Gestern war es endlich soweit! Ich konnte das, für mich als Rennspiel-Fan, lang erwartete Forza Motorsport 3 ausgiebig zocken. Das Hauptaugenmerk von Forza 3 liegt beim realistischen Fahrverhalten, einem gigantischen Fuhrpark und einem reichhaltigen Streckenangebot.
Was hat Forza 3 denn alles zu bieten? Na ja, eine ganze Menge! Entwickler Turn 10 haben über 400 Fahrzeuge, von 50 Herstellern, spendiert. Angefangen bei VW, über BMW, Porsche, Ferrari, Lamborghini, Bugatti, Pagani, Koenigsegg, Ford, Nissan, Mitsubishi, Toyota, etc. Für Autoliebhaber bleiben keinerlei Wünsche offen. Die Fahrzeug-Palette ist riesengroß. Schön ist auch, dass Wagen aus den letzten gut 45 Jahren der Automobil-Geschichte ihren Weg ins Spiel gefunden haben: Von 60er US-Muslce-Cars (Ford Mustang, Chevrolet Camaro SS, Pontiac Firebird, Dodge Challenger, etc.), Wagen wie dem Jaguar E-Type oder dem Lancia Stratos, VW Golf 2, bis hin zu Neuwagen, wie dem 2010er Ferrari 438 (den wird es allerdings nur per Download geben), dem 2010er Hyundai Genesis Coupé, dem 2009er Lotus Evora, dem Ferrari California, dem 2009er Bugatti EB 16.4 Veyron oder dem Lamborghini Reventón, ist das Wagenangebot breit gefächert. Erstmals am Start sind SUV's. Hier reicht die Palette vom Audi Q7, über BMW X5, Mercedes Benz M-Klasse bis hin zum Range Rover.
Was man vielleicht bemängeln könnte, ist die Tatsache, dass einige Wagenmodelle in verschiedenen Ausführungen ihren Weg ins Spiel gefunden haben. So gibt es z. B. mehrere Motorsport-Varianten vom Porsche 911, dem Ferrari F430 oder dem Maserati MC12. So kann man hier leider nicht wirklich von 400 verschiedenen Fahrzeugen sprechen. Das lässt sich aber verschmerzen, denn das Wagenangebot ist, wie oben schon erwähnt, trotz allem sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Die Wagen sind in verschiedene Klassen unterteilt, beginnend mit der Klasse F (z. B. Ford Fiesta) bis zur Klasse R1 (z. B. Audi R8 Team Joest LMP1). Auch die Preise der Wagen bewegen sich in einem durchaus realistischen Bereich. Ein Hyundai Genesis Coupe kostet ca. 25.000,00 Cr, für einen Audi R müsst Ihr gut 120.000,00 Cr hinblättern. An der Spitze der Preisliste trohnt ein Ferrari 250 GTO, der mit schlappen 20.000.000,00 Cr zu Buche schlägt.
Schön ist auch, dass sich fast alle Wagen optisch und leistungsmäßig tunen und auch lackieren lassen. Was die Tuningteile angeht, wird ebenfalls eine recht ordentliche Palette angeboten: Von Spoilern, Schwellern, Frontschürzen, Felgen, dem Ändern der Felgengröße oder Reifenbreite, bis zum Einbau von leistungssteigernden Teilen, werden auch Tuningfreaks bestens bedient. Schrauber und Tüftler können hier, auf Grund zahlreicher Tuning-Einstellungsmöglichkeiten (Anpassung der Übersetzung, Stabilisatoren, Federn, Reifendruck, etc.), ihre Wagen bis ins kleinste Detail perfektionieren. Die Tuningteile sind ebenfalls alle von Original Herstellern. Ich habe z. B. meinen VW Scirocco mit optischen Tuningsätzen von ABT und Felgen von Fiske ausgerüstet.
