ProduktinformationPlattform: PC | Version: Standard
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Minimum:
Man spielt auf dem Amerikanischen Kontinent und kann verschiedene Europäische Mächte oder halt die USA auswählen, sowie eine Heimatstadt. Aus dieser kann man sich dann Ressourcen, wie Holz, Nahrung, Gold, Truppen etc. schicken lassen. Das ist neu und ungeheuer praktisch. Zeitlich reicht es von den Konquistadoren bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg, der allerdings hier noch nicht mit eingebunden ist. Aber man kann darauf hoffen, diesen im Add On zu bekommen. In den Kampagnen begleitet man die Familie Black durch die Jahrhunderte und hilft ihnen, sich auf dem Amerikanischen Kontinent eine Heimat zu machen.
Seine Heimatstadt kann man weiter entwickeln, neue Karten wählen, mithilfe derer man dann die Ressourcen erhält und sich nach und nach ein Kartendeck aufbauen, das logischerweise stärker wird, je mehr Erfahrungspunkte man sammelt. Und das ist richtig klasse! Je weiter die Stadt ausgebaut wird, um so stärkere, bessere Karten erhält man. So kann man sich z.B. anfangs 300 Nahrungseinheiten schicken lassen, später 600 und so weiter. Ist richtig gut gemacht, mit viel Liebe zum Detail.
Weiterhin ist es halt ein typisches AoE Spiel. Man baut eine Stadt auf, entwickelt Technologien, stellt eine Armee auf und macht seine Gegner platt. Neu sind hier die Handelspunkte, an denen man einen kleinen Stützpunkt errichtet. Dort erhält man, jedesmal wenn ein Wagen/Postkutsche/Eisenbahn vorbei kommt, Erfahrungspunkte, die man gegen Karten in der Heimatstadt eintauschen kann, oder Ressourcen. Dann gibt es noch verschiedene Indianerstämme, bei denen man ebenfalls Handelsposten errichten kann, und die einem Krieger und neue Technologien bringen.
Die Grafik ist der absolute Hammer! Vor allem die Details sind liebevoll gemacht. Wenn man seine Mörser in Stellung bringt und z.B. eine Mühle bombardiert, fliegen die Blätter durch die Gegend, Teile der Mauer bröckeln ab, und die Seite, wo die Kugel trifft, bricht ein. Feuert ein Fort eine Kanonenkugel auf Soldaten ab, kann es sein, das einem von denen der Helm vom Kopf fliegt, die Kugel schlägt auch noch mehrfach auf und schlägt so eine Bresche durch eine Formation.
Und die Heimatstadt an sich ist echt klasse! Leider sind die Features zur baulichen Weiterentwicklung in der Demo noch nicht freigeschaltet, aber auch dort erwarte ich eine Menge Fun. Zuzugucken, wie die Bewohner durch die Strassen schlendern, wie Schiffe im Hafen dümpeln, während grad mal nix los ist in Amerika, ist durchaus auch nett!
Die KI scheint tatsächlich lernfähig zu sein, mir ist aufgefallen, daß, selbst wenn man im leichten Modus spielt, der Gegner von Spiel zu Spiel stärker wird, so z.B. mehr Militär ausbildet, öfter angreift, und so weiter. Sehr nett!!!
Das Spiel hat echt alles, was AoE ausmacht! Liebevolle Grafik, Spielspaß hoch zehn, Detailgetreue in jeder Hinsicht, anspruchsvolle Kampagnen, nette Szenarien, den dazu gehörigen Szenarioeditor, einen guten Wuselfaktor und man spielt sich innerhalb von 10 Minuten ein, wenn man irgendeinen der alten Teile kennt. So praktische Tools wie Punkt und Komma drücken, um untätige Militäreinheiten oder Bürger zu finden sind ebenso eingefügt, wie auch eine Produktionsschleife. Neu ist hier, daß bis zu 5 gleiche Einheiten gleichzeitig produziert werden können. Praktisch, wenn man mal dringend Soldaten braucht. Auch kann man sich Schafe "züchten", sprich produzieren lassen, diese dann mithilfe eine Zuchtstation mästen und dann das Dreifache an Nahrungsressourcen aus ihnen herausholen.
Mein Fazit, typisch Age of Empires, wie man es kennt und liebt, und das noch um ein vielfaches verbessert! Macht Lust auf mehr!
