Rockmusik mit deutschen Texten - ja. Aber mit diesen? Von Theodor Fontane, Josef von Eichendorf, Johann Wolfgang von Goethe oder Ina Seidel? Ja: genau mit diesen. Nicht erst seit "Volxlieder" ist klar, das Achim Reichel die Tradition der Balladen und Gedichte aus den früheren Jahrhunderten auf eine ganz neue und fast fröhliche Weise wieder aufgreift und sie als Grundlage für seine Musik macht. Und plötzlich funkeln diese alten Texte wieder, leuchten und faszinieren. Das ist sozusagen das Gegenstück zu den aktuellen Texten von "Silbermond" oder "Juli".
Dazu kommt die spürbare Freude am Musik machen, die aus jedem einzelnem Stück dieses Albums hervorstrahlt. Egal, ob Reichel nahezu alle Instrumente selbst spielt (wie auf dem "Shanty Alb'm") oder wie hier bei den Live-Aufnahmen fachkundige Unterstützung bekommt.
Was mit der "Regenballade" begann, hat sich bis zu diesem Album konsequent weiterentwickelt und bietet großes Hörvergnügen. Manchmal kommt mir Achim Reichel vor wie ein deutscher Tom Waits - oder noch besser: Tom Petty. Langweilig oder auch nur gewöhnlich ist das nie.