Spielerisch kann Forza 3 ebenfalls vollends überzeugen: Der motivierende Karriere-Modus, das Herzstück des Spiels, welcher ca. 200 Rennwettbewerbe bietet, wird Euch für gut und gerne 50 Stunden beschäftigen. Dieser erinnert vom Aufbau her stark an Project Gotham Racing 4: Ihr fahrt an Hand eines Rennkalenders diverse Rennen und Meisterschaften (unterteilt nach Fahrzeugklassen, Herstellern, Antriebsart, etc.) nach und nach erste Erfolge ein und könnt damit anfangen, Geld zu scheffeln. Am Anfang der Karriere sucht Ihr Euch Euren Startwagen aus. Ich habe mich für den Citroen C4 entschieden, da dieser mich, von den anfangs angebotenen Wagen, am meisten angesprochen hat. Zu Beginn des Spiels ist die Auswahl an Fahrzeugen leider noch nicht so groß. Von nun an könnt Ihr an den ersten Klasse-F-Rennen teilnehmen und Euch auf der Karriereleiter hoch arbeiten. Rennsiege werden mit Geldprämien und Erfahrungspunkten entlohnt. Vom gewonnen Geld könnt Ihr Eure Wagen tunen oder Euch neue Wagen kaufen (hier stehen dann alle im Spiel angebotenen Wagen direkt zur Verfügung). Durch die Erfahrungspunkte gewinnt Ihr, mit jeder neuen Stufe einen Bonuswagen (Fahrerlevel) oder Rabatte auf Tuningteile (Fahrzeuglevel).
Da Ihr mit den meisten Bonuswagen an den weiteren Rennen teilnehmen könnt, dauert es recht lange, bis Ihr gezwungen seid, Euch einen neuen Wagen kaufen zu müssen. Ihr gewinnt schon recht schnell einen Fiat 500 Abarth, Alfa Romeo Brera, VW Scirocco, Renault Sport Clio V6, Ford Focus RS. Für den Ferrari California, Maserati GT, Audi R8 5.2 V10, BMW M5 E60, TVR Sagaris, Mercedes Benz AMG SL65 Black Edition, Seat Leon Cupra Cup könnt Ihr Euch ebenfalls den Kauf sparen, da Ihr diese auch als Belohnung für Euren Fahrerlevel-Aufstieg erhaltet (Für diejenigen, die es interessiert habe ich eine Liste der Belohnungs-Wagen bei den Kommentaren rein gestellt). Neben herkömmlichen Rennen gegen verschiedene Gegner, könnt Ihr bei Forza 3 auch an Drift- oder Drag-Rennen teilnehmen. Ich bin zwar absolut kein Fan von Drift-Rennen, die Drag-Wettbewerbe machen, dank manueller Schaltung (mit Tastenbelegung für die Kupplung) eine Menge Spaß.
Da ich schon mal bei den Rennen bin, kann ich Euch sagen: Diese sind, vom Fahrverhalten, her eine absolute Wucht! Das Fahrverhalten jedes einzelnen Wagens kommt wirklich ungemein realistisch rüber und ändert sich spürbar, sobald man den Wagen tunt. Während man Wagen mit Allradantrieb oder Wagen mit Frontantrieb sicher über die mehr als 100 Rennstrecken lenkt, neigen Wagen mit Mittelmotor oder Heckantrieb schnell zum Ausbrechen des Hecks (ohne Fahrhilfen). Diese Mankos kann man zwar z.B. durch das Wechseln der Reifenmischung, Höhenanpassung der Stoßdämpfer oder das Verbreitern der hinteren Reifen reduzieren, dennoch lässt sich das Übersteuern nicht ganz unterdrücken. Soll es ja auch nicht, es soll ja realistisch sein. Mit aktivierten Fahrhilfen (ABS, ESP, Traktionskontrolle) lassen sich selbst Wagen, wie das Heckangetriebene 1.000-PS-Monster Bugatti EB 16.4 Veyron, relativ sicher über die Rennpisten steuern.