Diese Dinge finden sich in AoE3 natürlich wieder, es spielt sich weiterhin viel langsamer als beispielsweise Warcraft 3 oder Command and Conquer, und es ist weiterhin aussschlaggebend, sich Ressourcen zu sichern und auch zu verteidigen. Erst muss eine funktionierende und gut befestigte Siedlung aufgebaut werden, bevor man ans Angreifen denkt, ansonsten geht einem im späteren Verlauf schnell die Luft aus. AoE3 ergänzt diese Dinge durch einige neue Elemente, z.B. gibt es Handelsrouten und daran gelegene Handelsposten, die wahlweise Rohstoffe oder Erfahrung generieren. Dies simuliert die enorme Wichtigkeit des Postkutschentransports und (im späteren Verlauf) der Eisenbahn bei der Besiedlung Amerikas und ist ein neues, spannendes spielerisches Element, daß zu harten Scharmützeln führt. Die Erfahrungspunkte können dann für ein weiteres neues Konzept genutzt werden - den Aufbau der Heimatstadt. Aus diesen in der "alten Welt" gelegenen Städten gibt es nämlich in regelmäßigen Abständen Warenlieferung, die - je nach Ausbaustufe - mehr oder weniger bieten, von großen Rohstoffmengen bis hin zu militärischen Einheiten oder wissenschaftlichen Neuerungen. Ebenfalls ein gutes, reizvolles und auch dekoratives Konzept, da eine 3D-Ansicht der Heimatstadt den Hintergrund des Hauptmenüs ausmacht.
Insgesamt bietet AoE3 jedoch spielerisch wenig neues. Das Grundkonzept Siedlungsaufbau - Militäraufbau - Angriff ist das Gleiche geblieben, neue Ideen wie z.B. Grenzen à la Rise of Nations oder konfigurierbare Einheiten wie in Earth 2160 sucht man vergebens. Dazu fehlen einige mittlerweile zum Standard gehörende Komfortfunktionen wie z.B. eine Auto-Entdecken-Funktion oder intelligente Siedler, die sich ihre Arbeitsplätze selber raussuchen. Bei AoE3 muss alles noch "per Hand" gemacht werden, was einerseits reizvoll ist, bei hektischen Partien aber wahnsinnig nervt.
Ebenfalls schlecht ist die Intelligenz der Truppen, so ist es z.B. unmöglich, Kavallerieeinheiten zum Galoppieren zu bringen - wer also schnell von A nach B muss, um dort die Heimatstadt zu retten, wird angesichts der gemächlich reitenden Husaren zur Weißglut gebracht. Auch rennen Truppen trotz "Aggressiv"- Grundeinstellung blind an gegnerischen Armeen vorbei, wenn man ihnen nicht genaustens den Weg zeigt. Diese kleinen Dinge können einen gehörig nerven, vor allem, weil sie in vielen anderen neueren RTS-Spielen mittlerweile zum Standard gehören.
Definitv ein Reinfall ist die Kampagne, die eine fiktive, fast schon im Reich der Fantasy angesiedelte Kampagne um einen Jungbrunnen erzählt und nur dem mittlerweile angestaubtem Zwischensequenz - Mission - Zwischensequenz-Konzept folgt. Bei Aufgaben wie "Führen sie diese Kuhherde zurück in die Heimatstadt" kann einem als historisch und strategisch interessiertem schon mal die Hand zum Reset-Knopf ausrutschen. Fragt sich, wieso man nicht den spannenden Hintergrund (Besiedlung Amerikas) zu einem Kampagnenmodus genutzt hat, der zumindest historisch korrekt und nachvollziehbar ist. Noch besser wäre natürlich eine freie Kampagne mit einer Art Welteroberungsmodus wie in Rome oder in Rise of Nations gewesen, in meinen Augen hätte sich die Thematik dazu angeboten.
Dem Einzelspieler bleibt hiermit eigentlich nur der Skirmish-Modus, der glücklicherweise exzellent ist. Die Partien lassen sich gut konfigurieren, von Kartengröße bis hin zum Startzeitalter, und die CPU-Gegner sind eine Herausforderung. Dennoch wird sicher nicht die Spannung geboten, die eine Multiplayer-Partie bietet; hier ist AoE3, wie der Vorgänger auch, eine absolute Referenz.
Ebenfalls bahnbrechend ist AoE3 im audiovisuellen Bereich. Grafisch ist das Spiel wohl das beste, was es im Strategiebereich zur Zeit gibt, von der hervorragend animierten, atmosphärischen Spielewelt bis hin zu dem Schadensmodell, bei dem Schiffe oder Gebäude richtig schön und echtzeitberechnet in ihre Bestandteile zerfliegen. Dies erlaubt einem ein wunderbares "Eintauchen" in die Spielewelt und lässt über einige spielerische Mängel gnädig hinwegsehen. Auch der Sound ist hervorragend, so hört man z.B. das Grollen von in der Ferne abgeschossenen Kanonen. Die Musik ist eine richtig schmissige Variation des AoE-2-Themens und passt sich der Spielsituation an. Insgesamt ist AoE 3 ein tolles audiovisuelles Erlebnis, daß man eigentlich gesehen und gehört haben muss.
Mein Fazit? AoE3 hätte eine absolute Referenz werden können, wenn Ensemble genausoviel ins Spielerische wie ins Audiovisuelle investiert hätte. So bleibt ein wunderbar aussehendes und klingendes Echtzeitstrategiespiel, daß jedoch spielerisch ein paar Trends verpennt hat (Komfortfunktionen, Kampagne), dem Einzelspieler recht wenig bietet und insgesamt kaum revolutionäres bietet. Das heisst natürlich nicht, daß es keinen Spaß macht, deswegen 4 Sterne von mir.
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