? - Genießen & Entwickeln:
Schließlich habe ich mir eine souveräne Figur mit meiner "Maske" gegönnt. Ich liebe es, mal als fiungerfertiger Attentäter, mal als tumber Haudrauf-Berserker, mal als Blitze schleudernder Willensstarker durch die Lande zu ziehen.
Ach, so viele verschiedene Aspekte habe ich eben noch in keinem anderen Spiel vereint gesehen.
Fazit: Könnte ich nur ein Xbox-Spiel mit auf eine einsame Insel nehmen, wäre es das vielseitige, wunderbare, bezaubernde, fesselnde Fable.
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