Durchaus realistisch ist auch das Schadensmodell. Schäden wirken sich nicht nur optisch aus, sondern auch auf die Fahreigenschaften. Ist z. B. die Lenkung beschädigt, zieht der Wagen nach links oder rechts und lässt sich dementsprechend auch nicht mehr punktgenau durch die Kurven lenken. Starkes Gefühl! Die Schäden lassen sich allerdings auch deaktivieren, was dann aber auch auf Kosten der Siegprämie geht. Wenn Ihr allerdings die Schäden deaktiviert habt, gibt es, nach den Rennen, keinen Geldbonus, sondern nur die Standartsiegprämie.
Ebenfalls stark ist die sehr gute Rumble-Unterstützung des Controllers. Jede Bodenwelle, jeder Unfall, jeder Ausflug ins Kiesbett, jedes Aufsetzten des Wagens, selbst das "Einrasten" der Gänge wird auf den Controller übertragen.
Gefahren wird auf über 100 Kursen, in 22 unterschiedlichen Umgebungen. Neben Originalstrecken, wie der 20 km langen Nordschleife des Nürburgrings, Suzuka, Silverstone, Tsukuba, Mugello, Motego, Sebring, Le Mans, Circuit de Catalonia, Road America, Road Atlanta, etc. gesellen sich auch viele, zum größten Teil sehr schön designten fiktive Rennstrecken. Einige dieser fiktiven Strecken sind aus Forza 2 bekannt, wurden allerdings optisch etwas verändert. Es gibt allerdings auch einige neue Strecken: Neben Bergpässen (Fujima Kaido, Camino Viejo de Montserrat) führen einige der Strecken auch durch originalgetreu nach gebaute Dörfer (Positano, Amalfiküste auf Capri) und Städte (Times Square, New York City, gab's allerdings auch schon in Forza 2). Einige Strecken bieten auch AHA-Effekte: Ich fand's schon toll, als ich auf dem Sedona Speedway, vom Motodrom durch einen Tunnel ins Monument Valley rasen konnte. Auch gibt es nicht mehr nur ausschließlich nur Rundkurse. Man fährt in Forza 3 neuerdings auch Rennen von Punkt A nach Punkt B (allerdings nur auf den Positano-Strecken und Teilabschnitte der Nordschleife).
Damit auch Anfänger schnell Erfolge einfahren können, lässt sich der Schwierigkeitsgrad bis ins kleinste Detail runter schrauben. Ihr könnt, vor jedem Rennen, die Stärke der Gegner, die Fahrhilfen (ABS, Ideallinie, Bremshilfe, etc), in mehren Stufen ändern. Je höher Ihr den Schwierigkeitsgrad einstellt, desto höher wird der Bonus Eurer Siegprämie ausfallen. Fahrt Ihr auf leichtestem Schwierigkeitsgrad, bekommt Ihr keinen Bonus, sondern nur die Standartsiegprämie. Außerdem bietet Forza 3, ähnlich wie Race Driver Grid oder Dirt2, eine Rückspulfunktion. Habt Ihr einen unnötigen Crash gebaut, der Euch zurück wirft, könnt Ihr die Zeit etwas zurück spulen und die Stelle erneut fahren. Ob dieses Feature bei einer Renn-Simulation Sinn macht, sei dahin gestellt. Allerdings, wenn Euch ein Gegner in Heck fährt und Ihr dadurch von der Strecke abfliegt oder Ihr Euch dreht, werdet Ihr nicht undankbar sein, dass es diese Funktion gibt. Mir hat die Rückspulfunktion das ein oder andere Mal ein gutes Rennergebnis gerettet.
Mit dem Multiplayer-Part habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt. Es werden aber Split-Screen-Rennen (auf Wunsch 1 gegen 1, mit oder ohne virtuelle Gegner) oder Online-Rennen für bis zu 8 Spieler angeboten.
Grafisch macht Forza 3 ebenfalls eine richtig gute Figur.
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